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HANSA 12-2021

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SCHIFFFAHRT | SHIPPING

SCHIFFFAHRT | SHIPPING Task Force für gerechte Energiewende »Grüne« Schifffahrtsrouten »Grüne« Korridore sollen den Weg der Schifffahrt in eine emissionsfreie Zukunft ebnen. Auch Deutschland hat eine entsprechende Initiative auf der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow unterzeichnet. Insgesamt 22 Länder, darunter führende Schifffahrtsnationen, haben die sogenannte »Clydebank«-Erklärung unterzeichnet, wonach bis 2025 weltweit mindestens sechs »grüne« Schifffahrtsrouten zwischen jeweils zwei oder auch mehr Häfen geschaffen werden sollen. So heißt es in der Erklärung: »Unser gemeinsames Ziel ist es, die Einrichtung von mindestens sechs grünen Korridoren bis zur Mitte dieses Jahrzehnts zu unterstützen und die Aktivitäten in den folgenden Jahren auszuweiten, indem wir unter anderem die Einrichtung von mehr Routen, längeren Routen und/oder mehr Schiffen auf denselben Routen unterstützen. Unser Ziel ist es, bis 2030 viele weitere Korridore in Betrieb zu nehmen. Wir werden diese Ziele bis Mitte dieses Jahrzehnts überprüfen, um die Zahl der grünen Korridore zu erhöhen.« Die Unterzeichner verpflichten sich, zusammen mit den Wirtschaftsbranchen auf eine Dekarbonisierung des Verkehrs hinzuarbeiten. So soll der Aufbau von Partnerschaften unter Beteiligung von Häfen, Betreibern und anderen Akteuren der Wertschöpfungskette erleichtert werden, um etwa die Kraftstoffversorgung durch grüne Schifffahrtskorridorprojekte zu beschleunigen. Geplant ist außerdem, Maßnahmen zur Beseitigung von Hindernissen zu ermitteln und zu prüfen. Dies könnte beispielsweise die rechtlichen Rahmenbedingungen, Anreize, den Informationsaustausch oder die Infrastruktur betreffen. Auch die Aufnahme in die Entwicklung oder Überprüfung nationaler Aktionspläne wird erwogen. Bei der Schaffung der Korridore sollen zudem die Umweltauswirkungen und die Nachhaltigkeit stärker berücksichtigt werden. Die gewollte Verringerung der Emissionen ist allerdings unicht verpflichtend, sondern soll auf freiwilliger Basis erreicht werden. Damit bleibt diese Erklärung, wie viele Beschlüsse in Glasgow, relativ unverbindlich. Durch den Aufbau emissionsfreier Seeverkehrskorridore könnten allerdings notwendige landseitigen Investitionen in saubere Energie und die Infrastrukturen gefördert werden, heißt es. Die Teilnehmerländer, so ist es vorgesehen, sollen dabei finanzielle Anreize setzen. Zu den Unterzeichnern gehören Australien, Belgien, Kanada, Chile, Costa Rica, Dänemark, Fidschi, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Japan, Marshallinseln, Marokko, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Spanien, Schweden, UK und USA. Eine »Just Transition Maritime Task Force« soll die Dekarbonisierung der Branche vorantreiben und Millionen von Seeleuten bei der grünen Transformation der Schifffahrt unterstützen. Die von UN Global Compact und Akteuren der Schifffahrtsindustrie ins Leben gerufene Task Force soll die Erreichung der Klimaziele vorantreiben und gleichzeitig Chancen für alle gewährleisten. »Sie wird sich auf die Entwicklung neuer grüner Qualifikationen und grüner und menschenwürdiger Arbeit konzentrieren, bewährte Verfahren in der gesamten Wertschöpfungskette ermitteln und politische Empfehlungen für einen gerechten Übergang geben – mit besonderem Schwerpunkt auf den Entwicklungsländern«, heißt es in einer Erklärung. Die Taskforce wurde im Rahme der COP26 von der International Chamber of Shipping (ICS) als Vertretung der Reeder, der International Transport Workers Federation (ITF) als Vertretung der Seeleute und Hafenarbeiter sowie der Nachhaltigkeitsinitiative Global Compact der Vereinten Nationen gegründet. Andere einflussreiche UN-Organisationen wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) wollen sich der Task Force als offizielle Partner anschließen. Guy Platten, Generalsekretär der ICS, sagte: »Wir alle stehen vor dem größten Wandel der Neuzeit, und wir alle werden davon betroffen sein. Viele unserer Seeleute kommen aus Entwicklungsländern, die die Auswirkungen des Klimawandels aus erster Hand erfahren. Wir müssen dafür sorgen, dass sie die umweltfreundlichen Qualifikationen erhalten, die sie brauchen, um den Welthandel in Gang zu halten, und dass die Entwicklungsländer Zugang zu den Technologien und der Infrastruktur erhalten, um am umweltfreundlichen Wandel der Schifffahrt teilzuhaben.« © ICS 18 HANSA – International Maritime Journal 12 | 2021

SCHIFFFAHRT | SHIPPING Schifffahrt will F&E-Fonds Die gloabel Reedereivereinigung »International Chamber of Shipping« (ICS) und die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO haben sich im Rahmen der COP 26 mit dem Green Climate Fund getroffen, um die Einrichtzung eines »Zero Carbon R&D Fund« zu besprechen. Ein Hauptziel des Treffens war es, Lösungen zu entwickeln, um sicherzustellen, dass Entwicklungsländer Zugang zu Technologien und Finanzmitteln für kohlenstofffreie Schiffe und die erforderliche Infrastruktur erhalten. Eine Lösung, die in den kommenden Wochen weiter erörtert werden soll, ist die mögliche Bereitstellung von bis zu 1,5 Mio. $ aus der GCF-Projektvorbereitungsfazilität (Project Preparation Facility, PFF). Damit könnte de Einrichtung des »IMRF« beschleunigt werden, ein mit 5 Mrd. $ ausgestatteter Fonds zur Beschleunigung der Forschung und Entwicklung von emissionsfreien Technologien für die Schifffahrt. © IMO Chancen für Schwellenländer Die Dekarbonisierung der weltweiten Schifffahrtsindustrie wird neue kohlenstoffarme Kraftstoffe erfordern, darin sind sich die Allermeisten einig. Dies stellt eine große Chance für die Entwicklungsländer dar, wie auf einer Nebenveranstaltung der COP 26 zu hören war. Die von der IMO und der UNCTAD organisierte Veranstaltung »Chancen für Entwicklungsländer bei der Bereitstellung kohlenstofffreier Kraftstoffe für die weltweite Schifffahrt nutzen« fand ebenfalls in Glasgow statt. »Es besteht ein Bedarf an kohlenstoffarmen und kohlenstofffreien Schiffskraftstoffen – dies ist eine vielversprechende Gelegenheit für mehrere Entwicklungsländer aufgrund ihrer geografischen Lage und ihres Zugangs zu reichlich vorhandenen erneuerbaren Energiequellen«, sagte Jose Matheickal von der IMO. Podiumsteilnehmer aus Chile, Indonesien, Kenia, Panama und Südafrika betonten die Bemühungen ihrer Länder, den Übergang zu sauberen und nachhaltigen Kraftstoffen für die Schifffahrt zu unterstützen, einschließlich des Potenzials für die Lieferung von grünem Ammoniak und grünem Wasserstoff. Clear route ahead Two-stroke solutions for the future of shipping Navigating new regulations, decarbonization, and complex fuel economics is easy with us as a partner. Our two-stroke of millions of running hours and assistance that goes beyond installation and commissioning: Complete life-cycle support from our dedicated staff and the worldwide MAN PrimeServ after-sales network. Clear route ahead – with MAN B&W two-stroke solutions. HANSA – International Maritime Journal 12 | 2021 www.man-es.com/marine/two-stroke 19

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