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HANSA 12-2018

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Schifffahrt | Shipping

Schifffahrt | Shipping Transport in neuer Dimension Der Schwerguttransport erfordert bisweilen besondere Einfälle und Lösungen, insbesondere wenn es auch über Land oder Flüsse geht. Für ein Megaprojekt in Russland musste die Heavy-Lift-Reederei Combi Lift sogar spezielle Schubboote und Bargen bauen lassen. Die Tochter der Reedereigruppe Harren & Partner, hat erst kürzlich die erste Phase des umfangreichen Projekts Amur GPP des russischen Gazprom-Konzerns abgeschlossen. Amur GPP wird eine der größten Erdgasaufbereitungsanlagen der Welt mit einer Kapazität von bis zu 42 Mrd. m³ pro Jahr. Die Anlage ist Teil des Vorhabens von Gazprom, russisches Gas aus ostsibirischen Gasfeldern über die Pipeline »Power of Siberia« nach China zu liefern. Die Linde Group hatte Combi Lift als Logistikpartner für Schwergut-Komponenten – insgesamt 176.000 t aus verschiedenen Produktionsstandorten in Europa und Korea – beauftragt. Combi Lift entwickelte ein eigenes Konzept: Schwergutschiffe transportieren die Ladung aus Häfen in Europa und Korea, die dann auf Bargen verladen werden. Spezielle Schubverbände mit flachem Tiefgang bringen die Einheiten die Flüsse Amur und Seja hinauf nach Swobodny. Der Transport kann nur während der Sommerzeit durchgeführt werden, wobei die eisfreien Zeiten auf Amur und Seja genutzt werden. Die Bremer haben für den Flusstransport eigens eine Spezialflotte bauen lassen. Die Ladungen mit bis zu 900 t Einzelgewicht werden bis 2022 nach Svobodny gebracht. Der Amur ist mit 2.824 km der zehntlängste Fluss der Welt und bildet die Grenze zwischen dem 176.000 t müssen insgesamt für das Projekt transportiert werden, 61.755 sind schon geschafft © Combi Lift 44 HANSA International Maritime Journal – 155. Jahrgang – 2018 – Nr. 12

Schifffahrt | Shipping Die Komponenten kommen aus Europa und Korea fernen Osten Russlands und Nordostchina, die Seja ist ein Nebenfluss des Amur. Bei Damen hatte Combi Lift für den Auftrag eine Serie von Spezialeinheiten bestellt. Dazu zählen vier Arbeitsboote des Typs Multi Cat 2608SD, vier Schlepper 2612SD, sieben Stan Pontons 8916SD und vier Leichter 8605SD. Die Einheiten wurden speziell für den Einsatz im Fernen Osten angepasst, da die beiden Flüsse sehr flache Stellen von nur 1,10 m haben, außerdem muss mit schwierigen Witterungsbedingungen und Eisbildung gerechnet werden. Nach der offiziellen Übergabe in Gorinchem wurden die Amur-Schlepper (24,88 x 11,97 x 10,3 m, 272 t) sowie die Seja-Schlepper (25,9 x 8,5 x 8,3 m, 150 t) auf das SAL-Schwergutschiff »Annette« in Rotterdam verladen und zum russischen Hafen De-Kastri am Ochotskischen Meer gebracht. Die 89 m langen Pontons und die 86 m langen Leichter entstanden im chinesischen Werk von Damen. Alle Schiffe fahren unter russischer Flagge und sind vom russischen Seeverkehrsregister (RMRS) sowie dem russischen Flussregister (RRR) zertifiziert. Die acht Schlepper und sieben Bargen transportierten zwischen Mitte Mai und Mitte September 2018 insgesamt 79 Elemente (61.755 t) von De-Kastri nach Svobodny. Jede Fahrt ist 2.371 km lang und dauert etwa 21 Tage. Die erste Transportphase verlief laut Combi Lift reibungslos, Phase 2 soll am 15. Mai 2019 beginnen. fs Svobodny Blagoweschtschensk Schlepperwechsel Fluss/Flachwasser Seja China Amur Nikolajewsk am Amur Schlepperwechsel See/Fluss Russland Ussuri Amur De-Kastri Verladung Seeschiff/Barge Per Schwergutschiff kamen Arbeits- und Schub boote ins Einsatzgebiet. Hier werden sie je nach Transport abschnitt gewechselt © Damen HANSA International Maritime Journal – 155. Jahrgang – 2018 – Nr. 12 45

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