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HANSA 11-2019

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Forum HTG »Deutsches

Forum HTG »Deutsches Engagement im Tiefseebergbau? « Anmeldung bis zum 13. 11. 2019 Am 14. November 2019 organisiert die HTG im Rahmen ihres Forums eine Abendveranstaltung zu dem Thema »Deutsches Engagement im Tiefseebergbau?«. In der vergangenen Dekade hat die Bundesrepublik Deutschland die Forschung und Entwicklung für den Tiefseebergbau mit etwa 50 Mio. € gefördert. In diesem Zusammenhang wurden auch Explorationslizenzen für polymetallische Knollen (Manganknollen) und Massivsulfide erworben. Die deutschen Lizenzgebiete umfassen insgesamt 85.000 km², verteilt auf zwei Areale mit 17.000 km² im zentralen Bereich und 58.000 km² im Osten des sogenannten pazifischen Manganknollengürtels (Clarion-Clipperton-Zone) sowie ein ca. 10.000 km² großes Gebiet südöstlich von Madagaskar mit hydrothermalen Sulfiderzen (Massivsulfiden). Mit Blick auf die besondere Struktur der für den Tiefseebergbau relevanten deutschen Unternehmenslandschaft, die mehr auf Anlagentechnik und Dienstleistung als auf konkreten Abbau gerichtet ist, ist zu hinterfragen, ob und wie ein fortgesetztes deutsches staatliches Engagement im Tiefseebergbau sinnvoll und gerechtfertigt ist. Zur Klärung dieser Frage ist es nicht nur erforderlich auf die (vorhandenen) technischen Möglichkeiten des industriellen Abbaus zu blicken, sondern es gilt auch volks- und betriebswirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Gemeinsam mit der Fa. Ramboll Deutschland GmbH wollen wir einen Einblick in diese Thematik geben und freuen uns auf Ihre Teilnahme. Folgende Themen erwarten Sie: •• Tiefseebergbau, eine Vision seit den 70iger Jahre – technische Lösungen – regulatorische Entwicklungen (Udo Hahlbrock) •• Heutiger Stand der Technik – Ansätze für erste Projekte (Dr.-Ing. Alexander Mitzlaff) •• Volks- und Betriebswirtschaftliche Aspekte des Tiefseebergbau (Dr.-Ing. Peter Ruland) Wann? Donnerstag, 14.11.2019, 18:00 Uhr Wo? Hamburg Port Authority (HPA), Neuer Wandrahm 4, 20457 Hamburg, Raum 4.5.01 (Kleiner Sitzungssaal) Die Anmeldung erfolgt bis zum 13.11.2019 ausschließlich online unter: www/htg-online.de/ veranstaltungen/ und ist auf eine Teilnehmerzahl von 30 Personen beschränkt. Für HTG Mitglieder ist die Teilnahme kostenlos. Weitere Interessenten sind bei einem Kostenbeitrag von 15,- € herzlich willkommen. Ansprechpartnerin: Bettina Blaume, Telefon: 040/428 47-21 78, E-Mail: service@htg-online.de Anmeldemodalitäten Die angegebenen Preise gelten bei Online-Anmeldung. Bei schriftlicher Anmeldung über die HTG Geschäftsstelle wird eine Bearbeitungsgebühr von 10,00 € berechnet. Jede Anmeldung gilt als verbindlich. Schriftliche Abmeldungen sind kostenfrei möglich bis zum Datum des Anmeldeschlusses. Danach wird die Gebühr vollständig fällig. Jeder Teilnehmer erhält nach Anmeldung eine Rechnung die gleichzeitig Anmeldebestätigung ist. Zahlungsfrist und Bankverbindung entnehmen Sie Ihrer Rechnung. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an. Bei Erreichen der maximalen Teilnehmerzahl schließt das Anmeldeportal automatisch. Für HTG-Jungmitglieder kann eine Förderung aus dem Spendenfonds Goedhart erfolgen. Das Antragsformular kann über die HTG Geschäftsstelle angefordert werden. Ansprechpartnerin: Bettina Blaume, Telefon: 040/428 47-21 78, E-Mail: service@htg-online.de 62 HANSA International Maritime Journal 11 | 2019

Abschlussbericht Auslandsaufenthalt an der University of Ottawa, Kanada, vom 14.09.2018 bis zum 14.08.2019 von Tom Kristian Hoffmann In meinem bisherigen Studienverlauf waren Auslandsaufenthalte immer ein wichtiger und fester Bestandteil der Ausbildung, um über den Tellerrand zu schauen, fachliche und sprachliche Kenntnisse zu erweitern. Nach einem Erasmus in Spanien und zwei Fachexkursionen bzw. Fachkursen nach Indonesien entschied ich mich die Masterarbeit in Ottawa, Kanada, zu schreiben. Als studentische Hilfskraft am Ludwig-Franzius-Institut (LuFI) in Hannover sammelte ich schon seit dem Start des Masterstudiums Erfahrungen in physikalischen Modellversuchen. Diesen Erfahrungsschatz wollte ich neben einer Vertiefung der englischen Sprache in Kanada erweitern. Dank Prof. Nils Goseberg, LWI Braunschweig, und Prof. Torsten Schlurmann, LuFi Hannover, fand ich die Möglichkeit in den hydraulischen Einrichtungen der University of Ottawa unter der Leitung von Dr. Ioan Nistor zu arbeiten. Als visiting student researcher unterstützte ich das Projekt einer PhD-Studentin und konnte ein Teil der Ergebnisse auch in meiner Masterarbeit verwenden. Ohne Kurse, Hausarbeiten oder Klausuren konnte ich meine Zeit zu 100% auf die Zusammenarbeit im Projekt fokussieren. Das Team um Dr. Nistor ist im Bereich der Post-Tsunami Forschung und der resultierenden Schäden der Tsunamis weltweit bekannt. Ich war froh, dass ich unter seiner Betreuung meine fachlichen Kenntnisse vertiefen durfte. Der Fokus des Forschungsvorhabens war der Einfluss des Porenwasserdrucks auf die Entwicklung von Kolken an küstennahen Strukturen. Seitliche Ansicht des Kolks an der quadratischen Struktur abhängig von der Größe und der Geschwindigkeit der gebrochenen Tsunami- Welle, die als Bore vorantrieb, und den Bodenverhältnissen entwickelt sich der Kolk um Strukturen unterschiedlich. Die zwei Ziele der Untersuchungen waren zum einen der Porenwasserdruck, der vom Bodenwassergehalt, von der Wasserhöhe und der Porosität abhängt, und zum anderen der Unterschied zwischen der maximalen Kolktiefe und der finalen Kolktiefe. Die Kolke werden häufig beim Rückfließen des Wassers von Sedimenten wieder gefüllt. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der hereinkommenden Bore wurde mit einer GoPro Kamera ausgewertet und die Anfangswasserhöhe mit einem Wasserpegel gemessen. An der Teststruktur selber befanden sich zwei Wave Sensors, um den Wasserpegel über den Tensiometern (Messung der Saugspannung) zu messen, und zwei Acoustic Doppler Velocimeter (ADV), um die Geschwindigkeit unmittelbar vor der Struktur zu messen. Die eigentliche Herausforderung war, den Porenwasserdruck im Sand an der Struktur zu ermitteln. Die Plexiglas® Struktur wurde mit neun Tensiometern auf der Front und einem auf der Seite ausgestattet. Der Blick auf das Sandbett mit Struktur stromabwärts Die empfindlichen Messgeräte leiteten den hydrostatischen und dynamischen Druck weiter. Aus der zeitlichen Veränderung des Porenwasserdruckes konnte die PhD- Studentin den Gradienten ermitteln, der die Kolk-Rate beeinflusste. Die Theorie hinter dem Porenwasserdruckgradienten basiert auf die Forschungsarbeit von Tonkin et al. (Tsunami scour around a cylinder. Journal of Fluid Mechanics, 496, 165- 192, 2003). Zwei zusätzliche Faktoren, die wir in unserer Arbeit hinzufügten, waren die Bodenwasserverhältnisse und die Neigung des Strandes. Da nach der ersten Tsunamiwelle noch häufig eine weitere Welle folgt, führten wir die Versuche mit jeweils komplett trockenem oder vollgesättigtem Sand durch, um dort die Unterschiede der Kolkentwicklung zu ermitteln. Außerdem fügten wir am Ende der Versuche noch eine Testreihe mit Neigung hinzu, die die Interaktion zwischen der Bore, der Struktur und dem sandigen Strand beeinflusst. Die endgültigen Ergebnisse liegen zum jetzigen Zeitpunkt (Oktober 2019) noch nicht vor, so dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine eindeutige Aussage getroffen werden kann. Diese Ergebnisse werden bei der Aktualisierung des amerikanischen Leitfadens »Minimum Design Loads and Associated Criteria for Buildings and Other Structures (ASCE/SEI 7-16)« herangezogen. Das Parlament in Ottawa Die Zusammenarbeit in der Wasserbauhalle hat mir einen Einblick in ein neues Forschungsfeld und in den Ablauf einer kanadischen Promotion ermöglicht. Zudem habe ich gelernt, dass es in der Forschung häufig Perioden ohne Ergebnisse gibt, die man mit sehr viel Geduld überbrücken muss. Aber es gilt Herausforderungen anzunehmen, Probleme zu lösen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. In einem nächsten Schritt möchte ich ein eigenes Projekt bearbeiten und die komplette Planung und Durchführung übernehmen. Ab Januar 2020 werde ich daher als Research Associate am LuFI meine Promotion beginnen. Neben den zeitaufwendigen Forschungsarbeiten konnte ich dennoch ein Teil der Zeit zum Reisen nutzen. Im März besuchte ich gemeinsam mit Dr. Nistor einen Workshop in Vancouver an der kanadischen Westküste. Dort wurden zukünftige Möglichkeiten der Nutzung intelligenter und nachhaltiger Infrastrukturen diskutiert. Ich nutze die Zeit aber auch, um die Stadt und die Wintersport-Metropole Whistler zu erkunden. An den Wochenenden konnte ich zudem die Niagarafälle, den umliegenden Nationalpark Gatineau und die Städte Montreal und Toronto besuchen. Zum Schluss meines Auslandsaufenthaltes fuhr ich mit dem Auto die Ostküste entlang. Traumhafte Landschaften, wilde Tiere in der unberührten Natur und an jeder Ecke freundliche und zuvorkommende Kanadier, die immer für Fremde offen sind. Der goldene Herbst auf dem Campus Dank der finanziellen Unterstützung der HTG und eines PROMOS Stipendiums konnte ich mich fachlich und persönlich weiterentwickeln. Besonders der Wunsch zu promovieren hat sich während meiner Zeit in Kanada gefestigt. Ich bedanke mich bei der HTG für die Unterstützung und bei allen anderen, die mir den Auslandsaufenthalt in Ottawa ermöglicht haben. © Tom Kristian Hoffmann HANSA International Maritime Journal 11 | 2019 63

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