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HANSA 10-2021

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OFFSHORE

OFFSHORE US-Offshore-Verband zieht in den Kampf Das amerikanische Gesetz zum Schutz der heimischen maritimen Industrie, der »Jones Act«, wird zunehmend umgangen, beklagt ein nationaler Branchenverband. Mit einem Spezialschiff, Drohnen und Überwachungstechnik sollen die Verstöße aufgedeckt werden Mit der Dokumentation der Verstöße gegen den Jones Act will die Offshore Marine Service Association (OM- SA) auf das Problem aufmerksam machen und Behörden und Politik zum Handeln zwingen. Mit Hilfe eines eigenen Schiffs will man Video- und Fotobeweise sammeln, die dann den Behörden vorgelegt und veröffentlicht werden. Die OMSA repräsentiert rund 140 Mitgliedsunternehmen, darunter etwa 60 Firmen, die Offshore-Service-Schiffe besitzen und betreiben. Der Jones Act schreibt unter anderem vor, dass Seefracht, die zwischen zwei Punkten in den USA verschifft wird, von Schiffen befördert werden muss, die in den USA gebaut wurden, über eine US-Besatzung verfügen und in amerikanischem Besitz sind. Die OMSA kritisiert, dass vor allem die Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) »Dutzende von Schlupflochanträgen« ausländischer Schiffseigner genehmigt. »Einmal genehmigt, werden diese Schlupflöcher immer wieder von anderen Schiffen ausgenutzt«, beklagt die OMSA. Insbesondere ausländische Schiffe in Offshore-Energieprojekten stehen im Fokus. Mit Hilfe des Schiffs »Jones Act Enforcer« will man nun Beweise vorlegen, die zeigen, dass Schiffe unter ausländischer Flagge gegen US-Gesetze verstoßen, indem sie Waren zwischen Punkten in den USA transportieren und ihre deutlich niedrigeren Besatzungskosten nutzen, um amerikanische Schiffe und amerikanische Arbeiter zu unterbieten. Das kleine Offshore-Service-Schiff hat die OMSA in grauer Farbe nach Art eines Kriegsschiffs angestrichen und mit Foto- und Videotechnik sowie mit einer Drohne ausgestattet. »Jones Act ist sehr einfach« »Der Jones Act ist sehr einfach: Wenn ein ausländisches Schiff an einem Punkt in den Vereinigten Staaten Fracht aufnimmt und sie zu einem anderen Punkt bringt, hat es das Gesetz gebrochen. Ausländischen Schiffen ist es lange Zeit gelungen, bei dem Thema Verwirrung zu stiften. Jetzt werden wir ein grelles Scheinwerferlicht auf ihre Handlungen werfen und jedem zeigen, wie viele ausländische Schiffer den US-Schiffsleuten Geld aus der Tasche ziehen«, erklärt Aaron Smith, OMSA Präsident und CEO. Den ersten Verstoß deckte die OMSA allerdings nicht von Bord der »Jones Act Enforcer« aus auf. Stattdessen wertete man Social-Media Beiträge aus, in denen es um die Arbeit des in China gebauten und unter Vanuatu-Flagge fahrenden Kranschiffes »Epic Hedron« ging. Der Vorwurf lautet, mit dem Schiff seien Fundamentteile von Ölplattformen durch den Golf von Mexiko transportiert worden. Dabei hatte das Kranschiff die Teile nicht an Bord geladen – eigentlich hätten sie laut Jones Act auf eines amerikanisch geflaggte Barge geladen werden müssen – sondern beförderte sie am Haken in der Luft hängend. Den US- Behörden wird vorgeworfen, dass das Schiff auch im Hinblick auf in der Vergangenheit festgestellte Mängel – Einleiten von verschmutztem Wasser und Ballastwasser, abgeschaltetes AIS – nicht genau genug unter die Lupe genommen worden sei. fs © OMSA 70 HANSA – International Maritime Journal 10 | 2021

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