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HANSA 09-2021

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VERSICHERUNGEN |

VERSICHERUNGEN | INSURANCE Planungen für digitale Versicherungsbörse schreiten voran Der Trägerverein der Hamburger Versicherungsbörse (HVB) hat die Entwicklung eines digitalen Marktplatzes für die Transportversicherung während der Pandemie weiter vorangetrieben. Von Michael Hollmann Auf der jüngsten Mitgliederversammlung wurden die nächsten Ziele abgesteckt. Wie die Vereinsvorsitzende Svenja Richartz, Geschäftsführerin des Assekuradeurs Mund & Fester, erklärt, soll bis Ende des Jahres ein Business-Plan vorliegen. Für die Ausarbeitung des Finanzierungskonzepts, das als nächstes an die Reihe kommt, gebe es schon eine Reihe von Überlegungen. So werde geprüft, ob für den Aufbau der digitalen Versicherungsbörse Start-up-Fördermittel des Hamburger Senats eingeworben werden könnten. Für die technische Umsetzung sucht die HVB nach Partnern und bestehenden Software- Lösungen, die sich für die digitale Börse nutzen lassen. »Dann könnte alles ganz schnell gehen«, so Richartz. Idealerweise werde die neue Plattform ein virtuelles Spiegelbild der früheren Versicherungsbörse sein, an der seit dem 16. Jahrhundert vor allem Deckungen für Transportrisiken gehandelt wurden. Richartz zufolge prüft der Verein aktuell, ob die neue Plattform als »hanseatische Börse« standortübergreifend konzipiert werden soll. Zum Mitgliederkreis gehören bislang 58 Hamburger Unternehmen. Ein positives Fazit zog die HVB zur seit über einem Jahr laufenden Kooperation für Aus- und Fortbildung mit dem Berufsbildungswerk der Versicherungswirtschaft Hamburg (BWV). Inzwischen seien neun Webinare mit insgesamt 800 Teilnehmern durchgeführt worden. Zudem laufen in Kürze überbetriebliche Seminare zur Transportversicherung für angehende Versicherungskaufleute an. Auch ein Weiterbildungslehrgang werde gemeinsam vom BWV und der HBV geplant. CAMPBELL JOHNSTON CLARK BEKOMMT ZUSCHLAG Shipowners’ Club stößt Consulting-Arm ab Während andere P&I Clubs eher Unternehmen hinzukaufen und ihr Geschäftsmodell ausweiten, trennt sich der Shipowners’ Club – kleinster Verein innerhalb der International Group – von seiner Beratungsfirma CTRL Marine Solutions. Die Tochtergesellschaft wird an die britische Kanzlei Campbell Johnston Clark (CJC) veräußert. CTRL bietet mit einem kleinen Team von Juristen Unterstützung bei der Schadenbearbeitung »Dann könnte alles ganz schnell gehen« Svenja Richartz, Geschäftsführerin des Assekuradeurs Mund & Fester und Vorsitzende HVB und Rechtsberatung für Mitglieder des Shipowners’ Club an. Der Service ist Teil der P&I-Deckung des Clubs und soll trotz dem Eigentumswechsel aufrechterhalten werden. Mitglieder hätten auch weiterhin Anspruch auf zwei Stunden kostenlose juristische Beratung durch CTRL. Dank der internationalen Ausrichtung von CJC könne der Service künftig neben englischem Recht auch für andere Jurisdiktionen angeboten werden, kündigt Shipowners’ an. mph WARENTRANSPORTSEGMENT »Ever Given«-Havarie treibt Prämien hoch Nach dem Seekaskomarkt erlebt auch die Warentransportversicherung eine beschleunigte »Durchhärtung«. Darauf weist der Versicherungsmakler Aon in seinem Marktreport 2021 ein. Neben der Ungewissheit über die Pandemiefolgen und Cyber-Gefahren habe die Havarie des Großcontainerschiffs »Ever Given« die Versicherer in Alarmstimmung versetzt. »Der Ausblick für den Kunden ist negativ – der Käufermarkt wandelt sich vollständig zum Verkäufermarkt«, konstatiert Aon. Die Transportversicherer gäben sich nicht mehr mit klassischen Vertragsverhandlungen über die Prämienhöhe zufrieden, sondern griffen zunehmend in die »Qualität« der Deckung ein. Zunehmend hielten Ausschlussklauseln für Cyber- und Infektionsrisiken Einzug, die den Versicherungsschutz einschränken und den Versicherern die Ablehnung von Schäden ermöglichten. Die Strandung der »Ever Given« mit über 18.000 TEU Ladung Ende März im Suezkanal habe für große Unruhe unter den Versicherern gesorgt, nachdem die Verläufe in der Transportsparte bereits über Jahre schlecht gewesen seien, so Aon. Offizielle Schätzungen zur Schadenhöhe im Fall der »Ever Given« liegen bislang nicht vor. Das Schiff war Ende Juli mit dreieinhalb Monaten Verspätung in Rotterdam eingetroffen. Insider schätzen, dass bis zu 3.000 TEU Frachtgut von Kunden »abandoniert« – also zurückgewiesen – werden könnte. Hinzukämen noch Verluste von verderblichem Frachtgut. mph 14 HANSA – International Maritime Journal 09 | 2021

VERSICHERUNGEN | INSURANCE 1 5 4 3 6 2 Havariechronik 1 2 3 4 5 6 Datum Ereignis 25.07. Auf Grund gelaufen 25.07. Stabilitätsverlust | 4 Vermisste 29.07. Untergang 29.07. Drohnen-Angriff | 2 Tote 12.08. Auf Grund | in 2 Teile zerbrochen 14.08. Kollision mit Fischerboot | 2 Tote Ort Eilean Trodday | Isle of Skye Nähe Guangdong Golf von Kachchh Oman Nähe Hachinohe Golf von Tonkin Schiff BBC Marmara Sheng Ping 001 Suvari H Mercer Street Crimson Polaris Green Pacific Type General Cargo Offshore Support General Cargo Produktentanker Holzpelletfrachter General Cargo dwt 6.203 1.604 9.454 49.992 49.549 15.210 Flagge Portugal China Gabun Liberia Panama Vietnam Haftpflicht Reise West of England Foynes | Scrabster West of England Offshore-Windpark London P&I Kandla | Bosasso UK P&I Dar es Salaam | Fudschaira Japan P&I Sri Racha | Hachinohe West of England Hai Phong | Quy Nhon Den kompletten Überblick zu allen aktuellen Havarien gibt es unter www.hansa-online.de/havariechronik/ BELADUNG VON BULKERN UND MPP-SCHIFFEN MIT CONTAINERN P&I-Versicherer warnen vor Container-Risiken Der zunehmende Einsatz von Bulkern und Mehrzweckfrachtern in Containerverkehren stößt bei Versicherern auf Vorbehalte. Schiffseigner müssten umfangreiche Sicherheitschecklisten abarbeiten und gegebenenfalls Nachrüstungen vornehmen, bevor sie ihre Frachter an Container-Carrier verchartern. Darauf weisen zwei große P&I-Versicherer – Steamship Mutual und West of England – in Rundschreiben hin. Ersterer verweist auf den Fall eines Bulk Carriers, bei dem es zu Problemen kam. Das Schiff, dessen Identität nicht preisgegeben wird, musste seine Reise nach dem Einsturz eines Container-Stapels unter Deck abbrechen und zum Ladehafen umkehren, heißt es. Grundvoraussetzung für Charter-Einsätze in der Containerschifffahrt seien klassifikatorisch geprüfte Stau- und Ladungssicherungspläne für Container, entsprechende Flaggenzertifikate, Vorrichtungen und Laschmaterial für Container sowie die nötige Software für den Ladungsrechner. Außerdem müsse das Sicherheitsmanagement an Bord auf den Containerbetrieb ausgedehnt und zertifiziert werden. Damit weiter Versicherungsschutz gewährleistet ist, müssten die Schiffsversicherer rechtzeitig unterrichtet werden, unterstreichen Steamship Mutual und West of England. Hintergrund: Wegen der akuten Tonnageengpässe in der Containerschifffahrt chartern diverse Container-Carrier und auch Speditionen inzwischen regelmäßig konventionelle Trockenfrachtschiffe zur Verstärkung ein. mph +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm HKVA: Der Bremer Assekuradeur Hanseatische Kasko-Versicherungsagentur hat den Schadensexperten Karl Ernst Bergmann als Head of Claims angeworben. Bergmann kommt von Willis Towers Watson in Bremen, wo er seit 2012 als Claims Advocate Key Accounts tätig war. Bei der HKVA ersetzt Bergmann Mateusz Labudda. +++ Gutes Halbjahr für in England: Spezialversicherer Beazley schreibt per Ende Juni 167 Mio. $ Gewinn (Vorjahr: –14 Mio. GBP). Bruttoprämienvolumen bei »Marine« wächst dank steigender Preise um 10 % auf 194 Mio. $, Segmentgewinn steigt auf 43 Mio. $. Wettbewerber Brit verdient 204 Mio. $ netto, nach –227 Mio. $ im Vorjahr. Neue Deckung für Kriegsrisiken in der Schifffahrt (»Keel«) im Juni gut angelaufen. +++ Hannover Rück bei Transportversicherung über Plan: »Aviation and Marine« im ersten Halbjahr mit kombinierter Schaden-Kostenquote von 91,4% – deutlich besser als erwartet. +++ Skuld-Rating bestätigt: Standard & Poor’s erneuert Bonitätsnote »A« mit stabilem Ausblick. LEUTE, LEUTE: Pandi Marine Insurance: Simon Rader (Ex-Willis Towers Watson) als neuen Key Account Manager eingestellt +++ OWL Marine Insurance Brokers: Kai Teschemacher (Ex-Junge & Co.) neu im Team als Senior Broker +++ Britannia P&I/Tindall Riley: Richard Heppel (Ex-Neon) zum Chief Financial Officer ernannt. +++ Miller: Ron Whyte (Ex-Willis Towers Watson) heuert als Head of Strategic Development an. HANSA – International Maritime Journal 09 | 2021 15

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