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HANSA 08-2018

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Schiffstechnik | Ship

Schiffstechnik | Ship Technology »Während in China die Auslastung der Reparaturwerften im ersten Halbjahr 2018 etwa 10% unter dem Niveau von 2017 liegt, sind andere Werften meist aufgrund ihres Standortes bereits bis in den September ausgelastet«, sagt Christof Gross von Germania. Aufgrund der vielen anstehenden Regularien könnten gegen Ende 2018 und für 2019 gerade für große Schiffe die Dockplätze knapp werden. Die gute Buchungssituation in Europa mit Aufwärtstrend führt Birk Fleischer unter anderem auf die guten Raten im Feeder-Geschäft zurück. Gedockt würden vor allem Feeder-Schiffe und ganz große Frachter, im mittleren Segment gebe es aber wenig Geld. So beobachtete man auch bei Zoepffel & Schneider eine gute Auslastung der Werften, egal ob in Europa, in Asien oder in der Karibik. Der Konkurrenzdruck ist hoch, die meisten können sich aber offenbar halten. »Wir können nicht sehen, dass die Konsolidierungen bislang zum großen Abbau von Reparaturkapazitäten geführt haben. Es gibt sicherlich viele Neubauwerften, die geschlossen wurden oder sich kurzfristig in der Reparatur versuchen. Aber von den renommierten, traditionellen Reparaturwerften, die lange am Markt sind, ist bislang noch keine zugemacht worden«, sagt Christian Schneider. Birk Fleischer zufolge werden Ausfälle von Reparaturwerften infolge von Pleiten zudem durch Neubauwerften aufgefangen, die ihre Kapazitäten im Repair- Markt anbieten. Eine Konsolidierung finde daher kaum statt. Wegen des hohen Kostendrucks sei es schwer, erhöhte Margen durchzusetzen, nur die renommiertesten Werften könnten das. Foto: Selzer Preiskampf geht weiter In der Türkei hatte es in den Jahren zuvor eine regelrechte Rabattschlacht gegeben, bis wieder Versuche unternommen wurden, die Margen nach oben zu bringen. Allerdings sei der Preiskampf noch immer in vollem Gange, so Fleischer. Es seien größere Docks in der Türkei und in China verfügbar, die bräuchten mehr Tonnage, um die Betriebskosten zu decken. Die politische Situation in der Türkei sei nur für wenige Reeder relevant bei der Entscheidung für oder gegen eine Werft. Bulgarien sei zwar eine Alternative innerhalb der EU – das erleichtert beispielsweise Ersatzteillieferungen – biete aber wenig Kapazität. Christian Schneider berichtet, dass es gerade in der Türkei kein stabiles Preisniveau gibt. »In den vergangenen Wochen waren die türkischen Werften komplett überfüllt, haben reihenweise Schiffe abgelehnt, verspätet zurückgeliefert und auch keine großen Rabatte gegeben. Momentan leeren die Werften sich wieder und der türkische Basar ist im wahrsten Sinne des Wortes eröffnet.« Obwohl der Preiskampf zwischen den Werften nach wie vor sehr groß ist, beobachtet man bei Peter Gast Shipping, dass Kunden am deutschen Markt doch wieder vermehrt auf die Qualität und den Ruf der Werften achten, speziell bei anspruchsvolleren Projekten. Das führt man darauf zurück, dass sich im Container-Feeder-Segment und im Bulker-Bereich die Märkte bereits konsolidiert haben. »Die Performance der Schiffe muss 68 HANSA International Maritime Journal – 155. Jahrgang – 2018 – Nr. 8

Schiffstechnik | Ship Technology durch die Reedereien gewährleistet sein. Dies führt dazu, dass hier verstärkt Werften mit guter Qualität und Termintreue ausgewählt werde«, so die PGS-Broker. Ein Trend, den Birk Fleischer von CET beobachtet, ist die »Gläserne Dockung«. Hierbei würden alle Kosten, auch die kleinsten, erfasst und an Investoren transparent gemeldet – am besten jeden Tag. »Da Banken und Investoren aber wenig Fachwissen haben, ergeben sich schlussendlich sinnlose Aufwände, da die Entscheider mit den Daten wenig anfangen können«, sagt Fleischer. Der Vergleich von Dockungen nur auf Basis von Zahlen (wie lange, wie teuer) ohne technische und organisatorische Hintergründe sei schwierig. Vielmehr sollte ein sinnvoller Vergleich erzeugt werden. »Die von den Banken beauftragten Gutachter agieren im Markt nach ›Gutsherrenart‹ da an ihren Meinungen die Banken das Geld festmachen. Das erschwert die praktische Arbeit enorm«, so Fleischer. Die Banken sollten stattdessen inhouse Wissen aufbauen. Ausblick: vorsichtig positiv Günstige Alternative innerhalb der EU – aber mit wenig Kapazität: Bulgarien Please visit us at SMM 2018 Hall B3.EG, Booth 101 BUREAU VERITAS SA Zweigniederlassung Hamburg Marine Department »Soweit wir das von den Werften hören, lässt die Anfrage- und Buchungswelle derzeit nicht nach. Vom deutschen Markt sind dieses Jahr eher weniger Dockungen geplant, aber das war abzusehen, weil die meisten Schiffe 2015 gedockt oder auf EDD umgestellt haben«, so Schneider. Genau deshalb erwartet er aus dem deutschen Markt 2019 viele Dockungen und noch mehr 2020 – vorausgesetzt, die Banken tätigen diese Investments noch und stoßen die Schiffe nicht vor der Dockung ab. Der aktuelle Chartermarkt sorge für steigende Schiffswerte, die eine Veräußerung für die ohnehin angeschlagenen Banken interessant machen. Bei PGS schaut man auch auf die Anzahl der Neubauten, die vor fünf, zehn und 15 Jahren an deutsche Reedereien abgeliefert wurden und die in den kommenden Jahren ins Dock müssen. Birk Fleischer vermutet, dass das Niveau insgesamt niedrig bleiben wird. »Deutschland ist als Kunde der Werften weit nach hinten gefallen und verliert weiter – wenig Umsatz, schlechte Zahlungsmoral, hohe Rabatte – welche Werft will das schon, wenn man auch anderes bekommen kann«, fragt der CET-Chef. Reeder aus Griechenland, Singapur, Hong Kong oder Zypern seien jetzt mit deutlich mehr Reparaturvolumen und Geld im Markt und würden daher von Werften bevorzugt. Dennoch sieht er nicht nur Schatten: »Der Lichtstreif ist am Horizont, aber bis der Morgen kommt, holen die Wölfe noch einige Schafe.« n Veritaskai 1, 21079 Hamburg Tel.: +49 40 23625-0 Fax: +49 40 2 36 25-620 E-Mail: ger_cha@de.bureauveritas.com Visit us on: www.bureauveritas.de www.veristar.com Foto: Odessos Shipyard HANSA International Maritime Journal – 155. Jahrgang – 2018 – Nr. 8 69

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