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HANSA 07-2021

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SCHIFFSTECHNIK | SHIP

SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY »Driever« ersetzt die 1955 und 1985 gebauten »Leda« und »Leer« © WSV Moderner Neubau für WSA Ems-Nordsee Nach der Überführung von der Schiffswerft Hermann Barthel in Derben zum Heimathafen Leer hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee den Neubau des Arbeits- und Aufsichtsschiffes »Driever« in Dienst gestellt Dieser Neubau ersetzt die in den Jahren 1955 und 1985 gebauten Motorschiffe »Leda« und »Leer«. Der Auftrag für den Bau und die betriebsfertige Lieferung des Arbeits- und Aufsichtsschiffes wurde nach EU-weitem, offenen Vergabeverfahren an die Schiffswerft Hermann Barthel in Derben erteilt. Planung, Entwurf und Spezifikation sowie die Abwicklung der »Driever« wurden durch die Fachstelle Maschinenwesen Nord (FMN) in Rendsburg durchgeführt. Sie ist als technische Fachbehörde im Bereich der Generaldirektionen Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) für Schiffsneubaumaßnahmen für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter (WSA) an der Küste zuständig. Entwurf & Konstruktion Die wesentlichen Betriebs- und Konstruktionsanforderungen an einen Neubau resultieren grundsätzlich aus der Aufgabenstellung heraus (siehe S. 66: »Das WSA Ems-Nordsee«) und dem betrieblichen Anforderungsprofil. Gleichermaßen basiert der Entwurf des Schiffes auf dem Design der Vergleichsschiffe »Weserland« (Baujahr 2007) und »Weserplate« (2011), die für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser- Jade-Nordsee bislang erfolgreich im Einsatz sind. Für eine aufgabengerechte Ausstattung sollte der Neubau unter anderem ein Hebezeug für die Bergung kleiner Schifffahrtshindernisse, eine Schubeinrichtung mit möglichst schneller Verspannmöglichkeit zum Koppeln einer Schute, sowie eine Landeklappe inklusive ausreichend freier Decksfläche für den Transport vom Baumaterial und Baumaschinen beinhalten. Darüber hinaus wurde aufgrund der Durchfahrtshöhen der festen Brücken auf der Leda und dem Ems-Seitenkanal die Fixpunkthöhe der Aufbauten des Neubaus auf 4,40 m begrenzt. Für ein optimiertes Manövrieren auf engstem Raum war eine Bugsteuereinrichtung vorzusehen. 64 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2021

SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY Die Schiffsform der »Driever« ist zweckmäßig und einfach gehalten, der Kasko als Multiknickspant-Konstruktion robust in Querspantbauweise mit eingezogenen Längsbändern ausgesteift. Zum Schutz gegen Beschädigungen bei Grundberührungen wurde die Verbindung Boden/Kimm und Kimm/Seite auf der gesamten Länge durch eingeschweißte Rundstähle verstärkt, zum Schutz der Ruderpropeller ist eine stabile Rohrbügelkonstruktion vorgesehen. Das Deck wurde komplett rutschsicher aus Tränenblech gefertigt, eine leichte Bucht sorgt für schnell ablaufendes, übergekommenes Wasser. Aus gewichtsreduzierenden Gründen sind die Aufbauten und das Steuerhaus komplett aus Aluminium gefertigt und mittels Schweißverbinder mit dem Deck verbunden. Die Einrichtung des Schiffes ist für eine Besatzung von zwei Personen im Tagesbetrieb ausgelegt. Vorhanden sind ein Aufenthaltsraum mit Sitzgelegenheiten für insgesamt fünf Personen sowie ein Sanitär- und WC-Raum. Storeräume sind im vorderen Bereich der Aufbauten angeordnet, hier befindet sich auch der Niedergang zum Maschinenraum. Weiterhin ist das Fahrzeug durch ein optimiertes Ruderhaus mit Haupt- und Nebenfahrstand, das eine maximale Rundumsicht bietet, und einem rund 40 m2 freien Arbeitsdeck gekennzeichnet. Für die Durchführung der Kranarbeiten befindet sich auf dem Arbeitsdeck an der Steuerbord-Seite ein vollhydraulischer Teleskop-Faltkran der Firma MKG, Typ HMC 291 HP, Nutzlast Abstract: State-of-the art new building for Ems-Nordsee authority After the transfer from the Hermann Barthel shipyard in Derben to its home port of Leer, the Ems-Nordsee Waterways and Shipping Authority has put the new work boat and monitoring vessel »Driever« into service. This new construction replaces the motor vessels »Leda« and »Leer« built in 1955 and 1985. SWL 2,4 t mit einer maximalen Ausladung von 12 m. Durch eine durchgeführte Baumusterprüfung gemäß MRL 2006/42/EG ist unter anderem auch der Einsatz eines Hubarbeitskorbes möglich. Um die vorgeschriebene Fixpunkthöhe sicherzustellen, wurde der Signalmast und Antennenträger hydraulisch klappbar ausgeführt. Antrieb & Betrieb Zum Herstellen einer Schubeinheit sind zwei Koppelschlosszylinder der Firma Kühn mit einer Haltekraft von 615 kN und einem Zylinderhub von 210 mm vorgesehen, je Koppelschloss sorgt eine direkt darüber angeordnete wasserdicht ausgeführte Kamera für einen sicheren Koppelvorgang. Leistungsstark und flexibel manövriert das Arbeitsschiff beim Schieben der Schuten und insbesondere bei Kranarbeiten mit einem sogenannten »Mannkorb« an Bauwerken. Hierfür ist die »Driever« mit zwei Ruderpropelleranlagen (Schottel, Typ SRP 100 FP) und einem Pumpjet (Typ SPJ 22) als Bugmanövrierhilfe ausgestattet. Die beiden Ruderpropeller (Heckeinbau in Schubausführung) werden jeweils von einem Dieselmotor der Firma Volvo-Penta (Typ D9) über eine Wellenanlage und Schaltkupplung angetrieben. Der Pumpjet wiederum erhält seine Antriebsleistung (99 kW) über einen direkt angeflanschten E-Motor. Die dafür erforderliche elektrische Leistung liefern zwei Generatoraggregate, die jeweils von einem Hilfsdieselmotor der Firma Deutz (Typ BF6M1013MC) angetrieben werden. Hydraulische Verbraucher Die beiden Hilfsdieselmotoren gewährleisten nicht nur die gesamte elektrische Energieversorgung an Bord, sondern sind darüber hinaus mit jeweils einer Hydraulikpumpe – eine Axialkolbenpumpe der Firma Rexroth – ausgerüstet, um die Kran- und Zentralhydraulik zu versorgen. Jede Hydraulikpumpe mit »Load-Sensing«-System kann nach Bedarf über eine am Hilfsdieselmotor angeflanschte, elektrisch schaltbare Kupplung wahlweise die Kran- und Zentralhydraulik des Arbeitsschiffes versorgen, in der Leistungsauslegung wurde auf eine entsprechende Redundanz sowie einen wechselseitigen Betrieb der Hilfsdieselmotoren geachtet. Technische Daten »Driever« Hauptabmessungen Länge ü.a. ................................................................................ 21 m Breite ü.a. .................................................................................. 6 m Tiefgang in CWL ................................................................ 1,28 m Fixpunkthöhe (bei Tg=0,95 m) .......................................... 4,4 m 3 Verdrängung ....................................................................... 120 m Geschwindigkeit min. ..................................................... 15 km/h Geschwindigkeit im Schubverband min. ..................... 13 km/h Tanks Brennstoff ............................................................................ 6.500 l Trinkwasser ......................................................................... 1.000 l Fäkalien ................................................................................ 2.000 l Schmutzöl ............................................................................... 500 l Bilgenwasser ........................................................................... 500 l Schmieröl ................................................................................ 200 l Konstruktion Schiffskörper .......................................................................... Stahl Deckshaus .................................................................. Aluminium Haupt- und Hilfsmaschinen Hauptmotoren ................................................... Volvo-Penta, D9 Antriebsleistung ............................ 2 x 221 kW bei 1800 U/min Vortrieb ..................... 2 x Schottel- Ruderpropeller SRP 100 FP Hilfsaggregat ...................................... 2 x Deutz Dieselaggregate Typ BF6M1013MC (139 kW bei 1500 U/min) Bugmanövrierhilfe ......................... 1 x Schottel Pumpjet SPJ 22 (99 kW bei 2172 U/min) Klassifikation ....................................... DNV GL + 1A IN(0,6) Z Fahrtzulassung ................. Technische Zulassung zum Verkehr auf BWStr der Zone 2 und 2-Binnen Besatzung ..................................................................... 2 Personen HANSA – International Maritime Journal 07 | 2021 65

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