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HANSA 07-2020

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Häfen | Ports 2018

Häfen | Ports 2018 Car-Carrier-Häfen mit Corona-Kater Geringere Verkaufszahlen, Produktionsausfälle, weniger Komponenten – die Autohäfen leiden gemeinsam mit der Autoindustrie unter der Coronakrise. Im Moment scheint nur eines sicher: dass 2020 kein gutes Jahr mehr wird Zum Glück seien die Exportrelationen durch die Covid-19-Pandemie zum größten Teil nicht mehr geschlossen, so dass Exporte und Importe wieder wie gehabt abgewickelt würden, heißt es vom Hafen Emden. Allerdings sei das Umschlagvolumen weiterhin auf einem geringem Niveau von weniger als 50% des Vorjahres. Auf die ursprünglichen Prognosen für Gesamtjahr bezogen, erwarten die Unternehmen durch den Lockdown, den damit verbundenen Fertigungsstopps sowie dem sanften Wiederanlauf sogar einen Volumeneinbruch um mindestens ein Drittel. »Wir gehen davon aus, dass sich der Weltmarkt wieder ein wenig stabilisiert, jedoch sind die bisherigen Verluste in 2020 nicht mehr zu kompensieren«, heißt es auf Anfrage der HANSA. Zum Ende des laufenden Jahres hofft man, monatlich wieder über 75% des Vorjahresvolumens zu erreichen. Man ist zuversichtlich, dass die langjährige Beziehung zum Kunden Volkswagen »wie gehabt« weiterläuft. Für den Nordseestandort Cuxhaven erklärt Oliver Fuhljahn, Head of Automobile Logistics beim Hafenbetreiber Cuxport, die dortige Hafengemeinschaft habe schnell und flexibel auf die Reduzierungen und auch den Shutdown in einigen Märkten, insbesondere in Großbritannien, reagiert. »So ist Cuxhaven weiterhin ein wichtiger Anlaufpunkt für Transporte. Die Abfertigung der Schiffe und die landseitigen Umschlagaktivitäten werden aktiv mit allen Beteiligten abgestimmt und flexibel durchgeführt. Das Charter- und das schnelle Umschlaggeschäft bei den Shortsea-Verkehren sind dem Lagergeschäft gewichen.« Verhaltener Optimismus Derzeit sei man »verhalten optimistisch«. Grund ist, dass die teilweisen Produktionsstopps in der Automobilindustrie mittlerweile aufgehoben sind und Produktionsmengen langsam wieder in die Märkte versandt werden. »Die Mengenentwicklung hängt jedoch von der Öffnung der Märkte, für Cuxhaven insbesondere in Großbritannien und Skandinavien, ab«, sagt Fuhjahn. Bei Cuxport erwartet man frühestens zum vierten Quartal eine Erholung. Aktuell geht man auch nicht von einer Verlagerung von Ladungsströmen in andere Häfen nach dem Abklingen der Pandemie aus. Eine Abwanderung sei momentan nicht zu erkennen, so Fuhljahn. »Wir gehen davon aus, dass Ladungsrückgange und entsprechend geringere Verschif- 54 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2020

Häfen | Ports 2020 Volle Aufstellflächen 2018, lichte Reihen 2020 – in Bremerhaven zeigt sich die Corona-Flaute in den Auto-Häfen © Wolfhardt Scheer fungskapazitäten bei Erholung der Märkte wieder über Cuxhaven laufen werden.« In den bremischen Häfen ist der Fahrzeugumschlag im ersten Quartal 2020 um 15,8% auf 455.000 Einheiten zurückgegangen, wobei aber der Gesamtumschlag zulegte. Im Ergebnis des zweiten Quartals könnte sich die Coronakrise deutlicher in den Hafenzahlen widerspiegeln, teilte der Terminalbetreiber BLG mit. Im Jahr zuvor war das Autoumschlaggeschäft in Bremerhaven mit einem Umsatzplus von 9% stark gewachsen. In Antwerpen kamen aufgrund der fehlenden Produktion in der Automobilindustrie die Importe von Neuwagen aus Asien und die Exporte europäischer Autos zum Erliegen. Auch der Gebrauchtwagenmarkt brach nach Angaben von Port of Antwerp fast vollständig weg. Infolgedessen ging das gesamte RoRo-Volumen im Zeitraum Januar-April um 16,2% zurück. »Betrachtet man speziell die Autos, so wurden in diesem Zeitraum insgesamt 426.618 Autos (Import 178.756, Export 247.862) umgeschlagen, das sind -28,9% im Vergleich zu 2019«, erklärt der Hafenbetreiber. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es unmöglich, die endgültigen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und damit auch auf das durch den Hafen von Antwerpen beförderte RoRo-Volumen vorherzusagen. Viel werde davon abhängen, wie schnell die Automobilindustrie wieder anspringen und das Vertrauen der Verbraucher zurückgewinnen könne. Zunächst werden aber wohl in der Bilanz des zweiten Quartals die Corona-Effekte deutlich werden. Einbruch auch in Zeebrugge In Zeebrugge wurden in den ersten drei Monaten des Jahres insgesamt 660.134 Neuwagen umgeschlagen. Das ist ein Rückgang von 15,6% im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Der Rückgang wird zumindest teilweise auf die Covid- 19-Krise zurückgeführt, da viele Automobilhersteller ihre Produktion im März eingestellt hätten. Auch die Tätigkeit der Werkstätten und Händler sei zurückgegangen, sodass die Nachfrage nach Neuwagen praktisch zum Stillstand gekommen sei, heißt es. Auch im schwedischen Hafen Göteborg ist der Fahrzeugumschlag durch die Auswirkungen der Pandemie beeinträchtigt, es gibt es allerdings Anzeichen für eine Erholung. Für den Fahrzeugumschlag in Göteborg sind die Terminalbetreiber Logent Ports and Terminals, Stena Line und Göteborg RoRo Terminal zuständig. Die Volvo-Unternehmen sind die größten Kunden, sowohl für Exporte als auch Abstract: Car ports with COVID-19 hangover Decreasing car sales and production shutdowns in the automotive industry have hit car carriers and thus ports. All major European auto ports are reporting a slowdown or even a standstill due to the corona virus, new vehicles, use carrs as well as components are being affected by the situation. However, the port operators are expecting an improvement in the second half of the year and some are already reporting signs of recovery as the lockdown in China and other parts of the world is easing. The ports expect their relationships with car makers to last and to revive after the pandemic. Some use their spaces not utilized by car handling for other goods, in other ports cars are piling up. The only thing certain at the moment seems to be that 2020 won’t turn out a good year by the end. HANSA – International Maritime Journal 07 | 2020 55

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