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HANSA 07-2019

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Häfen | Ports Bei der

Häfen | Ports Bei der Erweiterung des ICO-Terminals in Zeebrugge steht die Umweltschonung im Fokus © ICOTerminals International Car Operators (ICO), Tochter der NYK Line, und Antwerp Euroterminal sind die beiden größten Autoumschlageinrichtungen. Beide befinden sich im neuen Hafenteil am linken Scheldeufer. Dort wurde 2016 die Kieldrechtschleuse in Betrieb genommen, mit einer Länge von 500 m und einer Breite von 68 m die größte der Welt. Ergänzt wird das Angebot durch Sallaum Terminals im älteren Hafenteil. Ein Hauptkunde ist die Reederei Grimaldi. Schiffe von Eukor, Hyundai Glovis, Höegh Autoliners, American Roll- On-Roll-Off Carrier (ARC), ACL, K-Line, NYK, MOL, Wallenius-SOL steuern ebenfalls häufig den Hafen an. Hautsächlich werden Fahrzeuge der Marken Mazda, Ford, Fiat und Opel umgeschlagen. Die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle auf den Autoumschlag hätten insgesamt negative Auswirkungen auf die weltweite Schifffahrt, so Port of Antwerp. Da sich der PMI (Purchasing Managers’ Index) der Automobilindustrie bereits an seinem bisher tiefsten Punkt befinde, könnten zusätzliche Besteuerungen den Effekt noch verstärken, befürchten die Belgier, ohne konkrete Details zu nennen. Die Folgen des Brexits werden nach Ansicht der Antwerpener im Hafen hingegen kaum Auswirkungen auf den RoRo-Umschlag haben, sondern sich eher auf das Fährgeschäft nach England auswirken, das in Antwerpen keine Rolle spielt. Um dennoch über alle Entwicklungen bezüglich des Brexits auf dem Laufenden zu bleiben, haben die Belgier mit Justin Atkin einen Vertreter in Großbritannien ernannt, der unverzüglich über alle neuen Entwicklungen und Möglichkeiten informiert. Man sei allerdings der Meinung, dass Unternehmen daran interessiert seien, ihre europäischen Verteilerzentren vom Vereinigten Königreich auf den Kontinent und insbesondere in die Region Flandern zu verlagern. Daraus würde sich Neugeschäft ergeben. Darüber hinaus erwarte man mehr direkte Ströme zwischen Irland und Antwerpen. Der Autoumschlag im belgischen Zeebrugge wird in großem Stil ausgebaut. ICO erweitert seine Fläche am Bastenaken-Autoterminal um 54 ha, also um mehr als 20%. Nach Fertigstellung stehen 200 ha mitLiegeplätzen für bis zu 16 Schiffe gleichzeitig zur Verfügung. »Umschlag von Elektro-Pkw steigt mehr und mehr an« Marc Adrianses International Car Operators Der Ausbau hat auch die Verknüpfung des bestehenden Hanze-Terminals mit dem Bastenaken-Terminal zum Ziel, damit der Verkehr künftig über ein einziges neues Gate-Gebäude läuft, das an die Autobahn A11 angrenzt. Durch die Erweiterung erhöht sich das Umschlagvolumen von ICO in Zeebrugge. Über die zu erwartenden Zahlen machte der Betreiber indes keine Angaben. Beim Ausbau habe man auch einen wesentlichen Fokus auf die Umwelt gelegt, sagt ICO-Geschäftsführer Marc Adriaensens. So sei eines der Ziele, ein »grünes« Terminal zu schaffen. Die installierten Solarmodule sollen dazu ebenso einen Beitrag leisten wie die LED-Beleuchtung und die bis zu zwölf Windräder, die in diesem Jahr errichtet werden sollen. Neben der Bereitstellung sauberen Stroms für die lokale Wirtschaft wird die Energie auch für die Versorgung der geplanten elektrischen Ladestationen verwendet. Diese soll es in beträchtlicher Anzahl geben, »da der Umsatz von Elektro-Pkw mehr und mehr ansteigt«, wie der Betreiber betont. WWL verlängert Kooperation Darüber hinaus wird die Energie benötigt, um alle künftig elektrisch angetriebenen Terminal-Handling-Geräte aufzuladen. Ziel sei es auch, Schiffe an den ICO-Terminals mit Strom zu versorgen, damit die Motoren während der Liegezeit im Hafen vollständig abgeschaltet werden könnten, so der Betreiber. Der Wunsch sei es, ein »Flagship Terminal« zu werden, sagt Svein Steimler, ICO-Chairman und CEO der NYK Group Europe. Die Reederei Wallenius Wilhelmsen Logistics (WWL) hat unterdessen den Kooperationsvertrag mit dem Hafen Zeebrugge bis 2043 verlängert. Teil der Vereinbarung ist die Erweiterung der von WWL nutzbaren Aufstell- und Umschlagflächen. Aktuell verfügt das Unternehmen in dem flämischen Hafen über eine 22 ha große Umschlagfläche an der Ostseite des Verbindungsdoks. In direkter Nachbarschaft im Bereich Bastenaken kommen künftig weitere 49 ha Fläche hinzu. Im North Sea Port, geografisch zwischen Zeebrugge und Antwerpen gelegen, werden demnächst Elektroautos der Serie XC40 von Volvo gebaut. Der Autohersteller ergänzt sein bestehendes Werk derzeit mit einem neuen 5.000 m2 großen Anbau, in dem Batterien in die Fahrzeuge einge- 76 HANSA International Maritime Journal 07 | 2019

Häfen | Ports setzt werden können. Die Eröffnung ist für Ende 2019 geplant, ab 2020 werden dann Lithium-Ionen-Batteriepakete hergestellt. Autoterminal in Southampton Mit der Übergabe der ersten Ausbauphase ist ein wichtiger Meilenstein beim Bau eines neuen mehrstöckigen Fahrzeugexportterminals im Hafen Southampton erreicht. Insgesamt sollen 3.000 neue Stellplätze zur Verfügung stehen. Teile von Deck 1 und 2 wurden kürzlich an den Hafenbetreiber ABP übergeben. Fast 1.000 zusätzliche Stellplätze sind damit für den Im- und Export von Automobilen freigeben. Alastair Welch von ABP Southampton sagt: »Diese Investition stärkt die Position von Southampton als Großbritanniens führende Drehscheibe für den Automobilhandel und unterstreicht den wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung des britischen Handels.« Die ABP- Häfen schlagen über 1,5 Mio. Fahrzeuge pro Jahr um. Im Rahmen eines Fünfjahresplans werden 1 Mrd. £ investiert. Auch im Hafen Göteborg, der als größter schwedischer Export-Autohafen gilt, hat der Fahrzeugumschlag einen hohen Stellenwert. Das liegt vor allem am Hersteller Volvo, dessen Hauptwerk sich nur wenige Kilometer entfernt befindet. Etwa 180.000 Fahrzeuge dieser Marke werden pro Jahr umgeschlagen, insgesamt sind es jährlich rund 295.000 Fahrzeuge. Die Autos werden beispielsweise nach Finnland, China und Russland verschifft. Fahrzeuge, die für das russische St. Petersburg bestimmt sind, werden auf eine Autofähre der belgischen Reederei Euro Marine Logistics (EML) gefahren, die wöchentlich verkehrt und knapp 1.500 Einheiten transportieren kann. EML wurde 2011 als Joint Venture-Projekt zwischen Mitsui OSK Lines und Höegh Autoliners gegründet. Die Fahrt durch das Kattegat und die Ostsee dauert rund drei Tage. Die Schiffe machen in der zweitgrößten russischen Stadt am Sea Fishing Port Terminal fest, das insgesamt über eine Kailänge von 670 m verfügt. Von dort werden die Autos nach Moskau weitertransportiert. Daimler in Koper Bereits seit dem Jahr 2015 gibt es eine Zusammenarbeit zwischen dem slowenischen Hafen Koper und dem deutschen Automobilkonzern Daimler. Am Koper Car Terminal wurden 2018 754.000 Fahrzeuge umgeschlagen. Damit konnte sich der Standort als einer der größten Autoterminals am Mittelmeer behaupten. Mehr als 40 Mio. € sollen in das Geschäftsfeld investiert werden. Eine der größten Investitionen sei eine neue überdachte Stellfläche für 6.000 Fahrzeuge, die dazu beitragen soll, den jährlichen Umschlag um bis zu 162.000 Fahrzeuge zu erhöhen. Weitere wichtige Investitionen im Bereich Fahrzeugumschlag seien sind Liegeplätze im Becken 3 und der Bau eines Bahnabschnitts im Hinterland. n Unsere Häfen. Ihre Zukunft. info@nports.de www.nports.de HANSA International Maritime Journal 07 | 2019 77

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