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HANSA 07-2019

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Finanzierung | Financing

Finanzierung | Financing Schiffsbanken gehen auf grünen Kurs Eine Gruppe führender Geldinstitute will die Vergabe von Schiffskrediten künftig an die Erfüllung von Umweltstandards knüpfen. Mit dabei ist die deutsche DVB Bank Elf global agierende Banken unter Führung von Citi, Société Générale und Danske Bank haben sich auf eine Initiative namens »Poseidon« geeinigt. Sie stehen für rund 20% des weltweit an die Schifffahrt vergebenen Kreditvolumens in Höhe von insgesamt 450 Mrd. $. »Als Banken erkennen wir an, dass unsere Rolle in der Schifffahrtsindustrie es uns ermöglicht, verantwortungsbewusstes Umweltmanagement zu fördern«, wird Michael Parker, Global Industry Head of Shipping and Logistics bei Citi, in der gemeinsamen Erklärung zitiert. Die Initiative ist an das langfristige Ziel der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO angelehnt, die Emissionen in der Schifffahrt bis 2050 um mindestens 50% gegenüber dem Niveau von 2008 zu reduzieren. Als einzige deutsche Bank ist die DVB aus Frankfurt dabei. Zu den Unterzeichnern der Vereinbarung gehören außerdem Citi, Societé Generale, DNB, ABN Amro, Amsterdam Trade Bank, Credit Agricole CIB, Danish Ship Finance, Danske Bank, ING and Nordea. Die Banken werden von führenden Reedereien wie Branchenprimus Maersk unterstützt. »Um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, müssen emissionsfreie Schiffe bis 2030 in die Flotte aufgenommen werden«, sagte Soren Toft, Chief Operating Officer und Executive Vice President von AP Moller-Maersk. Es seien also nur noch zehn Jahre Zeit, um neue Kraftstoffe und Antriebstechnologien zu entwickeln. »Die ›Poseidon‹-Regeln werden uns helfen, diesen Übergang zu beschleunigen«, so Toft. Die vereinbarten Grundsätze sollen bei den einzelnen Banken in interne Richtlinien, Verfahren und Normen umgesetzt und auf alle Kreditprodukte angewendet werden, heißt es. Bislang ist es eine fast ausschließlich europäische Initiative mit der Citi als einziger US-Bank. Die elf unterzeichnenden Banken zeigen sich zuversichtlich, dass auch asiatische Banken bald der Initiative beitreten werden.RD Der Bulker »Viikki« von ESL Shipping fährt mit LNG und gilt damit als »grünes« Schiff © ESL Shipping HAPAG-LLOYD Neue Kreditlinie, Anleihe vorfristig zurückgezahlt Ihr kompetenter Partner Wir nehmen Service persönlich. • Marinegeschäft (Crew/ Inspektion/Technik) • Offshoregeschäft • Business-Travel weltweit • 24/7 Service • feste Ansprechpartner – rufen Sie uns an FIRST BUSINESS TRAVEL • Weser Reisebüro GmbH Herdentorsteinweg 42 • 28195 Bremen Tel. 0049-421-16288-0 • Fax 0049-421-169080-7 info@weser-reisebuero.de www.weser-reisebuero.de Hapag-Lloyd hat sich eine neue revolvierende Kreditlinie in Höhe von 100 Mio. € gesichert. Das Geld könne für unterschiedliche Laufzeiten von bis zu 18 Monaten und mit der Option auf eine zweijährige Verlängerung gezogen werden. Die Finanzierung solle für allgemeine Geschäftszwecke genutzt werden ebenso wie für die weitere Optimierung der Kapitalstruktur und -kosten im Einklang mit den strategischen Zielen der Hapag-Lloyd, teilte das Unternehmen mit. Unter anderem wurde das Geld umgehend genutzt, um eine Anleihe mit einem verbleibenden Volumen von 280 Mio. € vorfristig zurückzuzahlen. Die mit einem Kupon von 6,75% verzinste Anleihe werde zum festgelegten Rückzahlungspreis von 103,375% vollständig zurückgeführt, heißt es. Sie wäre eigentlich erst 2022 fällig geworden. »Die vorzeitige und vollständige Rückführung dieser Anleihe ist ein klarer Schritt der weiteren Entschuldung und Optimierung unserer Kapitalstruktur. Wir machen gute Fortschritte bei der Verringerung unserer Fremdkapitalkosten«, sagte Nicolás Burr, Finanzvorstand von Hapag-Lloyd. Dank höheren Rateneinnahmen und einem stärkeren Dollar stand nach dem ersten Quartal ein Gewinn von 96 Mio. € in den Büchern. Hapag-Lloyd folgt einer im November 2018 verabschiedeten »Strategie 2023«. Größe sei bei weitem nicht alles, betont CEO Rolf Habben Jansen. Die Nr. 5 der globalen Linienschifffahrt soll in anderen Bereichen zum Branchenprimus werden. Die Vorgaben für die nächsten Jahre lauten daher: größere Pünktlichkeit, höhere Effizienz, mehr Flexibilität, mehr Innovationen. n first 2019.indd 1 22.01.19 12:50 14 HANSA International Maritime Journal 07 | 2019

Finanzierung | Financing KAMPF UM RENTABILITÄT Linienschifffahrt macht weiter Verluste Mit Hapag-Lloyd, Cosco und Evergreen als Ausnahme verlieren die Container-Linienreedereien weiter Geld – allein im 1. Quartal 2019 waren es global -728 Mio. $. Das waren zwar 239 Mio. $ weniger als im Vorjahresquartal, als die Branche insgesamt mit -967 Mio. $ in die roten Zahlen gefahren war. Gleichzeitig ist es aber auch eine Differenz in Höhe von 1,558 Mrd. $ zu dem im 4. Quartal ausgewiesenen Plus von 830 Mio. $, schreibt John D. McCown, Gründer von Blue Alpha Capital in New York. Noch auffälliger sind die kumulierten Zahlen von 2016 bis März 2019. Danach haben lediglich vier von elf Linienreedereien überhaupt Geld verdient, alle anderen haben Verluste eingefahren. Bei NYK, Cosco und K Line sind es mehr als -800 Mio. $, bei Hyundai Merchant Marine (HMM) sogar -3 Mrd. $. Alle elf betrachteten Linienreedereien haben zusammen mehr als -6,6 Mrd. $ in den vergangenen gut drei Jahren verloren. Nimmt man deren Marktanteil von 64,5% an der Weltflotte, sind es für die Gesamtbranche sogar -9,3 Mrd. $, die sich wie folgt auf die Jahre verteilen: -1,288 Mrd. $ für 2018, +1,661 Mrd. $ für 2017, -8,937 Mrd. $ für 2016. ähnlich nun auch die Situation nach den ersten drei Monaten 2019, im Allgemeinen das schwächste Quartal des Jahres: Einen beruhigenden und zum Teil überraschenden Gewinn haben nur Hapag-Lloyd, Cosco und Evergreen eingefahren, alle anderen acht Reedereien stecken im Minus und verschlechterten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die anhaltend schlechten Ergebnisse bei Hyundai und der kleinsten japanischen Reederei K Line würden ernsthafte Fragen nach ihrer Rentabilität aufwerfen, schreibt McCown. Vor dem Hintergrund anhaltend schlechter Ergebnisse und unbefriedigender Kapitalrenditen steuere die Branche in schwierige Zeiten, die durch die Umstellung auf schwefelarme Kraftstoffe und globale Handelskonflikte noch angespannter werden könnte. Allein die IMO-2020-Regelungen bedeuteten eine zusätzliche Kostenbelastung von rund 19 Mrd. $. Die Lininenschifffahrt müsse daher nicht nur Lösungen finden, wie diese Bunkerausgaben weitergegeben werden könnten, sondern auch, wie sie ihre Ergebnisse verbessern könne. n Reederei 1Q19 / Mio. $ 1Q18 / Mio. $ Diff. kum. MOL -28 126 -154 335 Maersk -48 -258 210 297 CMA CGM -51 -43 -2 125 Hapag-Lloyd 103 -42 145 29 Evergreen 18 3 15 -11 ZIM -25 -35 10 -309 Yang Ming -22 -67 45 -722 NYK -144 -97 -47 -802 COSCO 82 22 60 -819 K Line -195 -67 -128 -889 HMM -159 -160 1 -3.022 Gesamt -470 -624 154 -6.615 Marktanteil 64,5 % 64,5 % 64,5 % Alle (geschätzt) -728 -967 239 -9.293 © Blue Alpha Capital WORLDWIDE SHIPYARDS 2020 handbook Order your advert 2020 www.EQUIP 4 SHIP.com www.SHIP 2 YARD.com Order online: ship2yard. com/ ad HANSA International Maritime Journal 07 | 2019 15

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