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HANSA 06-2020

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HÄFEN | Ports Auch in Brunsbüttel wird kräftig an den Schleusen gebaut Am Kanal sind diverse Unternehmen angesiedelt Es folgte eine verhältnismäßig ruhige Zeit. Die Öffnung des Eisernen Vorhangs Anfang der 1990er Jahre und der Zusammenbruch der osteuropäischen Volkswirtschaften führten schließlich zunächst zu einem starken Rückgang des Schiffsverkehrs, wissen die Behörden zu berichten. Ende der neunziger Jahre bis zur Wirtschaftskrise 2009 gab es dann aber stetes Wachstum im Schiffsverkehr. 2008 war ein Rekordjahr mit 105,9 Mio.t transportierter Ladung, 42.811 Schiffe befuhren seinerzeit den Kanal innerhalb von zwölf Monaten. Zur Wahrheit gehört jedoch: Auch wenn vor allem hierzulande Reeder, Makler, Häfen und Schiffbauer die immense Bedeutung des NOK hervorheben, ist besagte meistbefahrene künstliche Schifffahrtsstraße der Welt nicht vor strukturellen »Herausforderungen« gefeit. Veraltete Schleusenanlagen sind nur ein Teil davon. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Rückgänge im Welthandel W a s w ä r e d i e W e l t o h n e Ve r b u n d e n h e i t ? E i n l a n g e s g r o ß e s D a n k e s c h ö n a n a l l e , d i e u n s t ä g l i c h d a b e i u n t e r s t ü t z e n , D Ausbau & Investitionen Um die Leistungsfähigkeit für die Schifffahrt auch in Zukunft zu gewährleisten, stehen umfangreiche Ausbaumaßnahmen an. •• Neubau einer dritten großen Schleusenkammer in Brunsbüttel: Die große Schleuse ist seit 1914 in Betrieb und muss saniert werden. Um die Leistungsfähigkeit des Kanals zu gewährleisten, wird in einem ersten Schritt derzeit im Bereich zwischen den bestehenden Schleusen eine neue Schleuse gebaut. Mit einer Nutzlänge von 330 m wird sie 20 m länger sein als die vorhandenen Schleusenkammern. Im Anschluss daran kann die bestehende große Schleuse saniert werden. •• Ausbau der Oststrecke Königsförde und Kiel-Holtenau: Da die ca. 18 km lange Oststrecke des Kanals noch immer dem alten Kanalbett von 1914 entspricht, hat sich dieser Streckenabschnitt zu einem Engpass für die Schifffahrt entwickelt. Deshalb wird in diesem Bereich die Böschung ausgebaut und die Sohle auf eine Mindestbreite von 70 m erweitert. •• Ersatzneubau der Levensauer Hochbrücke: Die kombinierte Fußgänger-, Straßen- und Eisenbahnbrücke wurde 1893 gebaut und ist die älteste Brücke des Nord-Ostsee-Kanals. Da ab 2024 mit dem Ende der technischen Lebensdauer zu rechnen ist und die Durchfahrtsbreite der Bogenbrücke für die heutigen Schiffe zu klein ist, wird sie ersetzt. •• Ersatzneubau der kleinen Schleuse Kiel: Nach mehr als 100 Jahren Betrieb, muss die Schleusenanlage Kiel saniert werden. Begonnen wird mit dem Ersatz der kleinen Schleu- 54 HANSA – International Maritime Journal 06 | 2020

HÄFEN | Ports © Behling Immer wieder nötig: Wartung an und in den Schleusen Kanal-Begegnungen auf Höhe Nordhafen sind hoffentlich vorübergehender Natur. Die Schiffsgrößenentwicklung und der Ölpreis sorgen schon eher für grundlegende Sorgenfalten. Immer mehr Reeder planen für ihre stetig wachsenden Frachter die nördliche Skagenroute als Alternative zum NOK ein. Weil der verhältnismäßig niedrige Ölpreis zu einer kleineren Bunker-Rechnung führt, wird die größere Distanz mit Blick auf die mitunter durch Schleusensperrungen anfallenden Wartezeiten sowie die Kanalgebühren hingenommen – nicht zuletzt weil die immer größeren Schiffe in der Ostsee an den ebenfalls wachsenden Häfen leichter abgefertigt werden können als früher und sich daher aufwendige Feeder-Netze weniger lohnen. Daher ist der eingeschlagene Weg der Kanal-Modernisierung alternativlos. Neue Chance dank China? Aufgrund der aktuellen Lage sind die offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten zwar um , D i s t a n z e n z u ü b e r w i n d e n , u n d d e n N o r d - O s t s e e - K a n a l s e i t 1 2 5 J a h r e n s o p e r f e k t i n F o r m h a l t e n . W i r f e i e r n m i t e u ch ! se, die wegen erheblicher baulicher Schäden seit 2014 außer Betrieb ist. Nach dem Ersatzneubau der kleinen Schleuse wird mit der Sanierung der großen Schleuse begonnen. •• Der Auftrag für den Ausbau des ersten Abschnitts der Oststrecke wurde erteilt. Das ist der rund 4 km lange Bereich zwischen Großkönigsförde und Schinkel. Mit den ersten Rodungen wurde Anfang Januar begonnen. Das Auftragsvolumen für diesen Bereich liegt bei rund 120 Mio. €. Für die Gesamtmaßnahme wurden im Bundeshaushalt rund 500 Mio. € veranschlagt. •• Bezüglich der Schleusenanlage Brunsbüttel (Neubau der fünften Schleusenkammer) gibt es einen neuen Zeitplan. Danach kann die Kammer Ende 2026 für den Schiffsverkehr freigegeben werden. Die Gesamtprojektkosten liegen unverändert bei rund 830 Mio. €. •• Durch den Befall der bislang verwendeten Holzdalben durch die Bohrmuschel (teredo navalis) und wegen der größer werdenden Schiffe mussten die Leitwerks- und Weichendalben durch Stahldalben ersetzt werden. Bei etwa der Hälfte der Weichen wurden die 16-pfähligen Holzdalben bereits durch Stahlmonodalben ersetzt. •• Durch kontinuierliche Baggerungen im Bereich der Schleusen Brunsbüttel werden Mindertiefen beseitigt. Das von der Elbe eintreibende Sediment wird wieder in die Elbe umgelagert. Auch auf der übrigen Kanalstrecke müssen in mehrjährigen Zeitabständen Mindertiefen durch Baggerung beseitigt werden. HANSA – International Maritime Journal 06 | 2020 55

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