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HANSA 06-2019

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Schiffstechnik | Ship

Schiffstechnik | Ship Technology Das Duracell- Häschen lernt schwimmen D ie allerwenigsten Experten rechnen mit einem baldigen reinen Batterieschiff. Hybride Projekte gibt es mittlerweile aber zuhauf. Die Technologie wird auch in der maritimen Branche erwachsen, die Bandbreite wird dabei immer größer. Es geht nicht mehr nur um Kleinstfähren, Stromversorgung bei Hafenaufenthalten oder »Peak Shaving«. Auch bei der »Partner-Komponente« wird diversifiziert. Die HANSA zeigt einen Überblick über einige Projekte und Entwicklungen aus der jüngeren Vergangenheit. Abstract: The Duracell bunny finally goes swimming Very few experts expect a pure battery ship in the near future. Hybrid projects, however, are now abundant. The technology will also grow in the maritime industry. The range is expanding all the time. It is no longer just a matter of mini ferries, power supply during harbour stays or »peak shaving«. The »partner component« is also being diversified. HANSA presents an overview of some projects and developments from the recent past. Further information: redaktion@hansa-online.de SIMON MØKSTER LNG + Batterie + Landstrom Der DNV-klassifizierte Plattformversorger »Stril Barents« war 2015 vom Vard-Konzern abgeliefert worden. Seinerzeit legte man bei der norwegischen Reederei Simon Møkster bereits Wert auf eine geringere Schadstoffemission und ließ einen LNG-Antrieb installieren. »Stril Barents« wird im Offshore- Feld »Goliat« vom Konzern Eni Norge eingesetzt. Die beiden Partner verkündeten jetzt eine umfangreiche Aufrüstung des PSV. So soll zusätzlich ein System mit Landstromanschluss und Energiespeicher – sprich Batterien – an Bord installiert werden. »Bei anspruchsvollen Offshore-Betrieben wie der dynamischen Positionierung an Offshore-Anlagen können große Lastschwankungen auftreten. Die Batterie fungiert als Energiepuffer, der die benötigte Energie sofort und damit wesentlich schneller liefert als ein Verbrennungsmotor«, heißt es in der Ankündigung. Die Batterie könne auch als reine redundante Stromquelle fungieren. Wenn sich das Schiff neben der Basis befindet, kann es sich mit der Landstromanlage verbinden. Das System könne außerdem zum Aufladen des neuen Batteriesystems verwendet werden. Hauptlieferanten sind neben Vard auch Kongsberg Maritime und – für die Batterien – Corvus Energy. n UECC Batterien für Autos Die Reederei United European Car Car Carriers (UECC) hat zwei innovative Car Carrier in China bestellt. Das erste Schiff soll 2021 geliefert werden. Die Schiffe werden mit einer Batterie-Hybrid-LNG- Lösung ausgestattet. Die Schiffe werden bei einer Länge von 169 m und einer Die neuen Schiffe werden in China gebaut © UECC Breite von 28 m insgesamt 3.600 Fahrzeuge auf 10 Frachtdecks transportieren können. Um den CO2-Ausstoß um 25% zu verringern, laufen die Schiffe mit Dual-Fuel-LNG-Motoren, sowohl beim Hauptantrieb als auch bei den Nebenaggregaten. Zusätzlich werden Batteriepakete installiert. Außerdem will UECC künftig verstärkt synthetische Kraftstoffe einsetzen. n 36 HANSA International Maritime Journal 06 | 2019

Schiffstechnik | Ship Technology SCHOTTEL Erste vollelektrische Schiffe in Kanada Der Antriebsspezialist hat einen Vertrag mit Damen Shipyards über die Ausrüstung der ersten vollelektrischen Schiffe in Kanada unterzeichnet. Die neuen Fähren »Amherst Island« und »Wolfe Island« werden von vier Schottel Twin Propellern STP 260 FP mit einer Antriebsleistung von jeweils bis zu 550 kW angetrieben. Der Hauptantrieb erfolgt über Batterien mit einem Dieselmotor als Backup. Das Antriebskonzept impliziert eine Erhöhung auf bis zu 650 kW. Gemäß dem Einsatzgebiet im Lake Ontario/St. Laurence River der kanadischen Provinz Ontario werden die Anlagen die Anforderungen der Eisklasse 1A erfüllen. Die beiden neuen Doppelendfähren werden von MTO, dem Fährdienst des Verkehrsministeriums von Ontario, betrieben. Die Fähre »Amherst Island« soll 2020 geliefert werden. Die Die Ablieferungen sind ab 2020 geplant »Wolfe Island« folgt 2021. Beide werden mit Geschwindigkeiten von bis zu 12 Knoten arbeiten, die der Geschwindigkeit des konventionellen Antriebs entsprechen.n © Schottel FORSEA & ABB Weltgrößte Batterie-Fähre ForSea, ehemals HH Ferries Group, hat den Umbau der beiden Fähren »Tycho Brahe« und »Aurora« abgeschlossen. Sie sind nun die größten batteriebetriebenen Schiffe ihrer Art. Die größten emissionsfreien Fähren der Welt wurden nun in Helsingborg, Schweden, offiziell wieder in Betrieb genommen. Die Umrüstung zum vollelektrischen Betrieb war mit Unterstützung und Technologie von An Bord war ein größerer Umbau nötig © ABB ABB erfolgt. Die »Tycho Brahe« und die »Aurora« wurden von Öresund Dry Docks von konventionellem Diesel- auf Batteriebetrieb umgerüstet. Der Umbau der über 100 m langen Fähren, die beide 1991 gebaut wurden, erforderte die Installation einer 4.160-kWh-Batterie auf jedem Schiff, sowie Batterie-Racks, Energiespeichersteuerungssysteme und die Energieverteilungslösung Onboard DC Grid von ABB. ABB hat auch automatisierte landseitige Ladestationen mit einem Industrieroboter geliefert, um die Verbindungszeit zu optimieren und die Ladezeit zu maximieren, wobei 3D-Laserscanning und drahtlose Kommunikation zwischen Schiff und Land genutzt werden. n SIEMENS Neue Modulfabrik Der deutsche Siemens-Konzern hat in Trondheim eine robotergestützte Batteriemodulfabrik eröffnet. Künftig werden hier täglich pro Schicht 55 Anlagen für den Marine- und Offshoremarkt montiert. Die Fabrik umfasst eine robotisierte und digitalisierte Produktionslinie mit acht Roboterstationen mit einer Kapazität von bis zu 300 Megawattstunden (MWh) pro Jahr. Vom Auspacken der eingehenden Produktionsteile bis zur Prüfung des fertigen Batteriemoduls läuft die Montage komplett automatisiert ab. Eine Batterie besteht hierbei aus neun Batteriemodulen, wobei sich jedes Modul aus 28 Batteriezellen zusammensetzt. Die neue Batteriefabrik soll vor allem einen internationalen Markt bedienen. In Trondheim sei ein Kompetenzzentrum für Elektro- und Hybridlösungen aufgebaut worden, hieß es seitens Siemens. Bisher wurde der Markt weitgehend von Elektrofähren angetrieben, aber auch Fischerboote, Arbeitsschiffe für die Aquakultur und Offshore-Anlagen bieten nach Angaben von Siemens großes Potenzial. So erhielt die Fabrik vor kurzem ihren ersten Auftrag zur Montage von Batterien auf der Bohrinsel »West Mira« des internationalen Bohrunternehmers Northern Drilling. n BAUMÜLLER & HVIDE SANDE Hybridfähre für dänische Südsee Die dänische Werft Hvide Sande hat das auf Antriebe und Automatisierung spezialisierte Unternehmen Baumüller mit der Lieferung eines hybriden Antriebssystems für eine neue Fähre beauftragt. Die hybride Auto- und Personenfähre werde gemeinsam mit der Werft gebaut, teilte Baumüller mit. Das Schiff der Fährgesellschaft ÆrøXpressen soll auf einer neuen Verbindung zwischen den Häfen Ærø und Rudkøbing eingesetzt werden und bis zu 32 Pkw und 196 Passagiere befördern. Die neue Fähre ist eine dieselelektrische Hybridlösung: Elektromotoren treiben sie an, nur zur Stromerzeugung sind noch Dieselaggregate an Bord. Alternativ kann sie auch batteriebetrieben fahren. Innerhalb der Häfen läuft das Schiff vollelektrisch. Der Neubau bringt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 11 kn. Die Fahrtzeit werde somit ca. 45 Minuten betragen, so Baumüller. Außerdem soll das hybride Antriebskonzept für eine gute Manövrierfähigkeit und geringe Vibrationen sorgen. Die Fähre hat Platz für 32 Pkw Das deutsche Unternehmen übernimmt das Engineering für Antrieb und Energieerzeugung: Elektro-Maschine des Dieselgenerators, Antriebe für Propeller und Bugstrahlruder, Energieverteilungssystem und Bordnetzspannungserzeugung. n © Hvide Sande HANSA International Maritime Journal 06 | 2019 37

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