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HANSA 05-2022

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SCHIFFSTECHNIK | SHIP

SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY Neuer GF-Brandschutz für Rohrleitungen Das Schweizer Unternehmen GF Piping will den Einsatz von Kunststoffrohren auf Schiffen mit einer neuen, feuerhemmenden Lösung vorantreiben. Das Produkt Heat-Fit wird als »die erste feuerhemmende Mantelrohr-Lösung« bezeichnet Es handelt sich dabei nach Herstellerangaben um eine Innovation, die den Einsatz leichter, korrosionsfreier Rohrleitungssysteme aus thermoplastischem Kunststoff in allen essenziellen Anwendungen an Bord ermögliche soll. Roberto Chiesa, Head of Business Development Marine bei GF Piping Systems, sagte bei der Veröffentlichung der ersten Details: »Wir haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass Rohrleitungssysteme aus Kunststoff Schiffe effizienter machen können. Heat-Fit ist die perfekte Lösung, um sie noch effizienter zu machen.« Die Nachfrage nach thermoplastischen Rohren sei über die letzten Jahre deutlich angewachsen, heißt es weiter. Die umfangreiche Nutzung von Kunststoffrohren könne Schiffe effizienter machen und gleichzeitig Kosten senken. Das neue Mantelrohrsystem ermöglicht es den Angaben zufolge, thermoplastische Rohrleitungssysteme für wichtige L3-Anwendungen auf Kreuzfahrtschiffen, Handelsschiffen und Offshore-Plattformen zu nutzen. Diese Anwendungen haben besonders hohe Sicherheitsstandards, darunter auch Feuerbeständigkeit. Umfangreiche Tests Heat-Fit ist zudem mit der ecoFIT-Produktfamilie des Unternehmens kompatibel, die eine Auswahl an Polyethylen- Rohren und Fittings für industrielle Anwendungen wie Wasser und Abwasser bietet. Das neue leichte Mantelrohrsystem besteht aus zwei Schichten, die aus TPU gefertigt sind. Zwischen diesen Schichten gibt es ein hitzebeständiges Glasfasergewebe, welches das darunter liegende Rohr schützt, sowie einen umweltverträglichen Dämmschichtbildner auf Wasserbasis. Im Falle eines Feuers dehnt sich die Graphitbeschichtung aus und erzeugt so eine schützende Barriere. Dadurch kann die Lösung nach Herstellerangaben Temperaturen von bis zu 1000° C für 30 min bei einem Druck von mindestens 3 bar standhalten. Als Teil der sechsjährigen Entwicklungsphase hat Heat-Fit verschiedene Das Mantelrohrsystem aus Rohren, Fittings und Ventilen wird auf seine Feuerbeständigkeit überprüft Roberto Chiesa, Head of Business Development Marine bei GF Piping Systems Tests durchlaufen. Dazu gehörte die Feuerbeständigkeit gemäß IMO Res. A753 fire endurance L3 Code und die Oberflächenbrennbarkeit sowie Rauch- und Toxizitätstests gemäß IMO Res. A653 2010, FTP Code, Teil 5 und Teil 2. Zusätzlich hat GF Piping Systems Dichtigkeitsprüfungen mit Meerwasser, Salzwasser-Sprühnebel und mit Diesel-kontaminierten Wasser durchgeführt. Der Genehmigungsprozess für diese Tests wird derzeit durch die relevanten Institutionen überwacht, darunter die Klassifikationsgesellschaften DNV, Lloyds Register, Rina, American Bureau of Shipping (ABS) und Bureau Veritas (BV). RD © GF Piping 68 HANSA – International Maritime Journal 05 | 2022

DIGITAL HUB NAUTIQ Rolls-Royce und Sea Machines entwickeln intelligente Schiffssysteme Das Portfolio wurde um insgesamt drei intelligente Produkte erweitert In Zusammenarbeit mit Sea Machines Robotics hat Rolls-Royce Power Systems drei neue Produkte zur intelligenten Unterstützung bei der Schiffsteuerung entwickelt. Das Friedrichshafener Unternehmen erweitert damit sein mtu NautIQ- Schiffsautomations-Portfolio um die neuen Lösungen mtu NautIQ CoPilot, mtu NautIQ CoOperate und mtu NautIQ CoDirect. Sie bieten den Angaben zufolge jeweils unterschiedliche Möglichkeiten zur intelligenten Besatzungsunterstützung, autonomen Steuerung und Fernbedienung. Mit dem mtu NautIQ CoPilot kann je nach Betriebsart eine geplante Fahrt von Anfang bis Ende autonom gesteuert werden. Alternativ kann das Assistenzsystem auch in einen sogenan - nten Guide Mode geschaltet werden, in dem es bewusst nicht in die Steuerung eingreift, dem Schiffsführer aber wichtige Hinweise liefert. mtu NautIQ CoOperate ist ein optional autonomes Schiffsnavigations- und Kommandosystem, das die Fernsteuerung von Schiffen einschließlich aller Geräte an Bord erlaubt. Bei mtu NautIQ CoDirect handelt es sich um ein drahtloses Fernsteuersystem, das die Motoren, die Steuerung und das Getriebe eines Schiffes sowie Anlagen an Bord aus einer Entfernung von bis zu 1.000 m steuern kann. © Rolls-Royce Power Systems SMART REALITIES Wärtsilä optimiert virtuelles Training Wärtsilä Voyage, Teil des Technologiekonzerns Wärtsilä, bringt Smart Realities auf den Markt. Diese Lösung soll das virtuelle Training optimieren. Dem Unternehmen zufolge handelt es sich bei Smart Realities um eine kosteneffiziente, leicht skalierbare und vollständig immersive Extended Reality (XR)-Trainingsund Bewertungslösung für Anwendungen in den Bereichen Schiffshandling, Brücke und Schiffstechnik. Sie soll es den Seeleuten ermöglichen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und in einer virtuellen, risikofreien Umgebung »unübertroffene und äußerst realistische« Szenarien zu erleben. Da sich die Schifffahrtsindustrie ständig weiterentwickelt, um die neuesten intelligenten und umweltfreundlichen Technologien zu übernehmen, müssen auch die Ausbildungs- und Lernumgebungen für Seeleute verbessert werden, um sie auf den »angemessenen« Umgang mit neuen Systemen und Prozessen vorzubereiten, so Wärtsilä Voyage. Vor diesem Hintergrund können Smart-Realities-Anwendungen die Art und Weise verbessern, in der maritime Bildungsinhalte vermittelt werden. Durch die Kombination der heutigen Technologie mit 25 Jahren Erfahrung in der originalgetreuen hydrodynamischen, mathematischen und physikalischen Modellierung soll die Lösung den Grad an Realismus, der für den Wissenszuwachs und das Behalten komplexer Manöver und Abläufe entscheidend ist, liefern. Smart Realities ist eine Lösung, die laut Wärtsilä in fast allen Technologien in der Schifffahrt, im Ingenieurwesen und in anderen Ausbildungsbereichen eingesetzt werden kann. Es kann als Erweiterung zu einem bestehenden Simulator hinzugefügt werden, um ihn mit einem Brückenflügelszenario und anderen Layouts zu ergänzen, oder als eigenständige oder tragbare Lösung eingerichtet werden. CEON-PLATTFORM MAN und Amazon kooperieren Der Motorenbauer MAN Energy Solutions arbeitet künftig für seine Ceon-Plattform mit dem Cloud-Dienstleister Amazon Web Services (AWS) zusammen. AWS wurde als »bevorzugter Cloud-Dienstleister« ausgewählt, um fortschrittliche Analysen, maschinelles Lernen und IoT-Funktionen für die CEON-Plattform bereitzustellen, teilte MAN jetzt mit. Die digitale Plattform verbindet weltweit MAN-Lösungen in verschiedenen Branchen, um Beratungsdienstleistungen, zustandsabhängige Wartung und Reparaturanleitungen für Schiffsund Kraftwerksmotoren, Turbolader, Turbinen, Kompressoren und andere verbundene Geräte anzubieten. »Mit der Entscheidung für AWS setzen wir unsere Strategie um, Kunden in den Bereichen Schifffahrt, Energie und Industrie bei der Bewältigung der Herausforderungen zu unterstützen, die sich aus der Notwendigkeit der Dekarbonisierung ergeben, indem sie die Effizienz und Leistung ihrer Anlagen auf systemischer Ebene verbessern«, so der Motorenbauer weiter. Mit Hilfe von Algorithmen für maschinelles Lernen sammelt und bewertet Ceon Betriebsdaten und ermöglicht die Echtzeitüberwachung von Anlagen, die mit mehreren hundert Sensoren ausgestattet sind und ständig Daten übertragen. So sollen Störungen und Probleme frühzeitig erkannt werden können. Der Konzern nutzt künftig AWS IoT Greengrass und AWS IoT Core, um Analysen und maschinelles Lernen direkt bei der Anwendung, also an der Maschine, durchzuführen und Daten sicher in die Cloud zu übertragen. Die Algorithmen für die vorausschauende Wartung werden mit Amazon Sagemaker entwickelt und ständig verbessert. Es handelt sich den Angaben zufolge »um einen vollständig verwalteten Service zum Erstellen, Verbessern und Bereitstellen von Modellen für maschinelles Lernen.« HANSA – International Maritime Journal 05 | 2022 69

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