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HANSA 05-2022

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FINANZIERUNG | FINANCING

FINANZIERUNG | FINANCING MPP-Modernisierung in kleinen Schritten Die Einnahmen von Reedern und Carriern sprudeln (wieder), doch eine branchenweite Investitionswelle in eine verjüngte und öko-effiziente Mehrzweck-Flotte lässt weiter auf sich warten. Ein paar interessante Projekte gibt es allerdings. Von Michael Meyer Die Voraussetzungen sind bekannt, die neuen Regularien für beste - hende (EEXI) und neue Schiffe (EEDI) fordern bessere und besser berichtete Effizienz-Werte in der weltweiten Handelsflotte – und damit natürlich auch in der Mehrzweck- und Heavylift-Schifffahrt. Der Bedarf an moderner(er) Tonnage macht mehr oder minder große Investitionen in der MPP-Branche notwendig. Das wird nicht zuletzt an der Altersstruktur der Flotte deutlich. Der aktuelle Marktbericht vom Hamburger Makler Toepfer Transport zeigt, dass der Anteil der Schiffe, die älter als 15 Jahre sind, in der jüngeren Vergangenheit relativ konstant geblieben ist. In der Gesamtflotte Abstract: MPP modernisation step by step von Frachtern mit mindestens 100 t Krankapazität liegt der Anteil bei rund 26 %, im immer wichtigeren Segment mit mindestens 240 t Kapazität sind es 24 %. Bezieht man allerdings die Schiffe mit ein, die mindestens zehn Jahre alt sind – also gebaut mit häufig deutlich weniger effizienten Designs als heute möglich sind – ergibt sich ein anderes Bild. Hier sind es 53 % beziehungsweise 65 %. TMI klettert auf über 22.000 $ Zum Vergleich: Zum Jahreswechsel 2020/2021, also kurz bevor die Raten- Hausse begann und die Einnahmen deutlich anzogen, lag dieser Anteil noch bei Shipowners‘ and carriers‘ revenues are bubbling up (again), but an industry-wide wave of investment in a younger and eco-efficient multipurpose fleet is still a long time coming. There are, however, a few interesting projects. The conditions are known, new regulations for existing (EEXI) and new ships (EEDI) demand better and better reported efficiency ratings in the global merchant fleet. rund 50 %. Seitdem hat sich viel getan. Aus verschiedenen Gründen – zum Beispiel Engpässe in der Containerschifffahrt, Lieferketten-Probleme, mehr Projekte, mehr Windparks – erlebte die MPP-Schifffahrt einen signifikanten Aufschwung. Charterund Frachtraten erreichten lange nicht gesehene Höhen. Der Toepfer-Index für Zeitcharterraten der F-Typen (12.500 dwt, 240 t) kletterte von rund 7.000 $ auf über 22.000 $, in bestimmten Segmenten wurde sogar deutlich besser dotierte Kontrakte unterzeichnet. Nach langen Jahren mit zum Teil nicht einmal kostendeckenden Raten waren in den vergangenen Monaten erst Erleichterung, dann Freude gepaart mit einer gewissen Ungläubigkeit bei Reedern und Carriern deutlich vernehmbar. Eigentlich also endlich mal wieder verhältnismäßig gute Bedingungen, um über Investitionen in die Flotte nachzudenken. Nachgedacht und geprüft wurde dann auch viel. Klassische MPP-Frachter in abgewandelter Form des F-Typs, größere Schiffe mit bis 66.000 tdw, Heavylifter und Spezialschiffe – in diversen Segmen- SEEHAFEN ROSTOCK HIGH & HEAVY Projektladung l Stückgut l RoRo Umschlag, Stauung und Sicherung von Projektladungen von bis zu 1.600 Tonnen einziger Tiefwasserhafen an der deutschen Ostseeküste Industriestandort für Produzenten von schweren und sperrigen Gütern Verfügbarkeit von Ansiedlungsflächen erstklassige Hinterlandanbindungen Bahn und Straße eng getaktete RoRo-Verbindungen nach Dänemark, Schweden und Finnland 20 HANSA – International Maritime Journal 05 | 2022 Opening new horizons Wir freuen uns auf Ihren Besuch: Rotterdam, 17. – 19. Mai 2022 Halle 1, Stand 1F11 www.rostock-port.de

FINANZIERUNG | FINANCING Altersstruktur MPP-Flotte / TDW > 100 t Krankapazität Altersstruktur MPP-Flotte / TDW > 240 t Krankapazität 1.987.047 12% 2.324.991 14% 6.110.698 38% 990.304 6% 4.870.961 30% 0 - 5 Jahre (54 Schiffe) 6 - 10 Jahre (222 Schiffe) 11 - 15 Jahre (403 Schiffe) 16 - 20 Jahre (137 Schiffe) > 20 Jahre (235 Schiffe) 928.138 13% 727.091 11% 2.936.010 42% 509.427 7% 1.898.990 27% 0 - 5 Jahre (34 Schiffe) 6 - 10 Jahre (85 Schiffe) 11 - 15 Jahre (184 Schiffe) 16 - 20 Jahre (65 Schiffe) > 20 Jahre (61 Schiffe) © Toepfer Transport / HANSA ten wälzten Ingenieure und Finanzverantwortliche Pläne und Ideen. Allein, die große Neubau-Welle ward bislang nicht gesehen, die Zahl der Aufträge ist kleiner als vielleicht erwartet wurde. »Nur« 25 Neubauten im Orderbuch Aktuell umfasst das Orderbuch laut Toepfer Transport 25 Neubauten, davon 23 im Bereich mit mindestens 240 t Krankapazität. Das sind lediglich 2,58 % (100 t) beziehungsweise 5,62 % der fahrenden Flotte. In der Containerschifffahrt sind es hingegen rund 25 %. Allerdings, das gehört zur Wahrheit dazu, mehren sich die Stimmen derer, die vor einer neuerlichen Überkapazität warnen, da Schiffseigner sich bei Werften derzeit die Klinke in die Hand geben. Insofern sind Vergleiche stets mit Vorsicht zu genießen. Ein Zusammenhang ist aber nicht von der Hand zu weisen: Aufträge für Containerschiffe werden in der Regel in Serien platziert, und die Einheiten sind zudem relativ groß. Für die Werft- Industrie versprechen sie entsprechend größere Umsätze. Daher haben es MPP-Akteure mitunter schwer, überhaupt einen Bauplatz zu finden. Parallel sind die Preise kräftig geklettert – Angebot und Nachfrage lassen grüßen. So haben sich letztlich dann doch weniger Reeder für eine Bestellung entschieden, als viele mit Blick auf die notwendige Flotten-Modernisierung gedacht hätten. Auch heißt es aus diversen Kontoren, dass die Raten-Sprünge zwar ordentlich Geld in die Kassen gespült haben, diese aber nach der langen Dürrephase auch sehr leer waren und erst einmal wieder auf ein gesundes Niveau gebracht werden müssten, bevor man wieder daran denken könne, Geld auszugeben. Weil gleichzeitig derzeit jedes Schiff gebraucht wird, um die große Nachfrage bedienen zu können, ist ein Älterwerden der weltweiten Flotte quasi programmiert. So gut wie kein Frachter wurde in den vergangenen Monaten zur Verschrottung aussortiert. Selbst wenn man den einen oder anderen »Oldie« loswerden will, hat sich auf dem Secondhand-Markt noch immer ein Abnehmer gefunden, der höhere Preise zu zahlen bereit ist, als man bei Scrap-Verkäufen erzielen konnte. HANSA – International Maritime Journal 05 | 2022 bbc-chartering.com 21

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