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HANSA 05-2022

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VERSICHERUNGEN |

VERSICHERUNGEN | INSURANCE Kaskoschäden steigen geringer als erwartet Der nordische Seeversicherungsverband Cefor sieht überwiegend positive Trends. Nur die gestiegenen Brandrisiken bereiten Sorgen. Von Michael Hollmann Das Jahr 2021 kristallisiert sich als gutes Jahr für Seekaskoversicherer weltweit heraus. Darauf deutet auch die Schadenstatistik der Nordic Association of Marine Insurers (Cefor) hin, deren Mitglieder ein Drittel der Weltflotte (über 1.000 BRZ) versichern. Für das vergangene Jahr fallen die Zahlen wesentlich besser aus als erwartet. Die Kaskoschäden legten zwar gegenüber dem Vorjahr zu, jedoch nicht so stark, wie es angesichts der rasanten Erholung der Schifffahrtsaktivitäten nach der ersten Phase der Corona-Pandemie zu erwarten war. Die Kosten seien aus Sicht der Versicherer »überraschend moderat«, vor allem wenn man die Alterung der Flotte und die im Vorjahr einsetzende Inflation berücksichtige, stellte Cefor- Geschäftsführerin Helle Hammer fest. Die Anzahl der Seekaskoschäden im Cefor-Bestand stieg marginal auf 3.255 Fälle an, die Gesamtschadenkosten erhöhten sich um 21 % auf 945,4 Mio. $ und liegen damit noch unter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre. Pro versichertem Seeschiff kletterten die Schadenkosten vom Tiefstand des Vorjahres bei rund 43.500 $ auf nunmehr 49.700 $. Über einen Zeitraum von 17 Jahren (ab 2005) ist dies der drittbeste Wert. Nach genauerer Analyse kommt die Cefor zu dem Schluss, dass die Trends in den meisten Schadenkategorien weiterhin »freundlich« seien. Ausschlaggebend für den Wiederanstieg der Kosten seien verstärkte Großschäden über 500.000 $ auf Containerschiffen und Auto-Carriern, dabei handele es sich vor allem um Brände wie auf dem 2.700-TEU- Containerschiff »X-Press Pearl« Ende Mai vergangenen Jahres vor Sri Lanka. Das Risiko schwerer Brandschäden (über 500.000 $) an Bord von Containerschiffen ist mit der Zeit stark gestiegen: Die Frequenz erhöhte sich seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts von unter 0,2 % auf rund 0,3 % der versicherten Containerschiffe. 36 Brände verzeichnete Cefor insgesamt 2021 bei diesem Schiffstyp. Finanziell betrachtet sind die Auswirkungen gravierend. So wuchs der Anteil von Bränden/Explosionen an den Gesamtschadenkosten bei Seekasko im Cefor-Bestand im vergangenen Jahr auf 19,3 % an. Im Durchschnitt der vorherigen fünf Jahre lag er noch bei 13,3 %. Es ist die mit Abstand auffälligste Verlagerung auf der Schadenkostenseite und »ein besonders beunruhigender Trend«, wie Helle Hammer betonte. Ohne grundsätzliche Fortschritte im Bereich der Brandsicherheit ist wohl kaum mit Besserung zu rechnen. Im Gegenteil: Mit dem Größenwachstum der Schiffe nimmt das Risiko eher noch zu. Es ist eine einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung: Häufig sind es die Waren innerhalb der Container, die sich entzünden und im schlimmsten Fall das ganze Schiff in Brand setzen. Und die durchschnittliche Anzahl der Container an Bord nimmt immer weiter zu. Trotz allem dürften die Cefor-Gesellschaften 2021 überwiegend erfreulich abgeschnitten haben. Schadenquoten und technische Ergebnisse veröffentlicht die Vereinigung zwar nicht. Doch erste Ergebnisse von Mitgliedsfirmen und der Trend bei den aggregierten Prämieneinnahmen stimmen zuversichtlich. Die Einnahmen der Cefor-Mitglieder im Seekaskosegment wuchsen laut Jahresbericht um fast 22 % auf 1,12 Mrd. $ an – getrieben durch den Höhenflug der Prämienraten und den erstmals seit 2008 gestiegenen Versiche - © Sri Lanka Air Force Abstract: Claims impact »surprisingly benign« Claims cost per vessel is trending up again as shipping activity increases after the pandemic, according to the Cefor annual report for 2021. However, a low impact of large claims and a long-term decrease in claims frequency overall keep losses in the hull & machinery segment at moderate levels. The only exception is fires and explosions especially on container and ro/ro vessels. rungssummen pro Schiff (+4% zum Vorjahr). Letzteres resultiert hauptsäch lich aus den stark erhöhten Marktwerten der Containerschiffe. Die Prämieneinnahmen können allerdings nicht einfach den Schadenkosten gegenübergestellt werden, da die Schäden immer auf 100 % der Policen hochgerechnet sind, während die Cefor-Gesellschaften nur einen Teil der Deckung übernehmen. Zudem sind in den Einnahmen auch Kasko-»Nebensparten« wie Loss of Hire und Baurisiko enthalten, in den Schadenkosten dagegen nicht. Zu den Einzelgesellschaften, die bereits eigene Zahlen für 2021 vorgelegt haben, gehört der Norwegian Hull Club (NHC) – zweitgrößter Player im Seekaskosegment unter den Cefor-Mitgliedern. Der Verein konnte sein technisches Ergebnis dank kräftig erhöhten Prämieneinnahmen auf 54 Mio. $ mehr als verdreifachen und zusätzlich 7,5 Mio. $ Kapitalerträge erwirtschaften. Auch nach der Rückerstattung von 12 % der Jahresprämie an die Reeder bleibt noch ein satter Gewinn von fast 47 Mio. $ übrig. Dieses Jahr rechnet der NHC mit einer Abflachung des Prämienwachstums, weil sich der Preisauftrieb bei Seekasko bedingt durch eine Kapazitätszunahme im Markt abschwächt. 14 HANSA – International Maritime Journal 05 | 2022

VERSICHERUNGEN | INSURANCE 3 2 1 5 4 6 Havariechronik 1 2 3 4 5 6 Datum 24.03 29.03 01.04 06.04 14.04 17.04 Ereignis Stabilitätsverlust/Untergang Brand im Maschinenraum Brand unter Deck Container-Brand Kollision Brand/Explosion Ort Kalkutta nahe Jebel Ali Bremerhaven nahe Sabang nahe Chattogram Talisay City, Cebu Schiff Marintrust-01 CMA CGM Titus Lascombes CMA CGM Rabelais Haian City Orion Express General Romulo Typ General Cargo Containerschiff Bulk Carrier Containerschiff Containerschiff Produktentanker Containerschiff tdw 3.475 109.021 56.801 83.317 21.458 35.407 5.250 Flagge Bangladesch Frankreich Marshall Islands Malta Vietnam Bangladesch Philippinen Haftpflicht k.A. North of England Swedish Club Swedish Club West of England West of England Steamship Mutual Reise Container-Feeder-Dienst Indien-Mittelmeer-Dienst Ägypten-Nordeuropa Aegean Shuttle Feeder-Dienst Samudera k.A. Feeder-Dienst Philippinen Den kompletten Überblick zu allen aktuellen Havarien gibt es unter www.hansa-online.de/havariechronik/ LLOYD’S OF LONDON Seeversicherung treibt Gewinn hoch Die Versicherungsbörse Lloyd’s of London hat sich von den Corona-Verlusten erholt. Für 2021 wird ein Gewinn von 2,3 Mrd. £ gegenüber -0,9 Mrd. £ im Jahr zuvor gemeldet. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf 93,5 %, dabei halfen neben verringerten Pandemieschäden auch erhöhte Prämieneinnahmen und sinkende Betriebskosten. Das Seeversicherungsge schäft – lange Zeit ein Problemkind bei Lloyd’s – trug maßgeblich zur positiven Entwicklung bei. Die Rückversicherung für »Specialty« konnte ihren Überschuss auf 336 Mio. £ nahezu verfünffachen. mph P&I-VERSICHERER Kapitalspritze für Hydor Der norwegische P&I-Festprämienversicherer Hydor AS hat einen Investor an Bord geholt. Zum 1. April übernahm die norwegische Private-Equity-Firma Longship über einen ihrer Fonds eine Mehrheit von 57,12 % an dem Underwriter und bringt zusätzliches Kapital ein. Die Wettbewerbsposition solle weiter ausgebaut werden, so Longship. Hydor bietet hauptsächlich P&I-Versicherungsschutz für Reeder und Charterer mit Risikokapazitäten aus dem Lloyd’s-Markt an. Das P&I-Buch umfasst eigenen Angaben zufolge 2.500 Schiffe. Im Jahr 2020 lagen die Prämieneinnahmen bei 25 Mio. $. mph P&I-MARKT Festprämienanbieter planen Bündnis Ähnlich wie die großen Gegenseitigkeitsversicherer der International Group wollen auch die Festprämienversicherer für P&I ihre eigene Vereinigung bilden. So haben der Assekuradeur Hydor aus Norwegen und die Gesellschaft MS Amlin Marine in den Niederlanden die »Association of Commercial P&I Insurers« (ACPII) aus der Taufe gehoben. Sekretär Bert Wardetzki geht davon aus, weitere Mitglieder dazustoßen. Die neue Vereinigung soll die Interessen der Festprämienversicherer künftig gegenüber IMO, ILO, Schiffsbanken und anderen Institutionen vertreten. mph +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm Swedish Club fällt zurück: Der P&I- und Seekaskoversicherer verbucht für 2021 einen Verlust von -34 Mio. $, nach +3 Mio. $ Gewinn im Vorjahr. Schuld daran seien verstärkte P&I-Großschäden und erhöhte Kosten durch die Corona-Pandemie +++ S&P bremst Merger-Euphorie bei North und Standard: P&I Clubs North und Standard können nach Zusammenschluss nicht unmittelbar mit günstigerem Ausblick für Rating rechnen. Das stellt S&P Global klar. Synergien und Skaleneffekte dürfte sich nur langsam entfalten +++ Bunker-Kontamination in Singapur zieht Kreise: 14 Schiffe mit schweren Maschinenproblemen nach Aufnahme verunreinigten Bunkers in Singapur. Insgesamt 60 Schiffe von zwei Anbietern mit Schweröl beliefert, das chlorinierte Kohlenwasserstoffe aufweist, berichtet Analysefirma VPS +++ Leute, Leute... JWA Marine/WTW: Peter Grönwoldt scheidet nach 3 Monaten als Associate Director wieder aus und wechselt zu Lidl/Tailwind Shipping Lines +++ Steamship Mutual: Jonathan Andrews (Head of Eastern Syndicate) als Nachfolger für CEO Stephen Martin per 20.02.2023 nominiert. Graham Jones (Head of Legal) folgt auf Chris Adams als COO. Adrian Benham (Head of Claims, Americas Syndicate) löst Charles Brown als Head of Claims ab +++ Cefor: Anders Hovelsrud (DNK) folgt auf Jan Limnell (Alandia) als Vorsitzender. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Tord Nilsson (Swedish Club) +++ HANSA – International Maritime Journal 05 | 2022 15

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