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HANSA 05-2019

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Nor-Shipping ’19 | Maritime Hub Norway | Finanzplatz Oslo | Tugs & Salvage | HullPIC | Offshore-Logistik | NordLB | Breakbulk Europe | Hansa Heavy Lift | HS Schiffahrt | MPP-Carrier

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Versicherungen | Insurance Nordische Kaskoversicherer bauen Marktanteile aus Branchenverband Cefor berichtet von einem Zuwachs bei Tonnage und Prämienaufkommen. Von Michael Hollmann Während die Transportversicherer in Großbritannien – vor allem im wichtigen Lloyd’s-Markt – eher auf Konsolidierungskurs sind, bauen die skandinavischen Gesellschaften ihren Marktanteil weiter aus. Darauf deuten die jüngsten Zahlen des nordischen Seeversicherungsverbands für 2018 hin. Auffällig ist vor allem ein starker Zuwachs bei Seekasko. So stieg der Anteil der Weltflotte, der von Cefor-Gesellschaften führend oder co-versichert wird, gegenüber 2017 von 25,9% auf 30,9%. Insgesamt handelte es sich um 16.722 Schiffe – so viele wie nie zuvor. Auch das gebündelte Bruttoprämienvolumen in der Sparte wuchs kräftig um mehr als 12% auf fast 642 Mio.$ an. Aktivster Player im Neugeschäft war offenbar der norwegische Gegenseitigkeitsversicherer Gard, der das Feld jetzt mit noch deutlich größerem Abstand anführt. Der Gard-Anteil am Seekasko-Prämienkuchen der Cefor stieg im vergangenen Jahr auf 38,2%, von 31,3% im Vorjahr. Die Anteile der Mitbewerber Norwegian Hull Club (NHC), Skuld, Swedish Club und Codan gaben dagegen mehr oder weniger nach. Einen deutlichen Sprung nach vorn machte die finnische Alandia Insurance – von 5,5% auf 7,3%, die damit nun den dritten Platz nach Gard und dem NHC belegt. Die Zunahme des Versicherungsbestands zog wie zu erwarten auch einen Anstieg der Schäden nach sich. Deren Zahl erhöhte sich von knapp 2.900 auf Abstract: Nordic marine insurers expand their footprint Latest figures from Nordic marine insurers’ association Cefor show 12% increase in ocean hull premium and rise in world fleet market share from 25.9% to 30.9%. Norway’s Gard wrote the largest chunk, growing its share to 38.3%.redaktion@hansa-online.de 31,3% 1,5% 4,0% 1,2% Tromstrygd Alandia Codan Gard Fender Marine Gjensidige Møretrygd Norwegian Hull The Swedish Club Skuld 6,0% 26,1% 0,7% 5,5% Marine Hull Premium Cefor 10,1% 7,8% 3.096. Die Schadenskosten kletterten um 6,8% auf 734,5 Mio.$. Rückschlüsse auf Schadensquoten und Ergebnisse der Cefor-Mitglieder lassen sich, wie immer, nicht ziehen. Denn die Schäden sind auf 100% der Versicherungsdeckung hochgerechnet, sie entsprechen nicht den Anteilen der nordischen Führungs- und Folgeversicherer und können Marine deshalb Hull auch Premium nicht Cefor den Prämieneinnahmen gegenübergestellt werden. Es liegen aber erste Finanzkennzahlen einzelner Versicherer vor, die passable Ergebnisse erkennen lassen. Der NHC erzielte demnach 2018 eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Schäden und Verwaltungskosten zu Prämieneinnahmen) von 94% und schüttet einen Großteil des Gewinns an die Mitglieder aus. Beim Swedish Club lag die Quote für Seekasko und P&I zusammen bei 99%. Grundsätzlich beurteilt Cefor die Entwicklung als sehr moderat. 2018 sei das dritte Jahr in Folge ohne Riesenschäden von über 30 Mio.$ gewesen. Am schwersten schlugen demnach zwei Totalverluste mit je 25 Mio.$ zu Buche. Die Großrisiken hätten sich verringert, weil die Zahl der Schiffe mit Versicherungswerten über 30 Mio.$ seit 2015 um mehr als 10% auf unter 4.500 gesunken sei – als Folge des Wertverfalls in der Schifffahrt. In den unteren Schadenskategorien (5–10 Mio. $, 1–5 Mio. $, unter 1 Mio. $ pro Claim) sanken die Schadensfrequenzen bei Teilschäden und Totalverlusten zuletzt auf Tiefstände von 21,9% und unter 0,1% der versicherten Objekte. Im Bereich der kleineren und mittleren Schäden hatten die Cefor-Versicherer unter anderem mit einer Serie von Schäden nach Bunkerverunreinigungen im US Golf zu kämpfen. Die Vorfälle reichten von Filter- und Pumpenproblemen bis hin zu Ausfällen der Hauptmaschine. Bis zu 1.000 Schiffe könnten davon betroffen gewesen sein, heißt es. Der Ausblick auf 2019 fällt weniger positiv aus. Bereits im ersten Quartal habe es eine Reihe von Havarien weltweit gegeben, die bei den Kaskoversicherern mit über 30 Mio.$ zu Buche schlagen könnten. Zwei der Vorfälle betreffen Schiffe, die im Cefor-Markt versichert sind. Lloyd’s wieder mit hohem Verlust Ein schlechtes Jahr haben dagegen die Transportversicherer bei Lloyd’s of London hinter sich. Die Versicherungsbörse veröffentlichte kürzlich ihre Kennzahlen für 2018, wonach das Marine-Segment (Seekasko, Warentransport, P&I/Verkehrshaftung) bei einer Schaden-Kosten-Quote von 116% einen Fehlbetrag von 343 Mio. £ auffuhr. Das war zwar eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (-469 Mio. £) , stellt aber bei weitem keinen Turnaround dar. Größter Einzelschaden war der Brand auf der Bremer Lürssen Werft im vergangenen September. Wie angespannt die Lage in dem Segment ist, wird durch den Rückzug von mehr als einem Dutzend Lloyd’s-Syndikaten deutlich. Der ausgewiesene Marine-Verlust bezieht sich dabei nur auf das direkte Geschäft, nicht auf die Rückversicherung für »Specialty«-Deckungen, die ebenfalls zu einem Großteil transportbezogen sind. Auch hier schloss der Markt mit roten Zahlen ab. n 10 HANSA International Maritime Journal 05 | 2019

Versicherungen | Insurance 6 4 1 7 3 2 5 Havariechronik Datum Ereignis Ort Schiff Typ tdw Flagge Haftpflicht Reise 1 01.04. 2 01.04. Kollision / Personenschaden Kransturz auf Deck / Personenschaden Westerschelde Chemical Marketer vs Viking Idun Chemical Tanker / River Cruise Ship 14298 / k.A. Malta / k.A. Skuld / k.A. Freeport Oasis of the Seas Cruise Vessel 19.750 Bahamas Steamship Mutual k.A. Iskenderun–Antwerpen / nach Ghent 3 01.04. Brand / 2 Tote Tianjin Sheng Tai General Cargo Ship 5.210 China West of England Nantong–Ulsan 4 07.04. 5 08.04. 6 10.04. 7 12.04. Kollision mit Schleuse Brand / Totalschaden Kollision mit Kaimauer Reparaturdock eingebrochen / Kransturz Kiel BBC Amethyst MPP-Frachter 14.452 Antigua und Barbuda Der kompette Überblick zu allen aktuellen Havarien unter www.hansa-online.de/havariechronik/ k.A. Ostsee–Rotterdam Farasan Al Fayrouz Ro-Ro Cargo Ship 2.901 Panama MS Amlin Suez–Djibouti Bremerhaven Rumba Container Ship 8.015 Gibraltar Gard Hamburg–Bremerhaven Tuzla Lazurit General Cargo Ship 3.100 Russland British Steamship P&I Rostow–Tuzla GRÖSSTER SCHADEN »MAERSK HONAM« Maersk Insurance verdoppelt Gewinn Der Eigenversicherer von A.P. Moller-Maersk (APMM) – Maersk Insurance – hat 2018 den Gewinn auf fast 13 Mio. $ verdoppelt. Sowohl das technische Ergebnis als auch die Kapitalerträge legten deutlich zu. Die Eigenkapitalbasis wächst auf über 187 Mio. $ an. Größter Einzelschaden (54,1 Mio. $) war der Brand des Containerschiffs »Maersk Honam« im März 2018. Der Schaden ist aber zu 100% rückversichert. Die Bruttoprämieneinnahmen kletterten um rund 15% auf 60,3 Mio. $. Die Rückversicherungsbeteiligung blieb stabil bei 45,5 Mio. $ Prämie. Das Nettoprämienvolumen wurde nahezu verdreifacht auf 12,2 Mio. $. n NEUE PARTNERSCHAFT Hanseatic Underwriters setzt auf AIG Der deutsche P&I-Versicherer Hanseatic Underwriters arbeitet künftig eng mit der American Insurance Group (AIG) zusammen. Der US-Versicherer übernimmt seit dem 1. April vollständig die erste Haftungs-Layer für Schäden bis 50 Mio. $ und löst damit ein Konsortium von acht Lloyd’s-Syndikaten ab. Erst für die zweite Haftungsstrecke ab 50 Mio. bis 500 Mio. $ springt künftig Lloyd’s of London ein. Die Veränderung war notwendig geworden, weil Lloyd’s seit Ende März die Zeichnungsbefugnisse für Coverholder wie Hanseatic Underwriters, die ihren Sitz anderswo in der Europäischen Union haben, eingeschränkt hat.n +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm Seeplatzgeschäft künftig ohne RSA: Britische RSA Insurance Group kündigt Schließung ihrer Filialen in Hamburg und Köln an. 13 Mitarbeiter an beiden Standorten betroffen, seit 1. März keine Zeichnung von Neugeschäft mehr +++ Aktienverluste reißen Swedish Club in die roten Zahlen : P&I- und Seekaskoversicherer macht 5,2 Mio. $ Verlust (2018). Hauptgrund: negative Rendite von -1,6% auf Kapitalanlagen infolge starker Aktienkursrückgänge zu Jahresende. Vorjahr noch 22,7 Mio. $ Gewinn +++ Broker-Giganten verschmolzen: Übernahme von Jardine Lloyd Thompson durch Marsh & McLennan Anfang April abgeschlossen. Transaktionsvolumen: 5,6 Mrd. $. Mitarbeiterzahl wächst um 10.000 auf 75.000 +++ Leute, Leute +++ Holman Fenwick Willan (HFW), London: Paul Dean zum neuen Leiter des Shipping Practice gewählt. Vier Anwälte treten neu als Shipping Partner ein +++ Brand Marine Consultants, Hamburg/London: Mark Hoddinott (Ex-ISU, Ex-Titan Salvage) heuert als Berater (Senior Advisor) bei Tochterfirma von Brand Marine in Großbritannien an +++ American Club, New York/Piräus: Margaret Lee ist neue Lead Counsel in New York; Joanna Koukouli ist jetzt Co-Geschäftsführerin in Piräus +++ HANSA International Maritime Journal 05 | 2019 11

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