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HANSA 04-2022

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HÄFEN | PORTS So

HÄFEN | PORTS So könnte das LNG-Terminal in Brunsbüttel aussehen Deutsches LNGTerminal kommt Erst der Überfall Russlands auf die Ukraine hat in Deutschland ein Umdenken bewirkt. Das jahrelange Hin und Her um ein deutsches Importterminal für LNG ist beendet. Drei Standorte an der Nordsee bewerben sich, zwei haben die Nase vorn. Von Felix Selzer In Wilhelmshaven ist ein FSRU- Terminal geplant, das sich relativ schnell realisieren ließe Zuletzt hatte die Diskussion um deutsche LNG-Terminals an den Standorten Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade an Dynamik verloren, zu oft hatte es in den vergangenen Jahren große Ankündigungen gegeben, wichtige Partnerschaften waren geschlossen und wieder gelöst worden, Absichtserklärungen blieben ebensolche. Abgesehen von wirtschaftlichen und genehmigungstechnischen gab es auch klimapolitische Fragezeichen angesichts des fossilen Energieträgers Erdgas. Als einziges europäisches Land mit Meereszugang blieb Deutschland ohne LNG-Import-Terminals, die Bundespolitik setzte lange Zeit lieber auf Pipeline-Gas aus Russland. In Reaktion auf den russischen Überfall auf die Ukraine Ende Februar soll Deutschland nun unabhängiger von Gasimporten aus Russland werde. Gleich zwei LNG-Terminals sollen deshalb an der Küste entstehen, wie Bundeskanzler Olaf Scholz kurz nach Kriegsbeginn in einer Regierungserklärung ankündigte. Als mögliche Standorte nannte er Brunsbüttel und Wilhelmshaven. Stade blieb ohne Erwähnung, die Landespolitik in Niedersachsen hält aber auch an dieser dritten Option fest. Vor allem in Brunsbüttel setzt sich der Bund nun für eine schnelle Realisierung © Uniper ein. Die Bundesregierung beteiligt sich über die staatliche Bank KfW mit 50 % an dem Projekt. Das unterstreiche »wie an keinem anderen Standort den Willen der Bundesregierung das LNG-Terminal in Brunsbüttel zu realisieren«, heißt es bei Brunsbüttel Ports. Wirtschafts- und Energieminister Robert Habeck führte kürzlich bereits vor Ort Gespräche mit den anderen Investoren des LNG- Terminals, Gasunie (40 %) als Betreiber und RWE (10 %) als Projektpartner. Der Bau des Terminals in Brunsbüttel soll nach Aussage von Habeck und nach dem Willen der Bundesregierung schnellstmöglich begonnen und umgesetzt werden. Die normalerweise langen Genehmigungs- und Bauphasen für ein solches LNG-Terminal sollen nach Aussagen von Robert Habeck so weit wie möglich verkürzt werden. Geplant ist in Brunsbüttel ein Schiffsanleger mit zwei Anlegemöglichkeiten für Schiffe bis zur QMax-Größe sowie Anlagen zur Verteilung des LNG mit Tanklastern, Eisenbahnkesselwagen und kleineren Schiffen. Das Terminal soll über zwei Tanks mit einer Kapazität von jeweils 165.000 m3 sowie eine LNG- Regasifizierungsanlage verfügen. Insgesamt sollen jährlich bis zu 8 Mrd. m3 Erdgas in das Netz eingespeist werden. 2026 könnten hier die ersten LNG-Tanker anlegen. Eine Absichtserklärung mit 76 HANSA – International Maritime Journal 04 | 2022

HÄFEN | PORTS Shell sieht vor, dass der Energiekonzern einen »substanziellen Teil« der Kapazität des Terminals in Brunsbüttel für den Import von LNG langfristig bucht. Perspektivisch soll die Anlage für den Import »grüner« Wasserstoffderivate wie Ammoniak umgerüstet werden. Abstract: Ukraine war boosts German LNG terminal plans Brunsbüttel, Wilhelmshaven and Stade have been promoting their LNG import terminal plans for years, but it was not until Russia started a war in Europe that the German federal government really got behind the idea – after heavily relying on Russian imports for years. Now, state-owned Bank KfW has taken a 50 % share in the planned terminal in Brunsbüttel to speed up the process. In the end, all three locations at the North Sea coast could be needed to make Germany less reliant on Russian imports. Wilhelmshaven setzt auf FSRU In Wilhelmshaven gibt es bisher keine staatliche Beteiligung, dennoch ist man auch hier weiterhin fest entschlossen, ein LNG-Terminal zu bauen. Projektpartner Uniper hatte das Vorhaben zuletzt auf Eis gelegt, wegen der eigenen Beteiligung an der Pipeline Nord Stream 2 schien der LNG-Import unwirtschaftlich. Mit dem Aus der Pipeline und der nun drängenden Diversifizierung der deutschen Gasversorgung hat sich das geändert. Uniper hat daher die Planung für ein LNG-Terminal in Wilhelmshaven wieder aufgenommen. Uniper plant einen Anleger für eine Floating Storage and Regasification Unit (FSRU), die als schwimmendes Terminal, Lager und Regasifizierungsanlage dienen würde. Vorausgesetzt, ein solches Schiff steht zur Verfügung, ließe sich diese Lösung schnell realisieren. Ursprünglich sollte die japanische Reederei MOL die FSRU bestellen, die Partnerschaft wurde allerdings mittlerweile wieder gelöst. Benötigt würde neben dem Anleger landseitig eine Leitung bis zu den Gaskavernen in Etzel, von wo aus Anschluss an das deutsche Gasnetz bestünde. Ende 2023 könnte man hier für den LNG- Import bereit sein, die angestrebte Kapazität wurde zuletzt mit rund 9,8 Mrd. m3 angegeben. Uniper will Wilhelmshaven zu einer »grünen Energiedrehscheibe« machen, mit grünem Ammoniakimport und einer Wasserstoffproduktion. In Wilhelmshaven könnten sogar drei Terminals entstehen, drei Firmen sind hier auf dem Weg. Ein weiterer Akteur in Wilhelmshaven ist Nordwest-Öllei - tungen (NWO). Das Unternehmen betreibt ein Ölterminal, das für den Gasimport umgerüstet werden müsste. Auch hier ist eine FSRU-Lösung angedacht. company of • • • HANSA – International Maritime Journal 04 | 2022 77

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