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HANSA 03-2020

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Häfen | Ports Bewegung

Häfen | Ports Bewegung an der Elbe Während die Fahrrinnenanpassung der Elbe realisiert wird, herrscht bei ähnlichen Vorhaben an Weser und Ems weitgehend Stillstand. Wegen des Orkantiefs »Sabine« müssen zudem die Strände der Nordseeinseln mit großen Mengen Sand wiederhergestellt werden. Von Thomas Wägener Zwei Töchter von DEME sind für die Fahrrinnenanpassung der Elbe von Hamburg bis kurz vor Hamburg zuständig 74 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2020

Häfen | Ports Abstract: Movement along the river Elbe While the fairway expansion of the river Elbe is being realised, similar projects on the rivers Weser and Ems are largely at a standstill due to legal uncertainties. Work on the 385 m wide passing box between Schulau and Mühlenberger Loch on the Elbe is scheduled for completion this summer. After that, the lexpanded section of 7 km is to be opened to shipping. This will considerably improve the nautical accessibility of the port of Hamburg, especially for big freigthers. The entire fairway adaption of the whole river Elbe is to be completed next year. The hydraulic engineering work between Cuxhaven and Hamburg is carried out by Nordsee Nassbagger- und Tiefbau and Dredging International, both subsidiaries of the DEME Group. From March on, Jan de Nul will be working in the Port of Hamburg area. On the East Frisian and North Frisian Islands, hurricane »Sabine« has led to the erosion of large parts of the beaches. On Sylt alone, at least 1.3 mill. m3 of sand have to be piled up. Danish company Rohde Nielsen is responsible for this. Furthermore, Port of Rostock expands its RoRo capacities. Two new berths for vessels with a length of up to 250 m are to be built. The constructions will be finished this April. © DEME Nach rund 17 Jahren des Wartens auf die Fahrrinnenanpassung der Elbe kommt immer mehr Bewegung in das Projekt. Ende Januar wurden die ersten 5 km der 7 km langen und 385 m breiten Begegnungsbox zwischen Schulau und Mühlenberger Loch fertiggestellt. Nach dem Abschluss der Arbeiten im Sommer steht sie der Schifffahrt zur Verfügung. Dadurch wird die Erreichbarkeit des Hamburger Hafens für Großschiffe deutlich verbessert, denn sie ermöglicht ein Passieren von Schiffen, deren addierte Breite 98 m beträgt. Wie vorgesehen wurde auch die Fahrrinne auf der 36 km langen Strecke zwischen Wedel und der Störmündung von 300 m auf 320 m verbreitert. Dort können nun Schiffe mit einer kombinierten Breite von 92 m sicher aneinander vorbeifahren oder sich überholen. Bisher durften dies nur Frachter, deren zusammengenommene Breite 90 m nicht überschritten hatte. »Die Begegnungsbox erleichtert die Steuerung der ein- und auslaufenden Schiffe in erheblichen Maße«, sagt Ingo Egloff, Vorstand von Hamburg Hafen Marketing (HHM). Mitte Januar wurde zudem der Auftrag für die Baggerarbeiten an einem Teilstück des Flusses im Bereich des Hafens der Hansestadt vergeben. Der Zuschlag ging an Jan de Nul. Die Arbeiten sollen im März beginnen. Erfasst ist die sogenannte Hamburger Delegationsstrecke, der Abschnitt von der Landesgrenze bei Schulau bis zum Containerterminal Altenwerder beziehungsweise bis zum Mittleren Hafen. Das Unternehmen will hierfür einen Laderaumsaugbagger sowie zwei Tieflöffelbagger einsetzen, die den festen und geröllhaltigen Boden baggern sollen. Das gewonnene Baggergut wird in einer eigens hergerichteten Unterwasserablagerungsfläche im Bereich der Elbmündung untergebracht. Derzeit laufen nach Angaben der Wasserstraßenverwaltung die Vertiefungsarbeiten auf der Gesamtstrecke. Hierfür hatten sich Nordsee Nassbagger- und Tiefbau und Dredging International, Tochtergesellschaften der DEME-Gruppe, den Auftrag gesichert. Das Projekt umfasst die Verbreiterung und Vertiefung der 116 km langen Fahrrinne zwischen Cuxhaven und Hamburg auf eine Tiefe von 14,50 m. Damit können künftig Schiffe mit einem Tiefgang von 13,50 m die Elbe tidenunabhängig befahren. Derzeit ist dies nur mit bis zu 12,50 m möglich. Nach Angaben von DEME müssen rund 32 Mio.t Material gebaggert, transportiert und umgelagert werden. Dafür setzt das Unternehmen drei Baggerschiffe ein. Die gasbetriebenen »Scheldt River« und »Bonny River« sowie »Peter the Great«. Auch für das hier zu baggernde Material wurden im Vorfeld Unterwasserablagerungsflächen geschaffen. Insgesamt sollen die Arbeiten im Bereich der Hansestadt bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Nach Abschluss aller Baggerarbeiten im kommenden Jahr wäre die Elbvertiefung dann fertig. Weitere Klage wird verhandelt Allerdings geben sich die Umweltverbände, die gegen die Fahrrinnenanpassung geklagt und dadurch eine abermalige Verzögerung des Projekts erwirkt hatten, noch nicht geschlagen. So steht weiter eine Klage des BUND Hamburg im Raum, der Nachbesserungsbedarf bei den bereits genehmigten Ausgleichsflächen sieht. Diese reichten nicht aus. Deshalb hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 28. Mai einen Termin für eine mündliche Verhandlung angesetzt, zu der die klagenden Umweltverbände, der Bund und die Stadt Hamburg geladen sind. Der BUND zieht weiter die Notwendigkeit der Elbvertiefung in Zweifel, was allerdings nicht mehr zur Debatte stehen dürfte, denn mit der Erteilung des Baurechts für die Stadt Hamburg zur Fahrrinnenanpassung im Sommer 2018 war dieser Einwand bereits als nichtig erachtet worden. HANSA – International Maritime Journal 03 | 2020 75

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