Aufrufe
vor 6 Monaten

HANSA 03-2020

  • Text
  • Hansaplus
  • Maritime
  • Hansa
  • Shipping
  • Hamburg
  • Ballast
  • Marine
  • Ports
  • Ships
  • Digital
  • Vessels
Zeamarine | Ausbau Wasserstraßen | Nordrange | Green Shipping | Ballastwasser | Hull & Hydrodynamics | North America | IHM | St. Lawrence Seaway | Maritime Start-ups

Versicherungen |

Versicherungen | Insurance P&I-Prämienerhöhungen laufen ins Leere Versicherungsmakler verzeichnen einen Seitwärtstrend bei den jüngsten Vertrags-Renewals. Von Michael Hollmann Die P&I Clubs haben ihre geplanten Prämienerhöhungen bei den diesjährigen Vertragserneuerungen für die Schiffshaftpflicht weit verfehlt. Das zeigen erste Rückmeldungen von Versicherungsmaklern unmittelbar nach Abschluss der Prolongationen per 20. Februar. »Die Clubs haben sich in sehr vielen Fällen mitgliederfreundlich verhalten und Augenmaß bewiesen«, erklärte Christian Ross, Geschäftsführer des größten deutschen Maklers für Schiffsversicherungen Georg Duncker. »Nur bei schlechten Schadensverläufen hat es deutlichere Erhöhungen gegeben. Das hören wir auch von unseren Büros in Asien und Nordamerika.« Angesichts der nicht ganz leichten Ausgangslage für die Clubs mit einem Rückgang der freien Reserven um 7% auf 5,3 Mrd. $ im Vorjahr sei der Ausgang der Renewals ohne effektive Prämienanhebungen »erstaunlich« moderat, findet auch Executive Director Matthias Ross. Olaf Fölsch, Geschäftsführer von Junge & Co., zeigte sich ebenfalls überrascht. »Zumindest in unserem eigenen Bestand haben wir die angekündigten Beitragserhöhungen nicht gesehen. In Einzelfällen gab es sogar leichte Reduktionen.« Letztlich sei der Wettbewerb unter den P&I Clubs wieder zu intensiv gewesen – zu groß die Angst, Tonnage zu verlieren. »Die Kunden waren wechselwillig und hätten Abstract: Shipowners ward off P&I general increases P&I premiums more or less in a sideways trend as club underwriters backtracked on general increases for fear of market share losses. Only clients with excessive claims records have paid significant increases. The outlook is still for a market hardening, although an upturn in investment returns may appease club managers to some extent. auch die Release Calls (zur Ablösung, Anm. der Redaktion) gezahlt. Das zeigte Wirkung, weil die Clubs bemüht waren, auf jeden Fall ihren Bestand zu halten«, analysiert Fölsch. Für die Reedereien und Schiffsgesellschaften sei es eine positive Überraschung, weil sie sich schon auf Prämienerhöhungen von rund 2,5 bis 5% eingestellt hätten. »Da entstehen jetzt wieder Spielräume in den Budgetplanungen.« Bei der Marine Assekuranz habe man alles »von leichten Reduzierungen bis zu leichten Erhöhungen« gesehen, berichtet Geschäftsführer Michael Hogger. »Insgesamt war es wohl ein Seitwärtstrend.« Hogger findet es verblüffend, dass auch kleinere Clubs mit geringeren Kapitalpolstern nicht stärker auf Prämienerhöhungen gepocht haben. Das könne dazu führen, dass bei der Kapitalisierung die Schere zwischen den Clubs der International Group weiter auseinanderklafft. HKVA auf Wachstumskurs Folglich dürfte die Konsolidierung der Branche bald wieder zu einem Thema werden. Von großen Tonnageverschiebungen unter den Clubs hat man bei der Marine Assekuranz nichts vernommen. Hogger geht davon aus, dass die Clubs der International Group in Deutschland hier und da den Festprämienversicherern Geschäft abluchsen konnten. Der Bremer Makler Pandi Marine Insurance konnte eigenen Angaben zufolge die meisten Deckungen zum gleichen Prämienniveau verlängern. »Nur in einem Fall ging es um 1% hoch, das war eher kosmetisch«, sagt Geschäftsführer Thomas Kühl. Die Verhandlungen verliefen aus seiner Sicht eher unspektakulär, »eine richtig harte Verhandlungslinie war nie zu erkennen.« 9 von 13 Clubs der International Group hatten für die Renewals Erhöhungen zwischen 2,5 und 7,5% angesetzt. Drei (Skuld, Britannia, American) haben das Der Bremer Seeversicherer HKVA – Hanseatische Kasko Versicherungsagentur – hat mit einer Neuordnung im Gesellschafterkreis die Weichen für die weitere Expansion gestellt. Wie Geschäftsführer und Mitgesellschafter Ron Wedekamp der HANSA bestätigt, sind zwei der Gründungsgesellschaften im Vorjahr ausgeschieden. Es handelt sich um die Assekuranz-Union und den Versicherungsmakler Meyer & Löffler – beide mit Sitz in Bremen. Dafür Ron Wedekamp haben die Assekuradeure Carl Schröter (Bremen) und Störk & Terbeek (Emden) ihre Anteile erhöht. Nach einer weiteren Anpassung zu Jahresanfang gehört die HKVA nun zu je 45% Carl Schröter und Störk & Terbeek sowie zu 10% Ron Wedekamp, der seit Auftakt im Jahr 2003 mit an Bord ist und vor zwei Jahren die Nachfolge des Gründungsgeschäftsführers Holger Stehmeier antrat. »Wir haben den Generationswechsel hinter uns und wollen in der neuen Konstellation noch stärker wachsen«, sagt Wedekamp. Im Bereich See- und Flusskasko hat der Assekuradeur, der über Zeichnungsvollmacht für rund 30 Versicherungsgesellschaften verfügt, sein Führungsgeschäft auf 850 Objekte ausgeweitet. »Das wird 2020 noch mal hoch gehen, weil viel Geschäft aus dem Ausland zurückkommt.« Gleichzeitig habe sich die HKVA durch Ausbau neuer Segmente wie der Wassersportversicherung breiter aufgestellt, um nicht mehr so stark von Schwankungen im Seekaskosegment abzuhängen. Neben einer Elektronikversicherung für Schiffe soll in Kürze auch Charterers‘ Liability ins Produktsortiment aufgenommen werden. Sein Team hat Wedekamp in den vergangenen Jahren von 4 auf 11 Mitarbeiter erweitert. Weitere Zugänge sind geplant.mph © HKVA 10 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2020

Versicherungen | Insurance 4 7 5 6 9 2 3 1 8 Havariechronik Datum Ereignis Ort Schiff Typ tdw Flagge Haftpflicht Reise 1 29.01. 2 31.01. Brand | 4 Tote & 10 Vermisste Ladungsunfall | 2 Kräne über Bord Sharjah Zoya-1 Crude Oil Tanker 300.482 Panama k. A. Reparaturaufenthalt Rostock Jumbo Vision General Cargo 7.300 Niederlande Gard Ladungsaufnahme 3 09.02. Auf Grund Port Said Astro Perseus Crude Oil Tanker 159.116 Griechenland Gard Ust-Lua – Tianjin 4 09.02. Auf Grund| LOF Everingen Hupeh Bulk Carrier 39.773 Singapur Standard C. Vlissingen – Panama 5 11.02. Ladungsverlust / 5 TEU Ameland OOCL Rauma Container Ship 17.892 Niederlande British Marine Kotka – Rotterdam 6 14.02. Kollision mit Schleuse Brunsbüttel Italian Express Container Ship 14.213 Gibraltar Steamship M. Gdansk –Rotterdam 7 14.02. Kollision mit Schleuse Antwerpen E. R. Seoul Container Ship 67.660 Liberia Swedish Club Antwerpen –US-Ostküste 8 16.02. Kollision mit Brücke Curacao Wish Way Semi-sub Heavylift 20.000 Panama American P&I Taicang – Curacao 9 16.02. Auf Grund | 1 Jahr Drift Cork Alta General Cargo 1.640 Tansania k.A. Aufgegeben nach Havarie im Atlantik 09 / 2018 Der kompette Überblick zu allen aktuellen Havarien unter www.hansa-online.de/havariechronik/ Prinzip der »General Increases« inzwischen über Bord geworfen und setzen Preise nur noch gemäß invididuellem Schadensverlauf und Risiko fest. Allein Marktführer Gard hatte sich offiziell auf eine Nullrunde festgelegt. Laut der Rating-Agentur AM Best waren die Prämienziele sehr bescheiden gemessen an den Underwriting-Verlusten des Vorjahres (zusammen 259 Mio. $). Bislang waren die meisten Marktteilnehmer davon ausgegangen, dass sich der P&I-Markt weiter verhärtet. Daran werden inzwischen leise Zweifel laut. Junge-Geschäftsführer Fölsch hält es für wahrscheinlich, dass die Clubs im nächsten Jahr wohl entschlossener auftreten werden. »Da wird es keine Reduktionen mehr geben.« Ross gibt zu bedenken, dass bis zum Herbst, wenn die Clubmanager ihre Prämienpolitik festlegen, noch viel passieren kann. »Dann wird man sich anschauen: Wie läuft es an den Investmentmärkten? Wie haben sich Schifffahrtsaktivität und Schäden entwickelt? Wie steht es allgemein an den Schifffahrtsmärkten?« Der finanzielle Druck auf die Clubs könnte im gerade abgeschlossenen Jahr 2019/20 sogar etwas nachgelassen haben. »Wir rechnen mit einer leichten Verbesserung der kombinierten Schaden-Kosten- Quote bei dem einen oder anderen Club. Und die Mehrheit der Clubs dürfte eine Kapitalrendite zwischen 2 und 5% erzielt haben. Das sind zwei positive Entwicklungen«, so Ross. n +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm Steamship jetzt bereit für EU-Geschäft via Zypern: Neue Tochter in Limassol seit 20. Februar in Betrieb. Firma soll nach Brexit alle Mitglieder im Europäischen Wirtschaftsraum betreuen. +++ Dunkelziffer bei Sanktionsverstößen: Zahl der Schiffe, die gegen US- und UN-Sanktionen verstoßen, könnte viel höher liegen als offiziell bestätigt. Laut Datendienstleister Windward fielen in den vergangenen sechs Monaten 2.685 Schiffe durch »verdächtiges Verhalten« auf. Auf den Sanktionslisten sind nur 1.298 Schiffe. +++ Nächste Funding- Runde für Concirrus: Insurtech-Firma sammelt 20 Mio. $ Wachstumskapital in »Series B«-Platzierung ein. Kundenstamm soll sich in vergangenen 12 Monaten verdreifacht haben. +++ Warentransportversicherer drosseln Kapazität: Aon-Marktprognose verzeichnet scharfe Trendwende: Versicherer zögen sich auf breiter Front zurück, verschärften die Bedingungen und höben die Prämien an. Leute, Leute... +++ Steamship Mutual: Simone Vena (Ex-Lodestar) neue Leiterin der Yacht-Versicherungssparte. +++ United Shipping Group: Anneke van Diepen (Ex-SAL) neue »Manager Marine Insurances & Contracts« +++ MS Amlin: Laurence Humberstone zum Head of Marine befördert. +++ Gard: Marie Kelly (Ex-Norton Rose Fulbright) neue Leiterin des Defence Teams. +++ West of England: Neues Claims Team für Amerika gebildet mit Emily McCulloch (Ex-West, London) und Alton Peralta (Ex-Crum & Forster) +++ Aon: Emma Carpenter (Ex-Willis Tower Watson) übernimmt globale Leitung der Super-Yacht-Sparte HANSA – International Maritime Journal 03 | 2020 11

HANSA Magazine

HANSA Magazine

Hansa News Headlines