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HANSA 03-2017

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Versicherungen | Insurance Versicherer rücken Brandrisiken in den Fokus Risiken für RoRo-Tonnage sind deutlich gestiegen. Die IUMI mahnt Eile bei Überprüfung der Sicherheitsbestimmungen an, schreibt Michael Hollmann Abstract: Marine insurers demand action on ro/ro fire risks Fires on RoRo vehicle decks 1994-2011 Obwohl ringsherum Wasser ist, gehört Feuer seit je her zu den Hauptgefahren auf See. Vor allem Brände von Containerschiffen sorgen in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen – ob auf offener See mitten im Atlantik wie im Fall der »MSC Flaminia« oder auch im Hafen wie im Fall der »CCNI Arauco« letztes Jahr in Hamburg. Für die Schiffsversicherer steht das Thema schon seit langem ganz oben auf der Tagesordnung. Ihr internationaler Dachverband – die International Union of Marine Insurance (IUMI) – macht sich seit einigen Jahren für die Erweiterung der Brandschutzvorrichtungen auf Containerschiffen stark. Jetzt rückt die Organisation auch RoRo-Schiffe und Car Carrier in den Fokus. Das Risiko von Feuer und Explosionen an Bord der für Fahrzeuge und andere rollende Güter ausgelegten Schiffe hat zuletzt drastisch zugenommen. Das zeigen Schadensdaten des nordischen Seeversicherungsverbandes (CeFor), der die IUMI traditionell mit Statistiken unterstützt. Spektakuläre Havarien wie die Brände der »Norman Atlantic« Ende 2014 und der »Sorrento« im Frühjahr 2015 im Mittelmeer sind demnach nur die Spitze des Eisbergs. Laut Cefor-Statistik ist die Schadensfrequenz in der Kategorie Feuer/Explosionen für RoRo-Frachter auf 1,5% gestiegen – so hoch wie seit vielen Jahren nicht. Damit sind sie in punkto Brandsicherheit mit großem Abstand das Schlusslicht unter allen Schiffstypen. Konkret sind unter 200 RoRo-Schiffen pro Jahr drei Einheiten betroffen. Bei Containerschiffen ist es laut Cefor-Statistik durchschnittlich nur eines. Diverse Expertengremien – unter anderem bei der European Maritime Safety Agency (EMSA) – hatten sich über die Jahre bereits mit dem Thema beschäftigt. Seitdem auch die IMO wieder aktiv wurde, könnte aus Sicht der Versicherer endlich der lang ersehnte Stein ins Rollen kommen. Das Sicherheitskomitee (MSC) hat ihr »Sub-Committee on Ship Systems and Equipment« (SSE) mit einer Überprüfung der SOLAS-Brandschutzvorschriften für RoRo-Tonnage beauftragt. In zwei Jahren sollen die Ergebnisse vorliegen. Ob die Schiffe künftig besser für die Brandbekämpfung ausgestattet werden müssen, ob es gar konstruktive Veränderungen geben soll oder ob doch alles beim Alten bleibt, ist noch unklar. »Es wird sicher nicht die eine revolutionäre Maßnahme geben, und dann ist alles gut«, dämpft IUMI-Generalsekretär Lars Lange die Erwartungen. Vielmehr komme eine Vielzahl von Stellschrauben in Betracht – angefangen bei der Wartung der Sprinkleranlagen an Bord, über ausreichende Wasserdrücke beim Löschen bis zu Sicherheitsschulungen und Ladungssicherungsmaßnahmen. International Union Of Marine Insurance (IUM) concerned about rise in fire claims frequency, calling for early outcome of review of SOLAS provisions for fire protection. Crew training and fast response key to loss mitigation. Further information: redaktion@hansa-online.de Reefer Vehicle cab Electrical - vehicle Cargo unit Other Vehicle engine Vessel equipment 10,00% 9,20% 9,20% 6,90% 6,00% 12,00% 20,00% Was die speziellen Brandrisiken für Ro/ Ro-Schiffe angeht, herrscht weitgehend Klarheit. Eine IMO-Untersuchung aus dem Jahr 2012 zeigt, dass der Großteil der Schiffsbrände zwischen 1994 und 2011 von den geladenen Gütern ausging – zum Beispiel durch Überhitzung oder Kurzschlüsse. In den meisten Fällen entzündeten sich Kühlaggregate oder -trailer, elektrische Fahrzeugsysteme, Motoren oder anderes Frachtgut. Auf den weitläufigen, gut belüfteten Decks der Schiffe breiten sich die Flammen relativ leicht aus. Generell sei das Brandrisiko bei Fahrzeugen im Ruhezustand sehr gering, doch durch Häufung Tausender kleiner Einzelrisiken an Bord einer Fähre werde daraus eine ernstzunehmende Gefahr, stellt die IUMI in einem aktuellen Positionspapier fest. Der Verband appelliert an Reedereien und Charterer, die geltenden Sicherheitsvorschriften zu befolgen. Präventive Maßnahmen wie der sorgfältige Umgang mit den Ladungsgütern sei genauso wichtig wie die Brandbekämpfung selbst. Der North P&I Club hat gerade eine Brandschutz-Broschüre für die Ro/Ro- Schifffahrt herausgebracht, die auf zehn Seiten die »Best Practice« zu dem Thema aufzeigt: von der Schulung des Personals über Instandsetzung, Überwachung und Sicherheitsmaßnahmen bis zur Bekämpfung eines Brandes. Die Überwachungsund Alarmsysteme an Bord der Schiffe seien inzwischen ziemlich zuverlässig, »wichtig ist, dass die Crew mit diesen Systemen auch umgehen kann und jedem Alarm nachgeht«, sagt Colin Gillespie, Schadensexperte beim North P&I Club. M 22 HANSA International Maritime Journal – 154. Jahrgang – 2017 – Nr. 3

5 Versicherungen | Insurance 4 3 2 Havariechronik 1 6 1 02/02/2017, auf Grund/Bergung beauftragt, Ort: Mauritius Schiff: Alam Manis (Bj. 2007), 55.652 tdw Bulk Carrier, Flagge: Singapur, Haftpflicht: UK P&I Club Reise: Richards Bay (Südafrika) nach Pipapav (Indien) 2 05/02/2017, Maschinenausfall/Bergung (LOF), Ort: Nähe Tenes, Algerien Schiff: Efendi Baba (Bj. 1994), 6.906 tdw Stückgutschiff, Flagge: Türkei, Haftpflicht: Hanseatic P&I Reise: Mariupol (Ukraine) nach Bilbao (Spanien) 3 06/02/2017, Schaden durch Monsterwelle, Ort: zwischen Mallorca und Valencia Schiff: Zurbaran (Bj. 2000), 7.360 tdw Ro/Ro-Passagierschiff, Flagge: Spanien, Haftpflicht: Britannia Reise: Mallorca nach Valencia (Spanien) Sachverstand in Afrika gefragt DPS Africa, Teil der internationalen Sachverständigenfirma DP Survey, hat in den ersten neun Monaten insgesamt 300 Aufträge für Transportversicherer und Spediteure abgewickelt, berichtet Regionalmanagerin Caroline Paul. Überwacht werden vor allem Verladungen von Kakao, Reis, Zucker und Obst. Auch Serviceleistungen im Bereich Seekasko gehörten zum Spektrum. Weltweit führte DP Survey mit Hauptsitz in Antwerpen 2016 rund 7.500 Besichtigungen durch, der Umsatz belief sich auf 11,5 Mio. €. M Rating-Agentur sieht Prämien unter Druck Das Marktumfeld für P&I-Versicherer bleibt nach Einschätzung von Standard & Poor’s schwierig. Nach Überschüssen im vergangenen Jahr (per 20.02.) dürfte der Sektor 2017/18 wohl einen mode- 4 07/02/2017, Brand/Maschinenausfall, Ort: 32 nm vor Neufundland Schiff: Thorco Crown (Bj. 2004), 10.683 tdw Mehrzweckfrachter, Flagge: Antigua & Barbuda, Haftpflicht: Swedish Club Reise: Argentinien nach Montreal (Kanada) 5 10/02/2017, Grundberührung/Rumpf aufgerissen, Ort: nordwestlilch von Fünen, Dänemark Schiff: Victoria (Bj. 2004), 22.506 tdw Containerschiff, Flagge: Portugal, Haftpflicht: Standard Club Reise: Antwerpen (Belgien) nach Fredericia (Dänemark) 6 12/02/2017, Brand, Ort: Nähe Port Elizabeth, Südafrika Schiff: APL Austria (Bj. 2007), 72.807 tdw Containerschiff, Flagge: Liberia, Haftpflicht: Japan P&I Reise: Singapur nach Kapstadt (Südafrika) raten technischen Verlust einfahren. Die Rating-Agentur prophezeit eine Verschlechterung der kombinierten Schadenkostenquoten von 98–100 % auf 100–103 %. Nach den jüngsten Renewals sei ein Rückgang des Prämienaufkommens um 5–6 % zu befürchten. M P&I-Anbieter Hydor baut Leistungen aus Der norwegische Schiffshaftpflichtversicherer Hydor holt die Schadensbearbeitung ins eigene Haus und wirbt zudem verstärkt um Seekaskogeschäft. Bislang hatte Hydor die Schadensbearbeitung extern vergeben – an die britische Sachverständigen- und Beratungsfirma C Solutions. Laut Geschäftsführer Morten Skomsoy werden zusätzlich Seekaskorisiken gezeichnet. Das Portfolio umfasse aktuell rund 100 Schiffe bei einer Deckung von bis zu 10 Mio. $. Die Prämieneinnahmen belaufen sich auf rund 15 Mio. $ pro Jahr, davon entfiel der Löwenanteil auf das P&I-Geschäft. M +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Fall-back Cover für Iran ist Geschichte: Für Schiffe, die iranische Gewässer ansteuern, besteht kein Risiko mehr, dass eventuelle Schäden von den P&I Clubs nicht bezahlt werden. Wie die International Group of P&I Clubs mitteilt, konnte das gemeinsame Rückversicherungsprogramm dieses Jahr ohne direkte Beteiligung von US-Gesellschaften platziert werden. Auf Basis der fortbestehenden US-Sanktionen gegen den Iran seien keine Leistungsprobleme bei Schadensfällen auf Seereisen mit iranischen Beteiligten zu befürchten. Sollte die US-Regierung die Sanktionen wieder verschärfen, müsse die Lage neu beurteilt werden, teilte die International Group mit. +++ Strike Club mit Prolongation zufrieden: Versicherer für Verspätungsschäden und Einnahmenausfälle verlängert eigenen Angaben zufolge 95% des Geschäfts. Portfolio wächst durch neue Kunden in Europa und Asien um 200 auf 3.300 Schiffe. +++ Deutsche Transportversicherer melden kleinen Überschuss: Dem GDV zufolge schließt die Sparte Transport- und Luftfahrtversicherung 2016 mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von 99% ab. Ausschlaggebend dafür ist ein Rückgang der Leistungen um 17% auf 1,3 Mrd. Euro. +++ Steamship Mutual stellt Gewinn in Aussicht: P&I Club kündigt in Rundschreiben weiteren Ausbau der Rücklagen per 20. Februar an. Technisches Ergebnis sei in den ersten elf Monaten »exzellent«, Kapitalerträge auch positiv. Versicherte Tonnage (owned) den Angaben zufolge per 20. Januar auf 135 Mio. BRZ (+5,9 Mio. VRZ) gestiegen. +++ Bessere Note für Kapitalausstattung: Standard & Poor’s setzt Capital Adequacy von North P&I auf »AAA« hoch (von »AA«). Bonitätsnot (Financial strength) bleibt bei »A«. Leute, Leute ... Navigators Group: Jacob Ingerslev übernimmt Leitung für neuen Bereich ‚Cyber Liability‘. +++ UK P&I Club: Jeff Lock wird erster ‚Global Technical Claims Director‘ des Clubs. Adam Russ zum Senior Claims Director befördert. +++ Sompo Canopius RE: Rückversicherer ernennt Christopher Gray zum Head of P&I Reinsurance. +++ North P&I: Rechtschutz-Team (FD&D) des Clubs unter Leitung von Katherine Birchall im Finale für European Council Awards am 02. März. HANSA International Maritime Journal – 154. Jahrgang – 2017 – Nr. 3 23

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