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HANSA 02-2022

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SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY REKORDSCHIFF »GLOBAL MERCY« Drahtseilwerk Bremerhaven stattet Krankenhaus-Schiff mit Festmachern aus Die Indienststellung der nach einem Stena-Design gebauten »Global Mercy« rückt immer näher. Das neueste und größte jemals neu gebaute Krankenhausschiff der Welt ist nach der aufwendigen Bauphase in China mittlerweile in Europa angekommen. Wahrscheinlich noch im März nimmt das Schiff der Organisation Mercy Ships – zu deren Partnern auch die HANSA gehört – Kurs auf Afrika. Zuvor stand die Endausrüstung vor allem für die Innen- und medizinische Einrichtung auf der Agenda. Auch deutsche Zulieferer sind an dem 200 Mio. $ teuren Projekt beteiligt. Dazu zählt unter anderem das Drahtseilwerk Bremerhaven, ein Unternehmen der Vom Hofe Group, das den Neubau mit Tauwerk ausstattete. »Für uns war das kein Auftrag wie jeder andere, sondern eine echte Herzensangelegenheit«, sagt Vertriebsleiter Claas Seedorf der HANSA. Die »Global Mercy« zeige, dass es in der internationalen Seefahrt nicht nur um Profite gehe: »Hier geht es um medizinische Hilfe für Menschen in Not – ein gemeinnütziges Anliegen, das wir gern unterstützen, beispielsweise durch Spenden.« Zum Festmachen des schwimmenden Krankenhauses in den Häfen produzierte das Drahtseilwerk im Januar seinen Festmacher »Atlas«. Die Eigenentwicklung der Bremerhavener besteht den Angaben zufolge aus hochwertigen Materialien, ist belastbarer und länger haltbar als übliche Festmacher. Die »Global Mercy« bekommt Festmacher aus speziell entwickelten Chemiefasern. Sie haben einen Durchmesser von 64 mm und sind jeweils 220 m lang. Das Schiff Das Projekt war von der internationalen Hilfsorganisation Mercy Ships in Auftrag gegeben worden. All ihre Vorgängerinnen sind umgebaute Schiffe, die vorher einem anderen Zweck gedient haben, einschließlich der »Africa Mercy«, die bisher den Titel »größtes ziviles Hospitalschiff der Welt« für sich beanspruchen durfte. Die »Global Mercy« wird das »Partnerschiff« des derzeitigen Hospitalschiffs »Africa Mercy« sein. Mercy Ships erwartet, mit dem neuen Schiff die Wirkung seiner Arbeit mehr als verdoppeln zu können; sowohl durch lebensverändernde Operationen als auch durch die Fortbildung und Schulung von einheimischen Pflegekräften in einigen der ärmsten Ländern Afrikas. Der 174 m lange, 28,6 m breite und mit 37.000 GT vermessene Neubau verfügt über eine gesamte Krankenhausfläche von 7.000 m2. © Mercy Ships © Drahtseilwerk / Nordsee-Zeitung ONLINE-SCHULUNGEN Samson Rope und Ocean Technologies Group kooperieren Die Ocean Technologies Group (OTG) und Samson Rope, ein Hersteller von Hochleistungs-Synthetikseilen, haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um Seeleuten einen On-Demand-Zugang zu Online-Kursen für die Handhabung, Inspektion, Herstellung und Installation von Seilen zu ermöglichen. Die Kurse werden auf der Ocean Learning Platform von OTG verfügbar sein, die e-Learning und praktische Aktivitäten miteinander verbinden soll. Aufgrund der durch die Pandemie verursachten Reisebeschränkungen ist Fernunterricht für viele Seeleute zur Norm geworden. Durch die Schulung soll das Personal stets über neue Entwicklungen und Lerneffekte informiert werden, nicht zuletzt, um das Risiko von Unfällen zu reduzieren. Raal Harris, Group Creative Director bei OTG, begrüßte das Engagement von Samson, seine Produktpalette mit detaillierten E-Learning-Kursen zu unterstützen, »denn allzu oft kommt es zu schweren Unfällen, weil man nicht weiß, wie man Seile beim Festmachen eines Schiffes an einem Liegeplatz richtig einsetzt«. OTG habe Anfragen nach detaillierterem Material zu den OCIMF-Richtlinien für Festmacherausrüstungen (MEG4) erhalten, »so dass unsere Kunden durch die Bereitstellung der Samson- Kurse auf unserer Plattform Zugang zum umfassendsten Material haben, das zu diesem Thema erhältlich ist.« Samson-Manager Will Pernett betonte: »Das Angebot unserer Kurse auf der OTG-Plattform verschafft uns eine unglaubliche Reichweite in der Seefahrergemeinschaft und ermöglicht den Zugang zu unseren Schulungen rund um die Uhr und von jedem Ort aus. Wir freuen uns, dass wir zusammenarbeiten können, um das gemeinsame Ziel zu erreichen, Unfälle beim Festmachen zu reduzieren und den effizienten Einsatz von Festmacherleinen und -ausrüstung zu fördern.« 48 HANSA – International Maritime Journal 02 | 2022

Die HANSA im Blickpunkt »Kommerzielle und technische Themen kaum noch trennbar« © privat Zur Person: Fabian von Pfeil 2008-2015 Ausbildung und Tätigkeit bei Hamburg Süd Seit 2013: Organisation des YSM 2015–2019 Bunker Trader Oslo/Genf seit 2019: Bunker Trader bei der GEFO in Hamburg Zur Person: Johannes Pfeiffer 2009–2015 Ausbildung und Tätigkeit bei Hanse Bereederung und CSM Seit 2011: Organisation des YSM 2014–2019 im Vorstand des Reeder und Makler Clubs Hamburg 2015–2021 Operator/Senior Operator bei Streamline Tankers Seit 2021 Operations Manager bei Uniatlantico Shipping »In der Hamburger Schifffahrtsbranche führt daran kein Weg vorbei« BEWERTUNG (1 BIS 5 STERNE) AKTUALITÄT THEMENSPEKTRUM KOMPETENZ RELEVANZ LAYOUT / GESTALTUNG VERSTÄNDLICHKEIT GESAMTEINDRUCK Als Organisatoren des mittlerweile fest im maritimen Veranstaltungskalender Hamburgs verankerten Youngster Shipbroker Meetings (YSM), das – bis auf coronabedingte Ausfälle – jährlich stattfindet, sind Fabian von Pfeil und Johannes Pfeiffer bestens in der Schifffahrtsbranche vernetzt. Dazu gehört es auch, stets auf dem Laufenden über aktuelle Ereignisse und Trends in der maritimen Branche zu sein, seien es technische oder kommerzielle Themen. Die beiden ausgebildeten Schifffahrtskaufleute – Pfeiffer ist als Operations Manager bei Uniatlantico Shipping für die MPP- und Bulk-Schiffe der Reederei verantwortlich, von Pfeil arbeitet als Bunker Trader bei der GEFO in Hamburg – kennen die HANSA schon seit ihrem Einstieg in die maritime Branche. »Die HANSA kenne ich bereits seit meinen Ausbildungszeiten als Informationsquelle über alle Bereiche der Schifffahrt«, sagt von Pfeil. Pfeiffer kennt das Magazin genauso lang. »In der Hamburger Schifffahrtsbranche führt daran kein Weg vorbei«, erzählt er. Online-News im Homeoffice Nicht nur durch die seit 2017 bestehende Zusammenarbeit mit der HANSA als Partner für das »Youngster Shipbroker Meeting« besteht bis heute eine Verbindung. »Ich nutze die HANSA, um Informationen und Lageberichte über die gesamte Branche, einzelne Industriezweige und Unternehmen zu gewinnen«, berichtet von Pfeil. Das Online- Angebot der HANSA nutze er insbesondere in Home-Office-Zeiten mehr als die monatliche Printausgabe: »Der tägliche Newsletter und die sehr aktuellen Breaking News halten mich auf dem Laufenden während die monatliche Lektüre des ePapers die vergangenen Ereignisse und zukünftigen Ausblicke hervorragend zusammenfasst.« Besonders positiv beurteilt von Pfeil die Internationalität des Magazins, was sich beispielsweise durch englische Fachartikel von Spezialisten und den »nicht übertriebenen Fokus auf die deutsche Schifffahrt« zeige. Neben einem einheitlicheren Layout wünscht er sich mehr Nachrichten aus dem Bereich Schifffahrtsnachwuchs. »Auch eine minimale Verschiebung des Fokus von der Technik zu den kommerziellen Themen der Schifffahrt würde ich persönlich bevorzugen sowie weitere Nachrichten aus der Welt der ›grauen Flotten‹«, fügt er hinzu. Pfeiffer mag als »Vollblut-Operator« gerade die technischen Artikel. In der heutigen Zeit könnten technische Neuheiten einen großen Einfluss auf die Betriebskosten haben. »Wir sind mittlerweile quasi jährlich durch neue Regularien dazu angehalten, neue Technologien zu nutzen und Abläufe zu ändern und anzupassen«, sagt er. Technische und kommerzielle Themen ließen sich kaum noch voneinander trennen. Er wünscht sich neben der Vorstellungen solcher Technologien auch mehr Berichte von der Umsetzung an Bord. »Sind diese neuen Technologien tatsächlich die erhoffte Lösung, oder was sind die Probleme oder Vorschläge der Crews, die damit jeden Tag arbeiten müssen?« Komplexe Zukunft Als Themen, die die Branche seiner Einschätzung nach verstärkt begleiten werden, nennt von Pfeil alternative Kraftstoffe und nachhaltige Lösungen. Dies würde begleitet von einem steigenden politischen Druck und eine zunehmende Konsolidierung der Marktteilnehmer in allen Industriezweigen. »Auch für die Digitalisierung gibt es in unserer Branche noch viel Raum zur Entwicklung«, meint er. Das sieht Pfeiffer genauso. »Ich denke aber auch, dass wir deutlich mehr Probleme an Bord haben werden. Man sieht jetzt schon, dass die neuen Motoren und Maschinen zum Einhalten aktueller Standards und Emissionsvorschriften immer komplizierter werden und immer weniger von der eigenen Crew gewartet und repariert werden können.« Wo früher ein überdimensionierter Maulschlüssel reichte, müssten in Zukunft komplexe Chips und Sensoren getauscht werden, ist er überzeugt. HANSA – International Maritime Journal 02 | 2022 49

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