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HANSA 02-2022

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VERSICHERUNGEN |

VERSICHERUNGEN | INSURANCE Hohe Schäden für deutsche Kaskoversicherer Der Verein Hanseatischer Transportversicherer (VHT) meldet einen deutlichen Anstieg der Havariekosten im Vergleich zum Vorjahr. Von Michael Hollmann Erhöhte Schäden im Führungsgeschäft haben den deutschen Seekaskoversicherern im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. Das geht aus der vorläufigen Bilanz des Vereins Hanseatischer Transportversicherer (VHT) hervor. Demnach wuchsen die bezahlten und reservierten Schäden 2021 um knapp 13 % auf 98,2 Mio. € an – trotz eines erfreulichen Rückgangs der Fallzahlen von 537 im Vorjahr auf 454. Allerdings war auch die Anzahl der führend versicherten Seeund Binnenschiffe (See/Binnen) zum Vorjahr merklich gesunken: von 2.230 auf 2.068 Einheiten. Ausschlaggebend für den Kostenanstieg waren einzelne Großschäden im Millionenbereich – darunter der Brand eines Containerschiffs und eine Kollision mit einem Bulk Carrier mit Kosten jeweils im unteren zweistelligen Millionenbereich. Das Seekaskosegment steuerte gut VHT-Schadenkosten (brutto) – Schäden bezahlt und Reserven in € nach Sparten 2021 2020 Seekasko 90.032.000 € 66.532.000 € Loss of Hire 7.195.000 € 3.790.000 € 90 Mio. € zum gesamten Schadenaufkommen bei und damit rund 23,5 Mio. € mehr als im Vorjahr. Bei Loss of Hire (Verdienstausfall infolge eines Kaskoschadens) verdoppelten sich die Belastungen nahezu auf 7,2 Mio. €, wobei auch der steile Anstieg der Charterraten in der Containerund Bulkschifffahrt zum Tragen kam. Bei Flusskasko und in den sonstigen Sparten fielen die Schäden wesentlich geringer aus. Der Schadenverlauf ist aus Sicht des Vorstands enttäuschend, aber im Rahmen der gewohnten Schwankungsbreite. »Wir hatten schon schlimmere Jahre«, so Vorstandsmitglied Hans Christoph Enge, geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Assekuradeurs Lampe & Schwartze. Für die Mitglieder sei das kein Grund zur Unruhe oder zu einem grundsätzlichen Kurswechsel in ihrer Zeichnungspolitik. Die Firmen würden die Geschäfte »mit ruhiger Hand« fortsetzen. KONSOLIDIERUNG IN HAMBURG Hermann Firgau gehört jetzt zu Gaede & Glauerdt Der auf Seekaskoversicherung spezialisierte Assekuradeur Hermann Firgau ist seit Jahresanfang Teil der Unternehmensgruppe Gaede & Glauerdt. Der geschäftsführende Gesellschafter Volkhard Loos hat seine Mehrheitsanteile an der Hermann Firgau Assecuradeur GmbH im Rahmen einer Nachfolgeplanung nach über 20 Jahren verkauft. Die Firma bleibt in ihrer Rechtsform bestehen, wird mit ihren 14 Mitarbeitern aber in die Geschäftsräume von Gaede & Glauerdt am Herrengraben 3 umziehen. Loos führt zusammen Flusskasko 245.600 € 1.225.000 € Sonstige 753.400 € 15.526.000 € Gesamt 98.226.000 € 87.073.000 € mit Patrick Wehrmeyer, der seine Minderheitsanteile behält, weiterhin die Geschäfte. Gaede & Glauerdt dehnt sein Portefeuille durch die Übernahme auf alle wichtigen See- und Transportsparten aus. Schwerpunkt war bislang die Warentransportversicherung, wohingegen Hermann Firgau vor allem das Seekaskosegment beackert. »Wir ergänzen uns, da gibt es keine Überschneidungen«, sagt Sven Wolter, Geschäftsführer von Gaede & Glauerdt. Die Mitarbeiterzahl der Gruppe wächst damit auf 45 an. mph © VHT Abstract: Higher claims for German hull insurers A few major casualties caused claims on vessels with German hull & machinery insurers as lead insurers to rise by 13 % to 98.2 mill. € last year, according to VHT (Verein Hanseatischer Transportversicherer). The increase came despite a fall in the insured fleet from 2,230 to 2,068 units. The board of VHT called the claims increase disappointing but within normal volatility. Dem kann sich Justus Heinrich, der die Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) im VHT-Vorstand vertritt, anschließen: »Das sind normale Schadenspitzen, die wir hier erleben.« Gleichwohl sei der Anstieg schon ein Weckruf für die Kaskoversicherer, dass es auch »weiterhin Bedarf für eine Stabilisierung der Prämieneinnahmen« gebe, stellt der Global Product Leader Hull der AGCS fest. Wie Makler berichten, hat sich die Aufwärtskurve der Seekaskoprämien der vergangenen zwei Jahre inzwischen abgeflacht. Einige wollen bereits Anzeichen einer »Aufweichung« des Marktes erkennen, nachdem das Angebot an Risikokapazität für die Schiffsversicherung vor allem in London wieder zugenommen hat. Relativ gelassen zeigen sich die VHT- Offiziellen beim Thema Corona. »Im Bereich der Kasko-Sachschäden spielt die Pandemie keine große Rolle«, konstatiert Enge. Die Arbeit der Sachverständigen bei der Begutachtung und Bearbeitung von Schäden werde inzwischen kaum noch beeinträchtigt. Auch hätten die deutschen Seeversicherer keine so massiven Änderungen an ihren Bedingungen vorgenommen. »Wir glauben, dass wir im internationalen Vergleich noch die mildesten Pandemie-Ausschlüsse haben«, so Enge. 14 HANSA – International Maritime Journal 02 | 2022

VERSICHERUNGEN | INSURANCE 4 2 3 1 Havariechronik 1 2 3 4 Datum Ereignis Ort 20.12. Maschinenausfall | 395 sm südlich Schleppereinsatz der Malediven 24.12. 26.12. Brand im Maschinenraum | LOF Kollision mit Kaimauer Westküste Mexiko Taichung 07.01. Ladungskollaps | ~140 Container westlich Gibraltar Schiff CMA CGM Kallas Frijsenborg Asiatic Sun Madrid Bridge Type Containerschiff RoRo-Schiff Containerschiff Containerschiff dwt 24.279 9.100 12.774 146.778 Flagge Panama Italien Singapur Japan Haftpflicht Steamship Mutual Gard Swedish Club Japan P&I Reise Mittelost | Ostafrika Japan–Taiwan | Vietnam Asien–US-Ostküste Den kompletten Überblick zu allen aktuellen Havarien gibt es unter www.hansa-online.de/havariechronik/ KOSTENSTEIGERUNG P&I Rückversicherer setzen sich durch Zusätzlich zu den Nettoprämienerhöhungen der P&I Clubs von bis zu 15 % steigen auch die Kosten für die gemeinsame Rückversicherung in der Schiffshaftpflicht dieses Jahr massiv an. Am stärksten verteuert sich die Rückversicherung für Containerschiffe, die aufgrund vermehrter Brandschäden und Ladungsverluste inzwischen als Top- Risikoklasse unter den Schiffstypen gehandelt werden. Der fällige Zuschlag erhöht sich für sie per 20. Februar um 55 % gegenüber Vorjahr auf 0,6586 $ / BRZ. Bedeutet: Für ein 15.000-TEU-Schiff beläuft sich die Rückversicherungskomponente damit auf rund 105.000 $ pro Jahr. Auch Bulk Carrier und Produktentanker (clean) müssen pro BRZ 40 % mehr zum gemeinsamen Rückversicherungsprogramm der P&I-Clubs bis zu einer Haftungshöhe von 3,1 Mrd. $ pro Schaden beitragen. Für Öltanker und Passagierschiffe beträgt der Anstieg 15 % beziehungsweise. 18,6 % gegenüber Vorjahr. Die Erhöhungen in der Rückversicherung liegen für Container- und Trockenfrachtschiffe weit über den Erwartungen. Allerdings konnten die P&I Clubs durchsetzen, dass Cyber- und Pandemierisiken mit gewissen Einschränkungen weiterhin in der Deckung inbegriffen sind. Für Einzelschäden über 550 Mio. $ durch Cyberangriffe oder Pandemie gilt ein akkumuliertes Haftungslimit bei den Rückversicherern von 2,15 Mrd. $ mph MSC & NORDIC Neuzugänge für CSSF Das Container Ship Safety Forum (CSSF) gewinnt in der Containerschifffahrt weiter an Bedeutung. Per Jahresanfang hat sich mit MSC die inzwischen größte Linienreederei der Welt angeschlossen. Neu dabei ist zudem die Bereederungsfirma Nordic Hamburg Shipmanagement. Das CSSF, das sich um übergreifende Themen der Schiffssicherheit kümmert und sein Sekretariat in Hamburg hat, vertritt nun mit 30 Unternehmen über 50 % der weltweiten Containerschiffskapazität. Als Vorsitzende des Vereins wurden kürzlich Aslak Ross (Head of Marine Standards bei Maersk) und Alfred Gomez (Director Marine Standards bei Seaspan Ship Management) bestätigt. mph +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm ONE-Frachter verliert Container: Mindestens 60 Boxen über Bord und weitere 80 beschädigt auf »Madrid Bridge« (14.000 TEU) im Atlantik. Frachter soll Probleme mit Antrieb gehabt habe. +++ LOF-Bergungen erneut rückläufig: Nutzung der »Lloyd’s Open Form « als Bergungsauftrag 27 mal gezeichnet (2020: 33). Lloyd’s of London hatte LOF letztes Jahr auf den Prüfstand gestellt, sich nach Branchen- Protesten aber zur Fortsetzung entschieden +++ Skuld: Norwegischer P&I- und Transportversicherer Skuld ist dem Maersk Mc-Kinney Moeller Center (MMMC) für emissionsfreie Schifffahrt beigetreten. Club verspricht sich Knowhow-Vorteile für seine Mitglieder +++ Leute, Leute... Northern Lloyd: Bremer Makler stellt Steve Barness (Ex-Meridian Risk Solutions) als Director Broking am Standort London ein +++ Nordic Marine Insurance: Schwedischer Underwriter wirbt Jan Limnell (Ex-Alandia) als Deputy Managing Director und Underwriting Director an +++ North/Sunderland Marine: Peter Thomas (Ex-QBE Singapore) fängt als Deputy Business Claims Manager und Laura Gilbert (Ex-British Marine) als Underwriter an, beide im Geschäftsbereich Fixed Premium P&I +++ Britannia P&I: Marcela Pizzaro (Ex-Hapag-Lloyd) heuert beim P&I-Korrespondenten B Americas P&I in New York an +++ Miller Insurance Services: Nick King (Ex-Howden Specialty Asia Pacific) übernimmt Leitung der Marine-Abteilung in Singapur +++ HANSA – International Maritime Journal 02 | 2022 15

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