Aufrufe
vor 8 Monaten

HANSA 02-2021

  • Text
  • Hansaplus
  • Maritime
  • Hansa
  • Ships
Kooperation HANSA & MRP · DNV GL · Hafen Hamburg · Port Hub · MPP-Marktbericht · 3D-Druck in der Schifffahrt · Interview IMO-Chef Lim · Maritime Future Summit · SMM Digital 2021

Schiffstechnik | Ship

Schiffstechnik | Ship Technology Die ersten 3D-gedruckten Ersatzteile wurden bereits an Bord geliefert © Thome 3D-Druck in der Praxis Die Schifffahrtsunternehmen Thome Shipmanagement und Wilhelmsen gehören zu den »Pionieren« in der Anwendung von additiver Fertigung im Flottenbetrieb. Nach langer Planungszeit wurde die Einbindung in die Praxis mittlerweile gestartet Die Schifffahrtsindustrie gibt jedes Jahr Milliarden von Dollar für Ersatzteile aus. Es erfordert eine Menge an Planung, Verbindung und Terminierung zwischen einem Schiff und der Landorganisation, um sicherzustellen, dass die richtigen Produkte verfügbar sind, wenn ein Schiff sie benötigt, da Verspätungen ernsthafte Sicherheitsprobleme und Offhire-Perioden verursachen können, die sich negativ auf die Rentabilität auswirken. Selbst bei sorgfältiger Planung können unerwartete Probleme auftreten, berichtet der weltweit aktive Shipmanager Thome, bei denen Notfall-Ersatzteile an ein Schiff geschickt werden müssen, mit allen damit verbundenen zusätzlichen Kosten und Unterbrechungen des normalen Schiffsbetriebs. Lieferung teurer als Ersatzteil Hinzu komme die mangelnde Verfügbarkeit einiger Artikel, von denen viele lange Vorlaufzeiten haben. Und dann sei da noch die Frage der Lieferung, wenn die Teile an bestimmte Orte geflogen werden müssen, damit das Schiff sie beim nächsten Hafenanlauf mitnehmen kann. Sehr oft übersteigen die Kosten für die Lieferung den Angaben zufolge bei weitem die Kosten für das Ersatzteil selbst. 80 HANSA – International Maritime Journal 02 | 2021

Abstract: Thome and Wilhelmsen turn to 3d printed spare parts The shipping companies Thome Shipmanagement and Wilhelmsen are among the »pioneers« in the application of additive manufacturing in fleet operations. It takes a lot of planning, liaison and scheduling between a ship and its office to make sure that the right products are available when a vessel needs them. The disruption caused by the Covid-19 pandemic has also made the situation even trickier to co-ordinate. The 3DP Early Adopter Program gives Thome and other Wilhelmsen customers that are taking part in the pilot exclusive access to Wilhelmsen’s on-demand 3D printing capabilities or additive manufacturing as it is also known. Schiffstechnik | Ship Technology Hamburgs maritimes Herz Ebenfalls von Bedeutung: Veraltete Ersatzteile, bei denen der offensichtliche Mangel an Verfügbarkeit und die Notwendigkeit, eine Lösung zu finden, an die Stelle rein finanzieller Faktoren tritt, wenn dies für den reibungslosen Betrieb eines Schiffes unerlässlich ist. Die durch die Covid-19-Pandemie verursachten Unterbrechungen haben die Situation noch schwieriger zu koordinieren gemacht, da länderspezifische Restriktionen zu Beginn des Jahres 2020 sowie der Mangel an internationalen Flügen enorme Probleme in der Lieferkette verursachten. Selbst wenn ein Teil an den richtigen Bestimmungsort geflogen werden könnte, gab es immer noch keine Garantie dafür, dass die zuständigen Behörden eine rechtzeitige Zollabfertigung und Lieferung an das Schiff zulassen würden. »Genau zum richtigen Zeitpunkt« habe die Marine Products Division der Wilhelmsen-Gruppe ein Pilotprojekt zum 3D- Druck von Ersatzteilen gestartet und Thome wegen seiner engen Zusammenarbeit mit Reedereikunden dazu eingeladen, erklärt der Shipmanager. Das »3DP Early Adopter Program« gibt Thome und anderen Wilhelmsen-Kunden, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, exklusiven Zugang zu On-Demand-3D-Druckmöglichkeiten. Der Shipmanager begann die Kooperation mit Wilhelmsen vor etwa einem Jahr, wobei die enge Zusammenarbeit der IT-Teams als »ein wesentliches Element« beschrieben wird, um sicherzustellen, dass die Software von Wilhelmsen vollständig in die Thome- Prozesse integriert werden konnte. Es fanden auch Mitarbeiterschulungen statt, bei denen sowohl die Teams an Bord als auch die an Land aktiven Beschaffungsteams die Grundlagen des Systems erlernten, um die Bestellung von 3D-gedruckten Ersatzteilen zu erleichtern. Phase 2 gestartet Regelmäßige Treffen sowie interne Team-Updates waren ein wichtiger Faktor bei der Behebung von Systemfehlern oder Prozessproblemen. Für dieses Projekt war laut Thome ein fast ein Jahr währender Planungs- und Verbindungsprozess nötig. Dies sei aber unerlässlich gewesen, um alle Systeme und Verfahren zu testen und sicherzustellen, dass das Personal entsprechend geschult wurde. Kürzlich erhielt der Shipmanager die ersten 3D-gedruckten Ersatzteile, bei denen es sich um Speigattstopfen handelte. Mittlerweile arbeitet man an einer Aufstellung potenzieller additiv gefertigter Produkte, die zur Verfügung gestellt werden sollen. Thome tritt nun in Phase 2 des Projekts mit Wilhelmsen ein, in der die Unternehmen noch enger zusammenarbeiten wollen, um an gegenseitig vorteilhaften Entwicklungsideen zu arbeiten und das System noch weiter zu verfeinern.RD ...mehr geht nicht! Erleben Sie die ganze Geschichte der Schifffahrt in der weltweit größten maritimen Privatsammlung in Hamburgs ältestem Speichergebäude mitten in der HafenCity. HANSA – International Maritime Journal 02 | 2021 KAISPEICHER B | KOREASTRASSE 1 |20457 HAMBURG TELEFON: 040 300 92 30-0 | WWW.IMM-HAMBURG.DE 81 ÖFFNUNGSZEITEN: TÄGLICH VON 10 BIS 18 UHR

HANSA Magazine

HANSA Magazine

Hansa News Headlines