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HANSA 02-2020

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Versicherungen | Insurance P&I-Rückversicherung wird nicht teurer Die großen Schiffshaftpflichtversicherer haben ihr Rückversicherungsprogramm kostenneutral verlängert. Der Prämienanstieg für Reeder wird dadurch wohl gebremst Abstract: P&I reinsurance costs unchanged The International Group of P&I Clubs was able to renew its multi-billion reinsurance programme at stable prices. Rates for vessels on GT basis have therefore been kept at the same level as for 2019/20. There are only minor changes to the »Excess War Risks P&I Cover«. infos: redaktion@hansa-online.de Der jetzt einsetzende Anstieg der P&I- Versicherungskosten in der Schifffahrt dürfte durch eine stabile Preisentwicklung in der Rückversicherung gezügelt werden. Wie die International Group of P&I Clubs bekannt gab, konnte das gemeinsame milliardenschwere Rückversicherungsprogramm für zwei Jahre bis Anfang 2022 kostenneutral verlängert werden. Bei der Struktur und dem Deckungsumfang des Rückversicherungspakets gab es keine wesentlichen Veränderungen. Die Rückversicherungszuschläge der P&I Clubs werden für alle Schiffsklassen für das Zeichnungsjahr 2020/21 (per 20. Februar) auf dem bestehenden Niveau eingefroren: •• Rohöltanker bei 0,5747 $/BRZ •• Produktentanker bei 0,2582 $/BRZ •• Trockenfrachtschiffe bei 0,3971 $/BRZ •• Passagierschiffe bei 3,2161 $/BRZ Für große Containerschiffe (140.000 BRZ) belaufen sich die Rückversicherungskosten demnach auf rund 55.000 $ pro Jahr, was durchaus ein Viertel der Bruttoprämie ausmachen kann, wie ein deutscher Makler erklärte. Eine Verteuerung der Rückversicherung hätte direkt auf die P&I-Prämien durchgeschlagen. Denn die Kosten dafür werden von den meisten P&I Clubs separat ausgewiesen. So stehen auch die angekündigten generellen Prämienanhebungen für die Renewals am 20. Februar unter dem Vorbehalt möglicher Veränderungen bei den Rückversicherungskosten (»subject to increase or decrease...«). Der Versicherungsmakler P. L. Ferrari beurteilt den Abschluss aus Sicht der versicherten Reedereien positiv, weil der Rückversicherungsmarkt in den meisten anderen Sparten deutlich angezogen habe. Ein nachträglicher Kostenschub für Reedereien über die bereits angekündigten Prämienanhebungen hinaus sei somit abgewendet worden. Die Vereinbarung werde sich hoffentlich »stabilisierend« auf die P&I-Prämien in den kommenden zwei Jahren auswirken. Leichte Veränderungen gibt es allerdings bei der Rückversicherung von P&I-Kriegsrisiken (etwa für Bergungskosten nach Versenkung eines Schiffs, Personenschäden etc.). Die Rückversicherer haften im Rahmen des »Excess War Risks P&I Cover« künftig erst für Schäden, die die Höhe des Schiffswerts oder 500 Mio. $ (vorher: 100 Mio. $) übersteigen. Das bedeutet in der Praxis, dass Reedereien für besonders teure Schiffe über 500 Mio. $ Wert eine höhere Deckung bei ihren (primären) Kriegsversicherern einkaufen müssen. Dafür gibt es spezielle Anbieter wie die War Risk Clubs in Großbritannien, Norwegen und Griechenland oder bestimmte Lloyd’s-Syndikate. Die großen P&I Clubs (»Mutuals«) fordern dieses Jahr erstmals seit Jahren wieder deutlichere Prämienerhöhungen. Sechs von 13 Clubs der International Group verlangen +7,5%, zwei +5% und einer +2,5%.mph Hydor expandiert nach Hamburg – Bert Wardetzki wird Geschäftsführer International konsolidiert sich der P&I-Markt zunehmend – doch in Hamburg wächst die Auswahl der Versicherer mit eigener Präsenz. Neuester Zugang ist der norwegische P&I-Versicherer Hydor, der vor Ort eine eigene GmbH einrichtet. Für die Neugründung konnte man einen erfahrenen Manager der Branche gewinnen: Bert Wardetzki, ehemaliger Geschäftsführer des Assekuradeurs Zeller Associates und Mitgründer des deutschen P&I-Versicherers Hanseatic Underwriters. Der 54jährige hatte Hanseatic 2019 nach Eingliederung der Firma Bert Wardetzki in die britische Thomas Miller Group verlassen. Als Geschäftsführer von Hydor in Deutschland will er in den kommenden zwölf Monaten ein neues Team um sich scharen. »In einem Jahr soll das hier ein Office mit vier bis fünf Leuten für Underwriting und auch Schadensbearbeitung sein«, so Wardetzki. Das Büro befindet sich in der Überseeallee 10 in der Hafencity. Der gelernte Jurist und Nautiker ist seit seinem Einstieg bei Zeller/Hanseatic im Jahr 2003 im P&I-Geschäft tätig. »Ich freue mich, in meinem alten Gebiet weitermachen zu können«, sagte er. Hydor zeichnet seit 2010 P&I-Risiken (Haftungslimit: 1 Mrd. $) mit Kapazitäten aus dem Lloyd’s-Markt und ist der vierte P&I-Versicherer mit eigenem Sitz in Hamburg. Darüber hinaus sind der »Mutual« Skuld, Thomas Miller Specialty (Ex-Hanseatic Underwriters) und MS Amlin vor Ort vertreten. Letzterer zeichnet von Hamburg aus seit 2014 »Cargo« und seit Anfang 2019 auch P&I und Charterer-Haftpflicht. Mit einem Prämienvolumen von knapp 20 Mio. $ zählt Hydor inzwischen zu den größeren Anbietern im Festprämiensektor nach British Marine, Thomas Miller Specialty und Amlin.mph © Hollmann 10 HANSA International Maritime Journal 02 | 2020

Versicherungen | Insurance 1 2 5 4 3 Havariechronik 6 Datum Ereignis Ort Schiff Typ tdw Flagge Haftpflicht Reise 1 31.12. Auf Grund Nähe Ventspils Trias Barge 9.100 Estland k. A. Gdynia – Hamina 2 02.01. Kollision 3 04.01. Maschinenausfall | Brand Awatscha-Bucht, Kamtschatka Shantar Tanir General Cargo Ship 9.200 7.346 Russland MS Amlin k. A. Nähe Singapur Northern Jupiter Container Ship 108.622 Portugal London P&I Petropavlosk – Vostochny Südostasien- Australien-Dienst 4 06.01. Ruderausfall | LOF Peloponnes Aeolos Bulk Carrier 31.640 Marshall Islands North P&I Diliskelesi – San Nicolas 5 14.02. Kollision Untergang | 3 Tote Nähe Galveston Bow Fortune Pappy`s Pride Chemical Tanker Fishing Vessel 37.395 k. A. Norwegen USA Gard k. A, Lakes Charles – Galveston k. A. 6 19.01. Brand | Abgeschleppt Nacala Em Oinousses Container Ship 32.321 Marshall Islands UK P&I Club Maputo – Mombasa Der kompette Überblick zu allen aktuellen Havarien unter www.hansa-online.de/havariechronik/ Norwegische Seeversicherer tief in den Miesen Die ersten neun Monate des Jahres 2019 haben den nordischen Seeversicherern Norwegian Hull Club (NHC) und Skuld deutliche Verluste beschert. Grund dafür sind stark erhöhte Schadensquoten, die auch durch sprudelnde Kapitalerträge nicht ausgeglichen werden konnten. Beim Seekaskoversicherer NHC steht unterm Strich ein Fehlbetrag von -5,6 Mio. $, gegenüber 19,9 Mio. $ Gewinn im Vorjahreszeitraum. Versicherungstechnisch weist der Club einen Verlust von 28,6 Mio. $ aus (Vorjahr: +13,2 Mio. $). Somit verschlechterte sich die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Schäden und administrative Kosten gegenüber Prämieneinnahmen) von 88% auf 126%. Dem standen verbesserte Kapitalerträge und Zinsen in Höhe von rund 23 Mio. $ gegenüber. Beim P&I- und Seekaskoversicherer Skuld liegt der Fehlbetrag per Ende des dritten Quartals bei -12 Mio. $ (-15,7 Mio. $). Zur Halbzeit des Geschäftsjahres lag noch ein Überschuss von 2 Mio. $ vor. Grund für die Verschlechterung im dritten Quartal waren vermehrte Großschäden, welche die Schaden-Kosten-Quote auf 116% hinauf trieben (Vorjahr: 101%). Dem versicherungstechnischen Minus von 46,5 Mio. $ standen positive Kapitalerträge in Höhe von 36,1 Mio. $ gegenüber. Laut des vorgelegten Zwischenberichts steuerte abgesehen von dem P&I-Buch auch das in Abwicklung befindliche Lloyd’s-Syndikat 1897 einen Fehlbetrag bei. Die unter »Skuld Hull« firmierende Seekaskosparte soll aber einen Überschuss abgeliefert haben.mph +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm Grünes Licht für ein weiteres »e-B/L«: International Group of P&I Clubs erkennt elektronisches Konnossement von Blockchain- Spezialist Wave Network an. Haftung für Schäden bei Verladungen damit gedeckt. Zahl der anerkannten e-B/L-Anbieter steigt auf 5 an (außerdem Bolero, ESS, E-Title und edocOnline). +++ Hiscox nutzt Big Data für Kaskobuch: Lloyd’s-Versicherer implementiert Analytik-Tool Quest Marine Hull von Concirrus. Daten sollen helfen, Seekasko-Underwriting zu »verfeinern«. +++ Rabatt für North P&I-Mitglieder: 45% Vergünstigung für Auditierung von Schiffsbetrieb auf der Brücke durch Beratungsfirma SureNav. +++ TT Club ernennt Korrespondenten in Qingdao: Ever Faith Marine Services unterstützt TT-Club-Kunden künftig bei Schäden, Schadenverhütung und Risikomanagement. Team wird von Ivy Yu (Ex-Thomas Miller, Shanghai) geleitet. Leute, Leute … +++ UK P&I Club/Thomas Miller, London/ Piräus: Anwalt und Kapitän Tom Starr (Ex-Reed Smith) als Senior Claims Executive für London eingestellt. Piräus durch Kapitän Kostas Karavasilis (Ex- American Hellenic Hull Insurance) als Schadenverhütungsexperten verstärkt. +++ Britannia P&I, New York: Seerechtsanwalt Michael Unger übernimmt Leitung des neuen Exklusivkorrespondenten B Americas P&I. +++ Lloyd’s of London: Jon Hancock (Performance Management Director) scheidet aus. Julia Tyson (Ex-LV) zum Chief Human Resources Officer ernannt. HANSA International Maritime Journal 02 | 2020 11

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