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HANSA 01-2022

Outlook clouding as Omicron surges - Versicherer starten Weckruf gegen Container-Risiken - Ampel will den Fortschritt wagen - MEPC 77 enttäuscht auf ganzer Linie - MCN Cup 2021: Eine Ideenschmiede für Häfen und Schiffe

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DIGITAL HUB CLASSNK Pandemie führt zu aktualisierten Richtlinien für Fernbesichtigungen Fernbesichtigungen an Bord von Schiffen haben nicht zuletzt durch die Pandemie deutlich zugenommen. Aufgrund der Erfahrungen, die ClassNK bislang sammeln konnte, wurden die Richtlinien jetzt aktualisiert. Die japanische Klassifikationsgesellschaft hat die »Richtlinien für Fernbesichtigungen als »Ver. 3.0« veröffentlicht. Die neuen Leitlinien legen laut ClassNK anwendbare Besichtigungspunkte und Anforderungen für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) fest, um eine Zuverlässigkeit zu gewährleisten, die mit konventionellen Besichtigungen gleichwertig ist. Um Verzögerungen im Seeverkehr aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 zu vermeiden, führt die Klasse ihre Fernbesichtigungen in enger Zusammenarbeit mit Schiffsmanagern und den zuständigen Behörden durch. Derzeit finden monatlich über 400 Fernuntersuchungen an Bord von Schiffen statt. Auf der Grundlage der bei dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse ist die Aktualisierung erfolgt. Neben einer detaillierten Definition der Besichtigungspunkte, auf die Fernbesichtigungen angewandt werden können, werden die für jeden Besichtigungspunkt erforderlichen Informationen, wie Live-Video, aufgezeichnetes Video, Standbild usw., präzisiert. Dadurch können auch die Vorbereitungen auf die Fernbesichtungen an Bord verbessert werden, so ClassNK. © ClassNK WÄRTSILÄ Microsoft als IoT-Partner an Bord Um Lösungen für das maritime Internet of Things (IoT) zu kommerzialisieren, ist Wärtsilä eine strategische Partnerschaft mit Microsoft eingegangen. Die Plattform »Wärtsilä Voyage« ermöglicht durch ihre gesicherten Fernbedienungsfunktionen den sofortigen Zugriff auf Bordsysteme. Inbetriebnahme, Diagnose, Updates und Upgrades werden aus der Ferne durchgeführt, was die Wartung vereinfachwn, den Einsatz beschleunigen und die Betriebszeit der Schiffe erhöhen soll. Auch Lösungen für autonome Schiffe sollen perspektivisch über die Plattform laufen. Wärtsilä Voyage wird auch verschiedene Microsoft-Sicherheitsund IoT-Lösungen integrieren, um die Plattform mit Überwachungs-, Sicherheitsupdates und Asset-Management-Diensten zu stärken. Durch die Integration mit Microsoft Azure IoT Edge will Wärtsilä die Industrialisierung des IoT für die Schifffahrt durch eine hochskalierbare, cybersichere Plattform beschleunigen. Auf die gleiche Weise, wie Smartphone- und einige Automobilhersteller in der Lage sind, ihre Systeme aus der Ferne zu aktualisieren, neue Funktionen zu implementieren und zu verbessern, muss sich die neue Generation digitaler Schiffe nach der Vorstellung von Pierre Guillemin, Vice President, Technology Office, Wärtsilä Voyage, ständig anpassen und aktualisieren, um mit ihrem sich entwickelnden Ökosystem Schritt zu halten und dabei jederzeit cybersicher zu bleiben. Mit der Partnerschaft mit Microsoft will Wärtsilä Voyage seine Bemühungen um den Aufbau einer offenen Entwicklungsumgebung mit standardisierten Datenformaten und APIs beschleunigen, die die Fragmentierung reduzieren, Systeme integrieren, um die Komplexität des Lebenszyklus digitaler Dienste zu verringern, und eine mehrschichtige Cybersicherheit in jede Lösung für intelligente Schiffe und das maritime Ökosystem integrieren. METIS Spire Global kommt auf Wetter-Cloud Metis Cyberspace Technology hat mit dem Spire Global eine Vereinbarung über die Bereitstellung hochpräziser Wettervorhersagedienste unterzeichnet, um die bestehenden wetterbezogenen Funktionen der Metis-Datenerfassungs- und Analyseplattform zu erweitern. Durch die Kombination terrestrischer und satellitengestützter Daten bietet Spire einen Einblick in die Wettermuster in jeder Schicht der Erdatmosphäre und auf der gesamten Erdoberfläche – selbst in abgelegenen Teilen des Ozeans, wo die Elemente bekanntermaßen schwer vorherzusagen sind. Das Unternehmen ist der vierte Wetterdienstleister, der sich an der cloudbasierten Metis-Plattform beteiligt. »Ein wichtiger Teil unserer Strategie ist es, eine offene Plattform zu schaffen, auf der unsere Lösungen mit denen von Drittanbietern verbunden werden können, um den Kunden einen Mehrwert zu bieten«, sagt Andreas Symeonidis, Marketing Manager, Metis Cyberspace Technology. Metis wird eine 10-Tage-Vorhersage erhalten, die das gesamte globale Netz abdeckt, mit einer Aktualisierungsfrequenz von einer bis sechs Stunden. Das Datenpaket umfasst atmosphärische Daten wie Temperatur und Windgeschwindigkeit, maritime Daten, d. h. Meeresströmungen und grundlegende Wellenhöhen, sowie wellenspezifische Daten mit detaillierten Informationen über Wellen und Seegang. Auf der Grundlage dieser Informationen wird das in Athen ansässige Unternehmen seine Wetterrouting- und Geschwindigkeitsprofilierungsfähigkeiten sowie seine Fähigkeit, proaktive Wetterwarnungen zu geben, verbessern. Die Kunden profitieren so von einer sichereren und effizienteren Navigation und können durch die Optimierung der Geschwindigkeit sicher sein, dass sie rechtzeitig im Hafen ankommen und gleichzeitig den Treibstoffverbrauch und die Emissionen senken. 46 HANSA – International Maritime Journal 01 | 2022

DIGITAL HUB WE4SEA P&O Ferries lässt Flotte mit Digital Twins überwachen P&O Ferries nutzt die Digital-Twin- Lösung zur Leistungsüberwachung von We4Sea auf der von P&O Ferries gecharterten Flotte. Ziel ist es, den Treibstoffverbrauch und die Emissionen der Schiffe zu reduzieren. We4Sea konzentriert sich auf die Steigerung der Treibstoffeffizienz und die Verringerung der Emissionen von Seeschiffen. Dazu verwenden die Rotterdamer eine auf dem digitalen Zwilling basierende Analyse als Teil seiner Online-Softwareplattform. P&O Ferries betreibt viele gecharterte Schiffe. Das Softwaremodul von We4Sea wurde mit dem Fokus auf Charterer entwickelt, die keinen direkten Zugang zum Schiff und keine Möglichkeit haben, Überwachungsgeräte zu installieren. Die firmeneigene Digital Twin Technologie von We4Sea ermögliche den Aufbau eines digitalen Schwesterschiffes mit allen relevanten technischen Merkmalen des realen Schiffes, heißt es. Diese Daten werden mit anderen Datenquellen angereichert, beispielsweise mit Daten über Schiffsgeschwindigkeit, Tiefgang, Wetterbedingungen, Wellenhöhen, Strömungen und Wind. »Der digitale Zwilling ist in der Lage, diesen großen Datenbestand in Echtzeit in umsetzbare Managementinformationen umzuwandeln«, so We4Sea. »Diese Technologie erfordert keine Installation von Hardware an Bord und ist daher ideal für Charterer.« © P&O Ferries DNV | APPLIED RISK Neues Cyber-Sicherheitszentrum Die norwegisch-deutsche Klassifikationsgesellschaft DNV übernimmt den Spezialisten Applied Risk und will ein Zentrum für Cyber-Sicherheit schaffen. Die Bedrohungen für die Schifffahrt durch Cyber- Kriminalität steige, die Angriffe würden immer komplexer und kreativer. Laut Naval Dome gab es allein zwischen Februar und Juni 2020 eine Anstieg der Attacken um 400 %. Die Kosten für die betroffenen Unternehmen machten Hunderte von Millionen Dollar aus. »Durch den Zusammenschluss mit Applied Risk wollen wir ein industrielles Cyber-Sicherheits-Center aufbauen, das den Sektor bei der Bewältigung dieser neuen Risiken unterstützt«, sagte Remi Eriksen, Group President und CEO von DNV. Applied Risk mit Sitz in Amsterdam, gegründet 2012, habe eine Vielzahl von Industriestandards sowie Sicherheitsstrategien entwickelt. Mit dem gebündelten Expertenwissen wolle man künftig den Kunden helfen, Cyberrisiken zu erkennen, eine schlagkräftige Verteidigung gegen solche Bedrohungen aufzubauen und die Folgen von Angriffen zu bewältigen, heißt es. »Cybersicherheit wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle in der Wachstumsgeschichte von DNV spielen«, sagte Liv A. Hovem, CEO der neuen Sparte »DNV Accelerator«. Der Zusammenschluss mit Applied Risk sei ein erster Schritt, durch Akquisitionen und Partnerschaften ein Powerhouse für Cybersicherheit aufzubauen, heißt es weiter. Viele der weltgrößten Schifffahrtsunternehmen und andere maritime Organisationen waren bereits von schwerwiegenden Cyber-Angriffen betroffen, unter anderem Maersk, Cosco, CMA CGM und zuletzt die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO). GSR SERVICES | NAUTILUSLOG Online-IHM-Service für Einkäufer Ein neuer Service verschafft maritimen Einkäufern nun bereits bei der Bestellung Klarheit darüber, ob bestimmte Artikel für das Inventory of Hanzardous Materials (IHM) relevant sind. Der Marine Stores Guide (MSG) mit über 50.000 Artikeln von der International Maritime Purchasing Association (IMPA) ist eines der Standardwerke für maritime Einkäufer. Der Leitfaden hilft Einkäufern und Lieferanten, Waren leicht zuzuordnen und zu liefern, indem er einen eindeutigen sechsstelligen Code verwendet, mit dem die Produkte – von Geschirr und Küchenutensilien bis hin zu Schweißgeräten und Schiffsanstrichen – genau einer individuellen Beschreibung zugeordnet werden können. Durch die Zusammenarbeit von IMPA, GSR Services und NautilusLog können jetzt IHM-relevante Produkte im Warenkorb von Nutzern automatisch identifiziert werden. Der neue Service nennt sich IHM Relevancy Check. »Dies vereinfacht die IHM- Maintenance für Reedereien und die Bereitstellung von Materialdeklarationen durch Lieferanten erheblich«, erklären die Partner. Für IHM-relevante Produkte muss der Lieferant eine Konformitätserklärung und Materialdeklaration zur Verfügung stellen, damit das Schiff die gesetzlich geforderte IHM-Maintenance umsetzen kann. Die vom Nutzer ausgewählten Artikel im IMPA- Warenkorb werden hierfür an das System von NautilusLog übermittelt und mit hinterlegten Regelsätzen von GSR Services abgeglichen. Als Ergebnis wird dem Nutzer direkt nach der Bestellung eine Liste mit den IHM-relevanten Artikeln zugesendet. Diese bildet die Grundlage für gezielte Dokumentationsanforderungen an den Lieferanten. »Unnötige Anforderungen, welche bis zu 90% aller Anfragen ausmachen, sowie lieferantseitige Aufwände werden vermieden«, heißt es. Der IHM Relevancy Check sei die Grundlage für eine effiziente Dokumentation. HANSA – International Maritime Journal 01 | 2022 47

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