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HANSA 01-2018

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Häfen | Ports Singapur

Häfen | Ports Singapur wird bio Als größter Bunkerstandort der Welt will die Hafenbehörde in Singapur sauberere Alternativen zu den konventionellen Schiffskraftstoffen anbieten – nicht zuletzt, weil die Schifffahrt diese brauchen wird, um die Emissions- und Klimaziele der IMO zu erreichen Wie könnten Biokraftstoffe dabei helfen, strengere Umweltvorschriften einzuhalten? Welche Arten von Kooperation zwischen Behörden, Bunkerlieferanten und Reedereien sind in diesem Zusammenhang denkbar? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hatten die Maritime and Port Authority of Singapore (MPA), BHP und GoodFuels Marine sich jüngst im Rahmen eines Runden Tisches mit in unterschiedlichen Segmenten aktiven Reedereien beraten. Auch die Nanyang Technological University war mit Experten vertreten – hier soll mit Unterstützung der MPA und des Singapore Maritime Institute (SMI) bald ein neues Exzellenzzentrum entstehen, das sich auf die Bereiche maritime Umwelt und Energie konzentriert. Der asiatische Schifffahrts-Hotspot will mit der Initiative seine Position in Sachen Bioenergie ausbauen. Beteiligt an der Initiative sind außerdem die Unternehmen BergeBulk, Boskalis, Cargill, Engie, Mitsui O.S.K. Lines, NYK Bulkship (Asia), Oldendorff und Wärtsilä. Andrew Tan, CEO der MPA, erklärte: »Dieser Runde Tisch kommt zu einem günstigen Zeitpunkt, angesichts des 0,5%-Schwefellimits der International Maritime Organisation ab 2020 und den längerfristigen Plänen der IMO, auch die Kohlenstoffemissionen der Schifffahrt zu senken. Wir begrüßen den Dialog zwischen den Akteuren und sind gern behilflich, die Bunkerindustrie auf die Zukunft vorzubereiten.« Dirk Kronemeijer, Chief Executive Officer von GoodFuels, meinte: »Wir sind stolz, dass unser »Biofuel-Footprint« sich von Europa aus nun auch zum größten Bunkerstandort der Welt und gleichzeitig zu unserem ersten asiatischen Partner ausweitet. Ab jetzt stehen Biokraftstoffe also auch in Singapur allen zur Verfügung, die ihre Emissionen reduzieren wollen.« Im Kampf gegen den Klimawandel sei es wichtig, dass maritime Biokraftstoffe für die Reedereien als Option verfügbar seien, so Abdes Karimi, Manager Ocean Freight Operations & Sustainability bei BHP. Als größter Bunkerstandort der Welt will die Hafenbehörde in Singapur sauberere Alternativen zu den konventionellen Schiffskraftstoffen anbieten, nicht zuletzt, weil die Schifffahrt diese brauchen wird, um die Emissions- und Klimaziele der IMO zu erreichen. Biokraftstoffe wie Bioethanol oder Biodiesel werden aus erneuerbaren Quellen statt aus Mineralöl gewonnen. Das niederländische Unternehmen GoodFuels Marine entwickelt und liefert nachhaltige Biokraftstoffe für die maritime Branche. Die Produkte werden als »Drop-in«-Ersatz bezeichnet, sollen also ohne weitere Modifikationen von Motoren anstelle fossiler Brennstoffe genutzt werden können. So soll sich der CO2-Fußabdruck um bis zu 90% verkleinern lassen. Das Unternehmen stellt seine Produkte alle aus Abfallprodukten und Reststoffen her. GoodFuels ist Teil der »GoodNRG«-Gruppe und lässt die Nachhaltigkeit seiner Produkte durch ein eigens eingesetztes Sustainability Board bestehend aus Wissenschaftlern und NGOs überwachen. Zusammen mit Nedcargo und der Brauerei Heineken wurde Mitte 2017 ein Pilotprojekt mit Drop-In-Biokraftstoff gestartet. Hier fährt das Binnenschiff »For Ever« zwischen der Brauerei und dem Seehafen Rotterdam mit einem Biokraftstoffanteil von 30%, was die CO2- Emissionen um mehr als 25% senken sowie NO x und Feinstaub reduzieren soll. Mit dem GoodShipping-Programm will GoodFuels Ladungseignern die Möglichkeit geben, zu bestimmen, ob ein Anteil der Ladung CO2-frei transportiert werden soll, um so Einfluss auf den »Fuel Mix« in der Schifffahrt zu nehmen. Im Jahr 2016 hatte Boskalis im Rahmen eines Pilotprojekts mit GoodFuels und Wärtsilä ein Baggerschiff über ein halbes Jahr lang mit einer 50-prozentigen Beimischung von Biokraftstoff aus Holzabfällen im Betrieb getestet. Während des Treffens in Sinagpur hatte GoodFuels eine Absichtserklärung unterzeichnet, Anfang 2018 zusammen mit der MPA und BHP dort ein Pilotprojekt zu Biokraftstoffen zu starten. RD Foto: MPA 68 HANSA International Maritime Journal – 155. Jahrgang – 2018 – Nr. 1

Häfen | Ports PORT NEWS CHILE: In Rostock hat das Spezialschiff »Rolldock Sky« einen vom Liebherr-Werk gefertigten Mobilkran vom Typ LMH 800 an Bord genommen. Empfänger ist das Terminal Pacifico Sur Valparaiso (TPS) an der chilenischen Pazifikküste. Der LMH 800 hat eine Hebefähigkeit von 154 t und einen Ausleger von 64 m, wodurch ein Arbeiten über 22 Containerreihen hinweg möglich ist. Der TPS ist Teil der Utromar Group und Contug Terminals (MSC) und verfügt über eine Fläche von 14 ha und fünf Liegeplätze, an denen jährlich rund 1 Mio. TEU umgeschlagen werden. FRANKREICH: Der Logistikpark-Entwickler Virtuo hat mit der Marseille Port Authority vereinbart, eine 70.000 m2 große Mehrzweckanlage in Distriport nahe des Containerterminals zu errichten. INDIEN: Maersk Line stellt im Januar die Bedienung vom Hafen Mundra ein und verlagert die Aktivitäten zum APM-Terminal Pipavav (Gujarat Pipavav Port Ltd.), um das dortige eigene Engagement zu stärken. Das Pipavav-Terminal hat eine Jahresumschlagkapazität von 1,35 Mio. TEU. Es ist als Mehrzweckanlage konzipiert, über die auch rollende Ladung geht. Dies und der Umschlag von General Cargo und flüssiger Ladung sollen künftig gestärkt werden. DP World investiert dagegen heftig in sein Mundra International Container Terminal, dessen Jahreskapazität gegenwärtig mit 1,1 Mio. TEU angegeben wird. Ein neuer RTG und eine Super-Postpanamax-Brücke sind bereits installiert. Darüber hinaus hat DP World angekündigt, 1 Mrd. $ in Infrastrukturprojekte im Land zu investieren. ITALIEN: Damit die großen Kreuzfahrtschiffe auf den Weg zu den Abfertigungsterminals nicht mehr im Kanal Foto: Liebherr von Giudecca am historischen Zentrum Venedigs vorbeifahren müssen, sollen sie künftig auf einer anderen Route die Stadt anlaufen. Im Gespräch ist der Bau eines neuen Terminals an passenderer Stelle für rund 128 Mio. €. Als Bauzeit sind zwei Jahre veranschlagt. Beobachter schätzen, dass bis zur Umsetzung dieses Plans allerdings noch drei bis vier Jahre ins Land gehen. KANADA: Die Vancouver Fraser Port Authority (VFPA) in British Columbia hat 35 Acre Land erworben, um dort Lagerung und Distribution zu betreiben. MALAYSIA: Das ambitionierte Projekt, mit Investitionen in Höhe von 33,6 Mrd. $ einen neuen Großhafen auf Carey Island vor der Küste des Bundesstaates Selangor zu bauen, ist offenbar ins Gerede gekommen. Während einige Quellen berichten, die Pläne seien wegen rückläufiger Umschlagzahlen in Port Klang zurückgestellt worden, weist der Verkehrsminister diese Gerüchte zurück. Er betonte zuletzt, dass die Planungen unverändert voranschreiten. Nach seinen Worten soll auf Carey Island nicht nur ein neuer Hafen, sondern mit ihm zusammen eine ganz neue Stadt entstehen. PAPUA NEUGUINEA: International Container Terminal Services Inc (ICTSI) hat für ihre neugegründete Tochtergesellschaft South Pacific International Container Terminal Ltd. (SPTCTL) und der Entwicklung eines Terminal-Projektes in Lae mit dortigen Landbesitzern erste Verträge über die Flächennutzung abgeschlossen. SAUDI ARABIEN: Am Red Sea Gateway Terminal (RSGT) in Jeddah sind kürzlich vier von ZPMC gebaute Super-Post-Panamax-Containerbrücken installiert worden. Damit stehen dort aktuell 14 Brücken zur Verfügung. Die Jahresumschlagkapazität soll damit von 1,8 auf 2,5 Mio. TEU gesteigert werden. Darüber hinaus hat DP World angekündigt, sein South Container Terminal in Jeddah ausbauen zu wollen. UKRAINE: Hutchison Ports will in der Schwarzmeer-Region Fuß fassen und hat mit der Regierung eine Vereinbarung über die Entwicklung des Hafens Chernomorsk getroffen. Zunächst sollen Möglichkeiten für den Umschlag von 1,2 Mio. TEU jährlich geschaffen werden. Gegenwärtig werden in Chernomorsk vor allem Getreide, Kohle, Erz und Stückgüter umgeschlagen, während Container weitgehend über Odessa gehen. Der Hafen verfügt über 6 km Kai an 14 m tiefem Wasser. USA: Die US Environmental Protection Agency EPA unterstützt den Hafen Long Beach mit 2,4 Mio. $, damit bis Ende 2019 auf drei seiner vermieteten Flächen veraltetes Gerät durch umweltfreundliches Equipment ersetzt werden kann. Auch die Antriebsanlagen von vier Schleppern sollen ausgetauscht werden. Savannahs Garden City Terminal hat drei große Umschlagbrücken aus Finnland erhalten und sechs weitere zur Lieferung bis 2020 bestellt. Diese größte Einzelanlage des Landes soll 1.300 Boxen stündlich umschlagen können. VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE (VAE): Hutchison Ports hat sein Terminal in Saqr Port im Emirat Ra’s al Chaima (Ras Al Khaimah) offiziell eröffnet. Die Betriebskonzession läuft über 25 Jahre. Das Terminal verfügt über 20 ha Fläche mit einer Kaistrecke von 800 m an 12 m Wassertiefe. Die Umschlagkapazität wird mit 350.000 TEU p.a. angegeben. COSCO Shipping Ports (CSP) hat mit dem Bau des Abu Dhabi Terminals in Khalifa Port begonnen. Er soll im Rahmen einer 35-jährigen Konzession Mitte 2018 mit 800 m Kailänge und einer Jahreskapazität von zunächst 2,5 Mio. TEU in Betrieb gehen. In einem zweiten Schritt sollen bis 2020 weitere 400 m Kai dazukommen und die Kapazität auf rund 4,9 Mio. TEU aufgestockt werden. Etwa gleichzeitig mit dem Baubeginn des Terminals hat CSP mit Abu Dhabi Ports eine Vereinbarung über die Errichtung einer Container-Frachtstation in der Khalifa Industrial Zone getroffen. Sie soll die größte in den Emiraten werden und nach Fertigstellung die Kapazität des Hafens auf 6 Mio. TEU bringen. Hutchison Ports hat derweil den Betrieb des Hafens Ahmed Bin Rashid im Emirat Umm Al Quwain übernommen. Der Hafen verfügt über vier Liegeplätze an 845 m Kaistrecke und eine Fläche von 23 ha. HJW HANSA International Maritime Journal – 155. Jahrgang – 2018 – Nr. 1 69

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