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HANSA 01-2017

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Schifffahrt | Shipping

Schifffahrt | Shipping Foto: Hamburg Süd Neue Marktmacht in Südamerika Maersk ist nicht nur auf den Ost-West-Routen Marktführer in der Containerschifffahrt. Mit der Übernahme von Hamburg Süd dominiert der dänische Riese künftig noch mehr im Südamerika-Verkehr. Von Krischan Förster und Michael Meyer Nach mehr als 80 Jahren trennt sich die Oetker-Gruppe von ihrem Geschäftsfeld Schifffahrt und verkauft ihre Reederei Hamburg Süd mit allen Aktivitäten, Tochtergesellschaften sowie dem »wesentlichen Geschäftsvermögen« an den Marktführer Maersk. Die Verschmelzung soll im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Mit der Übernahme der heutigen Nr. 7 unter den Linienreedereien kann Maersk, ohnehin schon Weltmarktführer, seinen Anteil an der globalen Containerschifffahrt von heute 15,7 % auf 18,6 % ausbauen. Hamburg Süd verfügte zuletzt über Abstract: New power in South America trades »Nach 80 Jahren unser Engagement in der Schifffahrt aufzugeben, war keine einfache Entscheidung für meine Familie. Wir sind aber sehr zuversichtlich, den besten aller möglichen Partner gewählt zu haben.« August Oetker, Vorsitzender des Beirats der Dr. August Oetker KG Maersk is not only leading the shipping market on east-west routes. With the acquisition of shipping company Hamburg Süd the Danes will also dominate even more in South America trades. By taking over the world’s number 7 of container shipping lines, Maersk’s market share rises from 15.7 to 18.6%. Hamburg Süd operates 130 vessels with combined 625,000 TEU and a transport volume of 4.1 mill. TEU. Both companies have a combined turnover of 30 bn $. The deal is still subject to approval by competiton authorities in Europe, China, the US and South America. It is still unclear how shippers will react to the new situation and what will be the impact on existing networks and cooperations. The integration will take some time and for the time being, Maersk announced a due dilligence process. Further information: redaktion@hansa-online.de 130 Schiffe (rund 625.000 TEU Kapazität, 4,1 Mio. TEU Transportvolumen). Der kombinierte Jahresumsatz beider Unternehmen liegt bei rund 30 Mrd. $. Maersk übernimmt damit eindeutig Platz 1 in den Verkehren von und nach Südamerika. Lange galt die Reederei Hamburg Süd als Spezialist und unangefochtener Marktführer in diesem Fahrtgebiet. Zuletzt war der chilenische Rivale CCNI übernommen worden. Doch dann drängten die »big player« mit großen Schiffen in die einstige Nische – Maersk, MSC, CMA CGM und Hapag-Lloyd samt CSAV. Die Folge: massiv sinkende Raten und ein beinharter Wettbewerb um die Ladung, der die Frachtraten Anfang des Jahres auf unter 50 $/Container auf der Route zwischen Asien und Südamerika drückte. Erst schmolzen die Gewinne, die Hamburg Süd über viele Jahre Investitionen aus dem reinen cash flow ermöglichten, dann auch die Kapitaldecke. Der Plan, das Geschäft durch eine Ausweitung auf den Asien-Verkehr zu diversifizieren, kam offenbar zu spät. In der allgemeinen Konsolidierungswelle drohte einer der letzten unabhängigen Carrier unterzugehen. Zuletzt war die Eignerfamilie der Oetkers nicht mehr bereit, 2 bis 3 Mrd. € zu investieren, um auch künftig mit den Branchenführern mithalten zu können. Davon profitiert nun Maersk. Das passt zum Selbstverständnis der Dänen, ihre Dominanz überall zu zeigen und auszubauen. »Derzeit gibt es ein paar Akteure, die stärker auf der Nord-Süd-Achse 26 HANSA International Maritime Journal – 154. Jahrgang – 2017 – Nr. 1

Schifffahrt | Shipping Foto: Maersk Line aktiv sind als andere, dazu zählen neben Maersk auch CMA CGM, MSC, Hapag- Lloyd, Evergreen, NYK und bis zu einem gewissen Grade kleinere Player wie PIL«, sagt Neil Dekker, Leiter der Container-Abteilung beim Branchendienst Drewry gegenüber der HANSA. Die Übernahme sei Teil der Maersk- Strategie, noch stärker in Laeteinamerika zu werden und im Reefer-Segment mehr Marktanteile zu sichern. »Im Reefer-Markt haben die Dänen viel in ihre Ausrüstung und Equipment investiert, weil damit in der Zukunft bessere Einnahmen und Profite erzielt werden können.« Ein weiterer Vorteil sei offensichtlich, dass die Flotte von Hamburg Süd sehr jung sei. »Hamburg Süd ergänzt uns und gemeinsam können wir das Beste aus zwei Welten anbieten. Hamburg Süd und Aliança haben ein attraktives Leistungsangebot, das wir bewahren wollen.« Søren Skou, CEO Maersk Line und Maersk-Gruppe Ein Maersk-Sprecher bestätigte der HANSA, das einer der wichtigsten Gründe für die Übernahme die Wettbewerbsposition im Nord-Süd-Verkehr sei, weil man in Lateinamerika, aber auch in Ozeanien wachsen wolle. Beim Blick auf die heutige Verteilung der Marktanteile zeigt sich, dass fünf Reedereien den Großteil des Geschäfts unter sich ausmachen und Maersk auch ohne Hamburg Süd bereits eine führende Rolle einnimmt. • Fernost–Südamerika: Platz 1 mit 20% vor Hamburg Süd (12%), Hapag-Lloyd (11%) und MSC (9%), Rest einschließlich CMA CGM: 48%. • Europa–Lateinamerika: Platz 2 mit 20% wie auch Hamburg Süd (20%), hinter MSC (25%) und vor Hapag-Lloyd (15%) und CMA CGM (14%), Rest: 6%. Europa – Südamerika Maersk 20% Hamburg Süd 20% Nordamerika – Südamerika Rest 6% Hapag-Lloyd 15% Fernost – Südamerika Hamburg Süd 12% Maersk 6% Hapag-Lloyd 10% MSC 13% CMA CGM 14% MSC 25% Maersk 20% Hamburg Süd 12% Hapag-Lloyd 11% MSC 9% Rest 59% Rest 48% HANSA International Maritime Journal – 154. Jahrgang – 2017 – Nr. 1 27

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